Habt ihr auch in der Schule gelernt, dass Chruschtschow den Kalten Krieg eskalierte, indem er Raketen auf Kuba stationierte und Kennedy die Situation besonnen deeskalierte?

Was mir damals niemand erklärte: Die USA hatten wenige Monate zuvor Raketen mit Atomsprengköpfen in der Türkei stationiert in Reichweite von Moskau. Die UdSSR eskalierte nicht, sie reagierte. In einem geheimen Abkommen stimmte Kennedy zu, die Raketen in der Türkei abzuziehen, wenn die UdSSR dies auch in Kuba tat. Außerdem gab es eine Nicht-Invasions-Zusage gegenüber Kuba.

Meine Schulzeit war nach dem Ende der UdSSR. Die Erzählung blieb trotzdem.

#udssr #propaganda #usa #kuba

Heute vor 45 Jahren: Am 27. Mai 1981 führten die #UDSSR in Balapan, Semipalatinsk, Kazakhstan den 571. #Atomtest durch. Er diente der Waffenentwicklung und fand unterirdisch (Tunnel/Schacht) statt. 1981 fanden in der UDSSR insgesamt 21 Atomtests statt.
Heute vor 56 Jahren: Am 27. Mai 1970 führten die #UDSSR in Degelen, Semipalatinsk, Kazakhstan den 319. #Atomtest durch. Er diente der Waffenentwicklung und fand unterirdisch (Tunnel/Schacht) statt. 1970 fanden in der UDSSR insgesamt 16 Atomtests statt.
Heute vor 58 Jahren: Am 23. Mai 1968 führten die #UDSSR in Degelen, Semipalatinsk, Kazakhstan den 283. #Atomtest durch. Er diente der Waffenentwicklung und fand unterirdisch (Tunnel/Schacht) statt. 1968 fanden in der UDSSR insgesamt 17 Atomtests statt.
Einheit 731: Das dunkle Geheimnis Japans

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Nach Tschernobyl kam die Perestroika. Damals war Tschingis Aitmatow ein großer Name für die, die sich mit den Veränderungen in der UdSSR beschäftigten. Schön, dass ein fast 25 Jahre altes Radio-Porträt über Aitmatow auf MDR Kultur wiederholt wird!
https://www.mdr.de/kultur/podcast/feature/tschingis-aitmatow-feature-100.html

#Aitmatow #UdSSR

Ich stehe keinem mehr gegenüber – der Schriftsteller Tschingis Aitmatow | MDR.DE

Der Schriftsteller Tschingis Aitmatow (1928-2008) wuchs in Schecker einem winzigen Dorf in der kirgisischen Steppe auf. Seine Werke wurden Weltliteratur. Sie verbinden Mythos, Sowjetgeschichte, Identität und Erinnerung.

Vom Verbündeten zum Gegner

Transatlantischer Stresstest

Einem Göttinger Alumnus wird der Satz zugeschrieben: „Staaten haben keine Freunde, Staaten haben Interessen“. (Otto von Bismarck). Thesen zur Diskussion Future of Transatlantic Relations an der Universität Göttingen am 22.04.2026

1 Welt im Umbruch: Es gibt keinen Hegemon mehr.

Seit zwei Jahrzehnten wächst die Zahl von Kriegen zwischen Staaten wieder. Es scheint, als kehrt die Großmachtpolitik zurück. Jedoch, die hat es immer gegeben – in Vietnam, in Grenada, im Irak, in Afghanistan wie in der CSSR. Neu ist die Abwesenheit jedes Hegemons, der in weiten Teilen der Welt seine Ordnung durchsetzen konnte.

1.1 Die Hegemonie der Sowjetunion endete 1990, die der USA im Irak.

Es war ein Irrtum, dass 1990 nur der eine Hegemon zusammengebrochen ist. Mit dem Zerfall der Sowjetunion wurde auch das Ende der USA als Hegemon eingeleitet. Die Überdehnung der Hegemonie der USA zeigte sich im Irak und Afghanistan.

1.2 Der demokratische Kapitalismus als globales Leitbild erodiert.

Hegemonie beruht nicht nur auf militärischer und wirtschaftlicher Macht. Sie ruht auch auf Kultur und Konsens. Das war im Kalten Krieg so. Der endete mit einem Sieg des demokratischen Kapitalismus. Dieses Leitbild erodiert. Autoritäre Systeme erfreuen sich weltweit wachsender Popularität sogar im Mutterland der Demokratie, den USA. Ein politisch gesteuerter Staatskapitalismus wie in China gilt vielen Gesellschaften des globalen Südens als Entwicklungsmodell.

1.3 Der Westen ist an sein Ende gekommen.

Das Versprechen des demokratischen Kapitalismus von Wohlstand in Freiheit wurde durch die Realität des Kolonialismus konterkariert. „Der Westen“ ist im globalen Süden Synonym für Ausbeutung und Unfreiheit. In Lateinamerika und im südlichen Afrika wurden Freiheit und Wohlstand gegen Europa und die USA erkämpft. Europa muss sich vom Begriff des Westens verabschieden.

2 Der neue Imperialismus ist ein Imperialismus der Schwäche

Der Imperialismus der Kolonialzeit beruhte auf der überlegenen ökonomischen, technologischen und militärischen Macht des alten Westens. Der neue Imperialismus von Trump und Putin ist ein Imperialismus der Schwäche.

2.1 Russland ist eine ökonomische Mittelmacht mit Atomwaffen

Russland lebt fast ausschließlich von – fossilen – Rohstoffexporten. Es hat ein Bruttosozialprodukt ähnlich Spanien oder Italien. Statt 50 oder 60 Millionen Menschen leben in Russland aber über 140 Millionen Menschen. Seine Schwäche kompensiert Russland mit Nationalismus nach innen und Aggression nach außen – abgesichert durch die Fähigkeit zum nuklearen Zweitschlag.

2.2 Trump ist leader oft the pack.

Unter Bush und Obama konnten die USA nicht mehr Hegemon sein. Trump will es nicht mehr. Er möchte Anführer der stärksten Gang im globalen Bandenkrieg sein. Die USA unter Trump erfahren gerade, dass sie jeden Gegner militärisch schlagen können – aber keinen Krieg politisch gewinnen.

2.3 Der Abstieg der USA ist der Aufstieg Chinas.

Die amerikanische wirtschaftliche Macht ist geschwächt – trotz der US-Vorherrschaft auf den Finanzmärkten. China hat in Asien, Afrika und Lateinamerika die USA als wichtigster Handelspartner abgelöst. China ist dabei seinen Rückstand in der Informationstechnologie aufzuholen.

3 Es gibt eine neue Blockkonfrontation: Elektrostaaten vs. Petrostaaten.

Für Russland und die USA kommt es noch schlimmer. Über zwei Jahrhunderte war die Entwicklung der Industriegesellschaft untrennbar mit dem Verbrennen von Kohle, Öl und Gas verbunden. Das führte in die Klimakrise. Wohlstand beruhte lange auf Fossilen. Nun beginnt sich die Welt davon abzuwenden. Wohlstand wird erneuerbar.

3.1 Erneuerbare gewinnen das Rennen.

Weltweit werden Verbrennungsprozesse durch die Nutzung von erneuerbarem Strom ersetzt. In den letzten zwei Jahren waren gut 90 Prozent der neuen Stromerzeugungskapazitäten erneuerbar. Kohle, Öl, Gas und Atom teilten sich zusammen eine Nische von 10 Prozent. Innerhalb von fünf Jahren überholte China mit seinen E-Autos erst die USA, dann Japan und dann Deutschland und wurde zum größten Autoexporteur.

3.2 Fossile Macht erodiert – die Kriegsgefahr wächst.

Öl und Gas waren lange Grundlage geopolitischer Macht. Russlands Volkswirtschaft hängt fast vollständig am Export von Kohle, Öl und Gas. Die USA sind fossil autark und verstanden es lange besser als die OPEC die globalen Öl und Gaspreise zu ihrem Vorteil zu steuern. Diese Macht schwindet. Deshalb wächst die Kriegsgefahr. Trump sagt offen, dass er Grönland wegen der Rohstoffe will, dass ihm Demokratie und Menschenrechte in Venezuela und Iran wenig, deren Öl aber viel interessiert.

3.3 China ist uns näher als Russland und die USA.

China will nicht länger von Öl und Gas abhängig sein. Die Hälfte der rund 800 Mrd. globalen Investitionen in Erneuerbare fand in China statt, zuzüglich von dreistelligen Milliardeninvestitionen in Netze, Speicher und Elektrifizierung.

4 Europa: Lost in Transformation

Europa sollte von China lernen. Es hat kein Öl. Es kann nur Elektrostaat werden oder bleibt von Trump und Putin abhängig. Doch Europa verharrt zwischen Anspruch und Appeasement. Besonders Deutschland wirkt wie Lost in Transformation.

4.1 Der größte Binnenmarkt der Welt macht sich klein

Während sich Brasilien und China Trumps Zollkrieg erfolgreich widersetzten, knickte der größte Binnenmarkt der Welt ein. Trump erhielt zollfrei Zugang nach Europa, die EU muss fünfzehn bis 50 Prozent Zoll zahlen. Als Morgengabe versprach von der Leyen noch, Frackinggas im Wert von 750 Mrd. zu importieren.

4.2 Europäische Souveränität schaffen .

Europa darf von Souveränität nicht nur reden, sondern muss heute die Grundlage dafür legen. Es muss sich unabhängig von Energieimporten machen, eine europäische Rüstungsindustrie aufbauen und Steuerprivilegien für US-Plattformen beenden.

4.3 Bündnis der Mittelmächte verträgt keine doppelten Standards

Die transatlantischen Beziehungen mit Kanada sind intakt und müssen gestärkt werden. Kanadas Premierminister Mark Carney fordert zurecht ein Bündnis der Mittelmächte. Nur so kann dem Recht des Stärkeren begegnet werden. Nur so können Regeln des Völkerrechts gesichert werden. Zu diesen Regeln muss man auch im Konflikt stehen – vor Grönland, in der Ukraine, in Venezuela wie im Iran. Ohne Angst vor einem „transatlantischen Stresstest“ (Merz).

5 Der transatlantische Stresstest hat schon lange begonnen

Nachzulesen in Trumps Nationaler Sicherheitsstrategie. Oder man hört ihrem Autor zu. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz bekannte sich Merz klar zu Europas Souveränität. Der erteilte Marco Rubio einen Tag später eine beinharte Absage. Worauf sich Boris Pistorius und Johann Wadephul brav erhoben und dem US-Außenminister dafür stehend applaudierten.

5.1 Vom Alliierten zum Gegner – das neue transatlantische Verhältnis.

Die Europäische Union wird von der US-Administration – anders als Russland oder China – als Gegner beschrieben. Sie soll geschwächt und gespalten werden. Einzelne Staaten lassen sich besser abhängig machen. Damit ist klar: Die Zeiten, in denen Deutschland und Europa unter dem Schutzschirm der USA auf offenen Märkten weltweit gute Geschäfte machen konnten, sind vorbei.

5.2 Ein Bündnis der Mittelmächte für eine regelbasierte Ordnung.

Sollen in der multipolaren Welt Regeln gelten und durchgesetzt werden, braucht Europa Bündnispartner. Partner mit denen freier und fairer Handel möglich ist. Partner, die Konflikte regelbasiert austragen. Das werden viele, aber nicht nur Demokratien sein. Aber alle Gesellschaften, deren Interessen in einer solchen Welt besser aufgehoben sind, als unter dem Recht des Stärkeren sind willkommen.

5.3 „Politik beginnt mit dem Betrachten der Wirklichkeit“ (Kurt Schumacher)

Dazu muss Deutschland sich von seinem lange gepflegten romantischen Transatlantizismus verabschieden.

Dieser Beitrag ist eine Übernahme von der Homepage des Autors, mit seiner freundlichen Genehmigung. Einige Links wurden nachträglich eingefügt.

Vom Verbündeten zum Gegner – Beueler-Extradienst

40 Jahre Tschernobyl
Österreichs Böden immer noch belastet

Am 26. April 1986 ist Reaktor vier des #Kernkraftwerk's in #Tschernobyl in der damaligen #UdSSR explodiert. Drei Tage später erreichte eine radioaktive Wolke #Österreich. 40 Jahre danach lassen sich in den Böden immer noch Spuren des radioaktiven #Caesium137 nachweisen – im Wald mehr als auf Feldern.

https://science.orf.at/stories/3235030/

Auf ARTE lief gerade die dreiteilige Doku über den sowjetischen GULAG. Sie endet mit der Feststellung, dass erst jetzt die Erinnerung an ihn wieder zunehme. Die Doku ist von 2019. Die Berichte zu einem guten Teil von Memorial gesammelt. Putin hat Memorial inzwischen verboten. Die Verbrechen Stalins sollen verschwiegen werden, damit auch nicht mehr über die Verbrechen Putins gesprochen wird.

#Stalin #Gulag #Putin #Russland #UdSSR #Memorial

#Programmtipp:

In Deutschlandfunk Kultur sind am Mittwoch zwei Features zum Thema Tschernobyl angekündigt, im Zeitfragen.Feature von Noemi Schneider und im Hörspiel von Katrin Moll.

Mittwoch, 22. April 2026, 19.30 sowie 22.05 Uhr, Deutschlandfunk Kultur

Guten Empfang wünscht
Sascha

#Tschernobyl #Atomkraft #Energie #Geschichte #BRD #DDR #UdSSR #Schneider #Oton ##Hörspiel #Moll #DKultur