Damaskus: Selenskyj zog Bilanz des Dreiertreffens - Ukraine-Nachrichten

Die Parteien erörterten ein breites Spektrum an Themen: von Sicherheit und Verteidigung sowie der Lage rund um den Iran bis hin zur Zusammenarbeit in den Bereichen Energie und Infrastruktur zwischen den Ländern.

Der Osterhase hat dieses Jahr vier besondere Überraschungen im Nest: Bomben auf Teheran, JD Vance in Budapest, einen Bürgermeister hinter Gittern in Bursa in der Türkei und WM-Tickets für 880 Euro. Ich hab das mal kurz zusammengefasst. 🥚
#60Sekunden #Türkei #Iran #Ungarn #FIFA #WM #USA #Trump
Details unter 🔗 https://stefanpfeiffer.blog/2026/04/05/ostereier-2026/
https://youtube.com/shorts/B6zUAxtot5o?feature=share
Geduldsprobe für rund 180 Türkei-Urlauber. Ihr Flug startete von Münster-Osnabrück mit einer Verspätung von knapp 21 Stunden.#WDR #Münster-Osnabrück #Türkei #Urlauber #Verspätung #MaviGökAirlines #NRW
Türkei-Urlauber warten am Flughafen Münster-Osnabrück: Flug hat 21 Stunden Verspätung
Türkei-Urlauber brauchen Nerven: Flieger hebt erst nach 21 Stunden ab

Geduldsprobe für rund 180 Türkei-Urlauber. Ihr Flug startete von Münster-Osnabrück mit einer Verspätung von knapp 21 Stunden.

WDR

Vier zerbrochene „Ostereier“: Menschen im Iran, Wähler in Ungarn, Knast in der Türkei, Reisen in die USA

Ein kleiner Beitrag zu Ostern rund um vier faule Ostereier, die uns ins Nest gelegt wurden:

Iran: Ein Volk zwischen Regime und Bomben

Ich habe in den letzten Wochen kaum über den Iran geschrieben — nicht, weil mich das Thema nicht beschäftigt, sondern weil ich kaum Worte finde. Seit Ende Dezember 2025 erschütterten landesweite Proteste das Land, ausgelöst durch eine Inflationsrate von über 42 Prozent und einen Rial-Kurs, der auf ein historisches Rekordtief abgestürzt war. Die Antwort des Mullah-Regimes war, wie immer, brutale Gewalt. Menschenrechtsorganisationen sprechen von bis zu 30.000 Toten und 300.000 Verletzten allein durch das Niederschlagen dieser Protestbewegung — Zahlen, die sich kaum fassen lassen. Hinzu kam die umfassendste Internetabschaltung in der Geschichte des Landes, um Beweise für Massaker in Teheran, Maschhad und den kurdischen Gebieten zu verbergen.

Und dann, am 28. Februar 2026, begann das Bombardement. Israel und die USA griffen gemeinsam Ziele im Iran an — Atomanlagen, Militärinfrastruktur, aber auch Wohngebiete. Trump begründete die Angriffe damit, den Iran am Bau von Atomwaffen zu hindern. Internationale Juristinnen und Juristen bewerten den Angriff mehrheitlich als völkerrechtswidrig. Ob das irgendjemanden aus der Trump-Administration interessiert, darf bezweifelt werden.

Keine Kraft zur eigenen Befreiung

Was mich am tiefsten trifft, ist die Hoffnungslosigkeit: Die iranische Bevölkerung hat in den letzten Jahren immer wieder bewiesen, dass sie dieses Regime nicht will. Sie hat mit ihrem Leben dafür bezahlt — mit Tausenden Toten auf den Straßen, mit Hinrichtungen, mit Gefängnis. Und trotzdem sehe ich keine realistische Chance, dass sie sich aus eigener Kraft von den Mullahs befreien kann. Das ist das eigentlich Tragische an dieser Situation, und ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie man damit umgeht.

Die Journalistin Natalie Amiri, langjährige ARD-Korrespondentin in Teheran, benennt den Grund dafür nüchtern im taz-Interview: Die Proteste haben kaum Bezug zu iranischen Oppositionsgruppen oder echten Parteien — eine organisierte politische Kraft, die das Vakuum nach einem Regimesturz füllen könnte, existiert im größten Teil des Landes schlicht nicht. Das Regime ist erschüttert, aber noch nicht gebrochen — und der Unterdrückungsapparat funktioniert nach wie vor. Die Frage, was danach kommt, bleibt erschreckend offen.

Und Donald Trump? Den interessiert das Schicksal der iranischen Bevölkerung herzlich wenig. Ihn interessiert das Öl, der geopolitische Hebel, und dass seine Verbündeten in Rüstung und Finanzen gut verdienen. Das ist keine Spekulation, das ist eine nüchterne Lageanalyse. Es ist, mit Verlaub, eine Tragödie ohne erkennbaren Ausweg.

Ungarn: Schicksalswahl für Europa — und die Ukraine

Apropos Trump: Während der Nahe Osten brennt, schickt der US-Präsident seinen Vize J.D. Vance nach Ungarn — ausgerechnet jetzt, in den Tagen nach Ostern, kurz vor der Parlamentswahl am 12. April. Es ist bereits der zweite demonstrative Rückenwind aus Washington für Viktor Orbán: Im Februar war Außenminister Marco Rubio nach Budapest gereist und hatte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Orbán unmissverständlich klargemacht: „Präsident Trump setzt sich zutiefst für Ihren Erfolg ein, denn Ihr Erfolg ist unser Erfolg.” Trump-Amerika als Wahlkampfhelfer eines EU-Mitglieds, das russlandfreundliche Politik betreibt. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen.

Denn die Lage ist ernst — ernster, als es die westlichen Medien in ihrer täglichen Nachrichtenflut vielleicht abbilden. Die ungarischen Parlamentswahlen am 12. April gehören zu den folgenreichsten politischen Weichenstellungen in Europa in diesem Jahr. Nicht nur für Ungarn selbst, sondern für die gesamte EU und für die Ukraine. Nach 16 Jahren Fidesz-Herrschaft könnte es tatsächlich zu einem historischen Machtwechsel kommen: Unabhängige Umfragen sehen Orbán bei 37 Prozent, seinen Herausforderer Péter Magyar von der Tisza-Partei bei 56 Prozent. Ob das Wahlrecht — das Orbán sich nach Maß hat schneidern lassen — am Ende das Ergebnis zurechtbiegt, bleibt abzuwarten, zu befürchten.

Ein Autokrat, der sein Volk beschimpft

Was die Korrespondentin Verena Mayer aus einem Orbán-Auftritt in der westungarischen Stadt Győr berichtet, spricht Bände: Das Publikum pfiff und buhte. Orbán begann zu schreien — sagte von oben herab, wer ihn nicht wähle, stehe nicht auf der Seite Ungarns. Es ist das Bild eines strauchelnden Autokraten, dessen Narrativ nach 16 Jahren nicht mehr zieht. Orbáns Botschaft ist dabei immer dieselbe: Die Ukraine sei der Feind, die EU finanziere den Krieg, und nur er könne das stoppen.

Dazu eine Beziehung zu Putin, die offenbar noch tiefer geht, als bisher bekannt: Die Washington Post berichtete, dass Ungarns Außenminister während EU-Gipfeln mit Russlands Führung telefoniert und vertrauliche Informationen weitergegeben haben soll. Brüssel zeigte sich „äußerst besorgt” — Ungarn bestritt die Vorwürfe.

Magyar hingegen hat von Anfang an eine andere Kampagne geführt: keine abstrakten Demokratie-Debatten, sondern Lebensbedingungen, Korruption, blockierte EU-Gelder. Sollte Magyar gewinnen, könnte Ungarn zeigen, dass sich eine Demokratie von innen erholen kann. Für Europa und für die Ukraine wäre das ein Signal von kaum zu überschätzender Bedeutung: Ein Ungarn, das nicht länger als Trojanisches Pferd Russlands innerhalb der EU agiert, verändert die politische Arithmetik in Brüssel grundlegend.

Türkei: Erdoğans Justiz als Waffe

Bei allen aktuellen Krisenherden gerät nur zu oft aus dem Blick, was weiterhin in der Türkei passiert. Dabei ist das Muster seit Jahren dasselbe: Erdoğans Regime nutzt die Justiz systematisch als Waffe gegen politische Gegner. Jetzt traf es Mustafa Bozbey, den Bürgermeister von Bursa — der Partnerstadt von Darmstadt. Bozbey gehört der CHP an, die bei den Kommunalwahlen 2024 in Bursa deutlich gewonnen hatte. Dass ausgerechnet erfolgreiche Oppositionspolitiker kurz nach Wahlsiegen in Untersuchungshaft landen, ist kein Zufall. Das ist Methode — dieselbe Methode, mit der zuvor schon Istanbuls Bürgermeister Ekrem İmamoğlu aus dem Verkehr gezogen wurde.

Darmstadts Oberbürgermeister Hanno Benz hat sich in dieser Frage klar positioniert: Die Umstände der Festnahme weckten „erhebliche Zweifel an der Wahrung rechtsstaatlicher Prinzipien und demokratischer Standards”. Bereits nach der Inhaftierung İmamoğlus hatte die Darmstädter Stadtverordnetenversammlung auf Initiative von Benz eine Resolution verabschiedet, die die Instrumentalisierung der Justiz gegen politische Gegner klar verurteilt.

Und Benz soll auch gegenüber türkischen Würdenträgern persönlich Haltung bezogen haben. Dass Widerspruch gegen Autokratie manchmal aus der kommunalen Ebene kommt, dort wo Partnerstädte keine Abstraktion sind, sondern Menschen, die man kennt und die jetzt im Gefängnis sitzen, ist wichtig und bemerkenswert. Die EU dagegen schaut seit Jahren zu. Das ist keine Außenpolitik. Das ist Wegsehen mit Handreichung.

WM 2026: Zurück in die USA — aber besser nicht

Zurück in die USA. Die Fußball-WM 2026 ist kein Sportturnier mehr. Sie ist ein geopolitisch aufgeladenes Geschäftsmodell mit Ball — und mittendrin die demonstrative Verbrüderung von Donald Trump und FIFA-Chef Gianni Infantino, die das Turnier zur Bühne für Macht, Geld und Selbstinszenierung machen. Dass der DFB sich dabei in betretenem Schweigen übt und das Wort „Boykott” offenbar als unzulässig gilt, ist bezeichnend. Statt Haltung gibt es Teilnahme. Statt Kritik: Mitlaufen — über knapp 40 Tage Dauerbeschallung.

880 Euro für Deutschland gegen Curaçao

Was die FIFA parallel abzieht, ist ökonomisch dreist. Von Moral will ich bei der FIFA und Herrn Infantino gar nicht reden. Ein „offizielles” Ticket-Weiterverkaufsportal, das selbst mitkassiert, ist nichts anderes als organisierte Abzocke mit Gütesiegel. Wenn ein Spiel wie Deutschland gegen Curaçao von 60 auf 880 Euro hochgehandelt wird — plus 15 Prozent Gebühr für den Weltverband —, dann ist das kein Markt, das ist ein Abzocksystem, mit dem man sich ungeniert die Taschen füllt. Warum also dann boykottieren und protestieren?

Wer noch immer überlegt, für dieses Spektakel in die USA zu reisen, sollte sich fragen, wofür genau — angesichts eines politisch instrumentalisierten Turniers und einer Sicherheitslage und gesellschaftlichem Klima, das alles andere als stabil ist. Die ehrlichste Form des Protests ist in diesem Fall vielleicht die einfachste: nicht hingehen, nicht einschalten, nicht mitspielen. Denn solange das System liefert, was es will — Aufmerksamkeit, Geld, Legitimation —, wird sich nichts ändern.

Ich weiß, das sind keine wirklich schönen, bunten Ostereier und ich höre auch jetzt besser auf, auch wenn mich Frau Reiche juckt. Aufgeben zählt nicht. Euch allen trotzdem frohe Ostern.

Also, bei uns gibt es zu Ostern die Tradition des Eierklopfens: Zwei Personen halten je ein hart gekochtes Ei, schlagen die Spitzen gegeneinander, und wessen Ei zerbricht, hat verloren. Und ich würde ja nur zu gerne …
#Trump #Infantino #Ostern #Eierklopfen

Quellen & Leseempfehlungen

#Darmstadt #Demokratie #EU #FIFA #Fussball #Iran #Kuratiert #Menschenrechte #Türkei #Trump #Ungarn #USA #WM2026

Iran, Ungarn, Türkei, WM 2026 — vier zerbrochene Ostereier, die frustrieren. Vom Bombenterror gegen die iranische Zivilbevölkerung über Wahlen in Ungarn, Inhaftierungen in der Türkei bis zur FIFA-Abzocke. #Iran #Türkei #Ungarn #FIFA #WM2026 #USA #Kuratiert

http://stefanpfeiffer.blog/2026/04/05/ostereier-2026/?utm_source=mastodon&utm_medium=jetpack_social

Vier zerbrochene „Ostereier“: Menschen im Iran, Wähler in Ungarn, Knast in der Türkei, Reisen in die USA

Vier Themen, vier Tragödien zu Ostern: Im Iran stirbt die Hoffnung auf Befreiung zwischen Repression und Bomben. In Ungarn entscheidet eine Wahl über die Zukunft der EU — mit demonstrativer Wahlkam…

StefanPfeiffer.Blog
Auch in der #Türkei scheint #BalkonSolar anzukommen! Danke für das Bild an unser Mitglied.
Die Türkei ist bereit, die nächste Verhandlungsrunde zwischen der Ukraine, den USA und Russland auszurichten - Ukraine-Nachrichten

Der türkische Präsident versicherte, dass sein Land bereit sei, eine wichtige Rolle bei der Herbeiführung des Friedens für die Ukraine zu spielen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan erklärte, sein Land sei bereit, die nächste Runde der Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine, den USA und Russland auszurichten.

Der ukrainische Präsident Selenskyj hat den türkischen Staatschef Erdoğan getroffen. Laut Selenskyj ging es um eine Sicherheitskooperation. Auch die Energieinfrastruktur soll Thema gewesen sein - wobei beide Seiten verschiedene Aspekte betonten.#Türkei #Ukraine #Selenskyj #Erdogan
Selenskyj zu Treffen mit Erdoğan: Ukraine und Türkei bauen Sicherheitskooperation aus
Selenskyj zu Treffen mit Erdoğan: Ukraine und Türkei bauen Sicherheitskooperation aus

Der ukrainische Präsident Selenskyj hat den türkischen Staatschef Erdoğan getroffen. Laut Selenskyj ging es um eine Sicherheitskooperation. Auch die Energieinfrastruktur soll Thema gewesen sein - wobei beide Seiten verschiedene Aspekte betonten.

tagesschau.de

Selenskyj zu Treffen mit Erdoğan: Ukraine und Türkei bauen Sicherheitskooperation aus

Der ukrainische Präsident Selenskyj hat den türkischen Staatschef Erdoğan getroffen. Laut Selenskyj ging es um eine Sicherheitskooperation. Auch die Energieinfrastruktur soll Thema gewesen sein - wobei beide Seiten verschiedene Aspekte betonten.

➡️ https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-tuerkei-treffen-100.html?at_medium=mastodon&at_campaign=tagesschau.de

#Türkei #Ukraine #Selenskyj #Erdogan

Selenskyj zu Treffen mit Erdoğan: Ukraine und Türkei bauen Sicherheitskooperation aus

Der ukrainische Präsident Selenskyj hat den türkischen Staatschef Erdoğan getroffen. Laut Selenskyj ging es um eine Sicherheitskooperation. Auch die Energieinfrastruktur soll Thema gewesen sein - wobei beide Seiten verschiedene Aspekte betonten.

tagesschau.de
Die Ukraine bietet im Nahen Osten Unterstützung gegen iranische Drohnenangriffe an. Zugleich rücken gemeinsame Gasprojekte mit der Türkei in den Fokus.#Ausland #WolodymyrSelenskyj #Ukraine #Türkei #RusslandsKrieggegendieUkraine #Russland
Ukraine-Türkei: Selenskyj und Erdogan beraten über Sicherheitskooperation
Gespräche in Istanbul: Selenskyj und Erdoğan sprechen über Sicherheit und Gasprojekte

Die Ukraine bietet im Nahen Osten Unterstützung gegen iranische Drohnenangriffe an. Zugleich rücken gemeinsame Gasprojekte mit der Türkei in den Fokus.

DER SPIEGEL