Werbung in einem informativen Rahmen
Auch gute Aktivitäten brauchen Geld, um durchgeführt werden zu können. Beispiel: Der gestrige Aufruf von #Campact zur Teilnahme an der (erhofften Groß-)Demonstration gegen die laufende Politik der Wiederauferstehung des #Fossilismus. Als kleiner, unbekannter Emailschreiber kommt man an entscheidende Politiker:innen nicht ran. Vielleicht wirkt eine solche Demonstration, wenn sie durch die Medien geht. VIELLEICHT und HOFFENTLICH.
Nun müssen auch erstmal diejenigen nach #Hamm kommen, die die menschengemachte Darstellung eines Windrads bilden wollen https://climatejustice.social/@NichtVielZuSagen/116647489988805759 .
#Campact organisiert dafür Shuttle-Busse vom Bahnhof Hamm zum Kraftwerksgelände in Uentrop.
Wer kein #Deutschlandticket besitzt und sich keine #Zugfahrt leisten kann oder will ("Bin doch nicht blöd, mit der Bahn zu fahren!" oder so. Späßchen!), mag ja mit dem #Auto kommen. Anything goes.
Bei der medialen Berichterstattung wird sich dann die Spreu vom Weizen trennen.
Die immergleichen Leute werden schreiben: "Eine winzige Minderheit der Deutschen, allesamt linksgrüne Spinner, machte eine alberne Aktion, um die Rückkehr zu bezahlbarer Energie zu verhindern." Tralala...
Einige Zeitungen, Ferseh- und Radiosendungen werden neutral berichten und einzelne Hintergründe beleuchten. Wer wach herumläuft, weiß ja schon bescheid.
Andere werden die Demonstration bejubeln als großartiges Zeichen gegen die zukunftsvergessene und rückwärtsgewandte Politik der Bundesregierung mit den Exponenten #KatherinaReiche und #FriedrichMerz.
Meine Erwartung:
Keine entscheidende Richtungsänderung von Reiche und Merz, vielleicht leichter Rückenwind für #CarstenSchneider, den anfangs in der zweiten Reihe versteckten #Umweltminister, der auch mal Reiche zu widersprechen wagt.
Wenn es gut läuft, wird die #taz diesen vorsichtigen Optimismus in ihren Berichten danach teilen. Vielleicht werden Reporter:in vor Ort und Kommentator:in in Berlin andere Akzente setzen. Auf jeden Fall dürfte die taz die Demo wohlwollend begleiten. So gut meine ich sie zu kennen.
Aber nicht nur die Organisation so einer Aktion - der darüber berichtende #Journalismus muß erst recht finanziert werden.
Vom Verkauf papierner Zeitungen kann wohl kein Pressehaus auskömmlich leben.
Revolverblättter (ich sag mal: BLÖD & Co.,) , die mit ihrer großen Verbreitung weite Bevölkerungskreise erreichen, haben es leicht, sich als Werbeträger anzubieten. In Bäckereien liegen immer noch solche Blätter aus, wenn die Lokalzeitungen ausverkauft sind.
Doch selbst Pressehäuser wie Springer gehen mit der Zeit und ins Internet - dort ist nicht jeder gedruckte Artikel ist in voller Länge zu lesen.
Die "alternative Zeitung" taz macht bei der Umorientierung hin zum Internet kene Ausnahme - ermöglicht aber die Weitergabe von Links, damit möglichst viele Interessierte alle Artikel lesen können.
Die Geschichte dieser Zeitung ist reich an Spenden-/Aboaktionen, also Werbung in eigener Sache, um das Weiterbestehen zu sichern.
Erst die Gründung einer Genossenschaft scheint das dauerhaft erreicht zu haben (ich bin aber kein Insider).
https://taz.de/!vn6177887/
Als einmal eine seitenfüllende Werbung für die Bundeswehr erschien, ging mir das als Abonnenten schon sehr weit. Ich hab's damals gefressen, weil es kein Aufruf zum Krieg war und weil es wohl zum Überleben der taz beitragen konnte.
Die vielen guten Nachrichten und Kommentare sollten weiter geschrieben und veröffentlicht werden; und deren Verfasser:innen sollten dafür ihren Lohn bekommen.
Was allerdings das Faß der Verärgerumg fast zum Überlaufen brachte, war eine häufig erschienene Werbebeilage für Fernflüge. Das paßt nicht in die Zeit, in der man sich über die Klima-Auswirkung des Lebensstils Gedanken machen sollte - nicht nur in der Theorie und gedruckt, sondern in der täglich gelebten Praxis.
Mir ist klar, daß man zum Schnorcheln an der Küste von Mauritius oder am Great Barrier Reef nicht mit der Bahn anreist. Für die Bedienung der Wünsche von Lifestyle-Touristen sollte sich eine klimabewußte Zeitung nicht hergeben.
#StefanMüller, taz-Genosse und Kritiker der Werbung für Flugreisen, konnte darüber mit dem taz-Redakteur #ChristianJakob diskutieren. Das Gespräch erschien gedruckt für die Leser:innen zum Mitverfolgen https://taz.de/Streitgespraech-ueber-Klimaschutz/!6024962/ .
Viele Zeitungshäuser haben überhaupt keine Skrupel, Werbung für klimaschädliche Aktivitäten zu drucken. Die #tazzer sind hier zum Glück - relativ - "alternativ".
Was alles in der taz übers Fliegen zu lesen war, kann man u.a. hier herausfinden:
https://taz.de/Artikel-mit-flugreisen-auf-Seite-5/!s=flugreisen&Seite=5/
Es geht noch grundsätzlicher, wie die schwedische Zeitung „Dagens ETC“ ( https://www.etc.se/ ) zeigt:
https://taz.de/Verzicht-auf-fossile-Werbung/!5630656/
" Eine Glaubwürdigkeitsfrage"!
Nun fehlt nochwas.
Der Rückblick von Stefan Müller auf die Diskussion mit dem taz-Redakteur:
https://climatejustice.social/@stefanmuelller/115626558523210670
Und jetzt?
taz-Sicht:
https://taz.de/Debatte-zu-taz-Reisen/!vn6028004/
Müllers Sicht:
https://hot-climate-topics.net/2022/10/06/fluege-co2-verantwortung-und-mitschuld/
https://hot-climate-topics.net/2024/09/23/taz-reisen-auf-dem-persoenlichen-level/
Hochinteressant und hart.



