…So wurde es schließlich aus dem #Plushieverse verordnet… ☝️

➡️ https://blahaj.social/@hajnrich/116431569062832467

#Spaziergang #SchöneDinge #SelfCare

Ich blogge hoffentlich ausreichend selten übers Bloggen, aber jetzt kommen zwei Sachen zusammen. Einmal: vor einiger Zeit rauschte der Wayback Linkfixer an mir vorbei. Tool/Plugin von Archive.org, voller Name „Internet Archive Wayback Machine Link Fixer“ überprüft regelmäßig, ob externe Links im eigenen Blog noch rennen und falls nicht, ersetzt es sie durch einen Archivlink zur Wayback-Machine. Es erinnerte mich an einen Blogbeitrag, den ich nun natürlich nicht mehr wiederfinde. Dort wurde ein mich sehr beeindruckendes Konzept vorgestellt, wie man das eigene Blog aktuell hält, es für die Eigenrecherche persönlicher Netzvergangenheit nachhaltig nutzbar macht etc. etc., mit über das „tote Links automatisch via archive.org ersetzen“ hinausgehende Maßnahmen. Die Linkfixerei wurde mir indessen nun auf dem Silbertablett serviert, also, rein mit dem Plugin. Und wenn wer weiß, welcher Blogpost gemeint sein könnte: bitte gern Bescheid! Mit Dank an Frank: ja genau! Wie Websites lernen, himmel.

Effekt? es geht die nächsten Tage alle Einträge mehrmals durch, prüft alle externen Links auf Erreichbarkeit, und beim dritten „Link tut nicht“ (ist einstellbar) tauscht es den Direktlink gegen einen Archivlink, wenn vorhanden. Weiter archivierts alles gefundene, wenn vorhanden und Archivierung erlaubt.

Nach ein paar Tagen ist das vorerst abgeschlossen, und man kann sich die Ergebnisse angucken. Unerwarteter Nebeneffekt: ich hab eben ein paar Uralt-Beiträge von längst eingestampften Blogs der Nullerjahre wieder gelesen und verdrückte eine kleine sentimentale Träne im Knopfloch. Weiter: zweistellig kaputte Links auf dem eigenen, nun doch über schon zwanzig Jahre alten Blog scheint mir ein erfreulicher Schnitt.

Nun aber die Hakeligkeiten:

Ich stoße auf durchaus nennenswert viele Links, die nun per archive-URL aufgerufen werden, aber live bestens funktionieren. Schreibe ich sie wieder auf live um, geht der Testprozess wieder los, und nach dreimal „nee, gibts nicht“, ists wieder ein Archivlink.

Ich hatte ein paar Theorien – einmal http und https, ersteres wird vom Plugin nicht per default prophylaktisch auf zweiteres geprüft. Weiter, dass die zwangsarchivierten/erreichbaren Seiten halt ggf. ein noarchive in der meta robots stehen haben?, was meine konfuse Hypothese beim zwangsarchivierten archiveofourown-Link war, aber eben bei AO3 geguckt, natürlich nichts dergleichen, nichts in den x-headern (wobei, ein clacks overhead GNU Terry Pratchett, ilike!), und wie erwartet ist die Seite auch ausführlich archiviert. Woran liegts, was tun? Crawlbot-Aussperrung bei Archivbot-Genehmigung? klingt auch wild, ich weiß es nicht, der Nutzen überwiegt trotzdem, und ich ahne auch Plugin-Updates. Nichtsdestotrotz, hier wie im Folgenden: wer mehr weiß, ich lerne gerne. […]

https://www.korrupt.biz/53383/blogzeug-wayback-linkfixer-cool-aber-ueberarchivierend-und-ein-diss-an-yoast/

Ich glaube Ja, sehr viele Gestalten aus dem #Internet haben ein ganz grosses Problem mit der #Selbstorganisation.

Die Dinge müssen schon in der richtigen #Reihenfolge getan werden.

Also erst Keller, dann Wände, dann Dach zB., wenn man ein #Haus bauen will.

Oder erst aufstehen, dann arbeiten und dann #Feierabend machen und sich dann um die #schöneDinge kümmern ...

https://youtu.be/Uz-htW9DTus

Team Scheisse – "FA" | ZDF Magazin Royale

Enjoy the videos and music you love, upload original content, and share it all with friends, family, and the world on YouTube.

YouTube

A first: zweieinhalb Stunden Verspätung bei der Bahn, und weil dann kein Zug mehr fuhr, kriegte ich einen Taxigutschein von Essen nach Wuppertal. Einmal mehr: ich habe einen Heidenrespekt vor allen Leuten, die dort was am Laufen halten, was seit über 20 Jahren politisch gewollt kaputtgespart wurde.

Ich hab das vage Gefühl, mich für den 40C3 in der Wiki-Area als Freiwilliger gemeldet zu haben, aber fühlt sich nicht schlecht an. Weiter habe ich leider ein paar Leute verpasst, denen ich gern über den Weg gelaufen wäre, war einmal mehr geflasht von einer unglaublich angenehmen und anregenden Community und ansonsten normal übermüdet, unterzuckert und überkoffeiniert.

Medtech, gematik, ePA und Konsorten. Ich nutzte Verspätung und ICE-Wlan, um ein paar verpasste Talks im Bereich Medizintechnik, Digitalisierung, ePA, KIM etc. nachzugucken. Das war einmal die KIM-Analyse von Christoph und natürlich die neuerliche ePA-Zerlegung von Bianca. Beide Talks wurden recht breit rezipiert und meiner Ansicht nach medial auch ziemlich gut eingeordnet.

Dszu einige persönliche Anmerkungen.

Usability, Hektik und Pragmatismus

Regelmäßig wird eingeordnet, dass bei allen Problemen der gematik-Plattformen alte Lösungen (Fax!) noch bei weitem unsicherer sind. Stand jetzt würde ich aber auf dem Hügel sterben, dass sie nicht wegen gefühlt höherer Sicherheit verwendet werden, sondern weil sie praktischer und zuverlässiger sind. Faxen geht immer. Für KIM etc. muss man Karten in ein (freies) Terminal stecken, Kram machen, hoffen, dass die Infrastruktur funktioniert, abwarten, Erfolg prüfen. Fax legste auf die Scheibe, drückst Kurzwahl und rennst zum nächsten Patienten. Das ist der Usecase und die Usability, die man vor Ort braucht.

Um das wiederum einzuordnen: Letztens bloggte ich über die Usability meiner AOK-ePA-App. Bzw. ihr Nichtvorhandensein. Wenn Bianca jetzt sagt, die gematik-infrastruktur bestehe aus einer Unzahl einzelner Module, dann nicke ich heftig. Wenn sie dann von immerhin 96% Verfügbarkeit zwischen Apr-Jul 2025 spricht, nicke ich weiter, und wenn sie das zu „über zwei Wochen Ausfall pro Jahr“ hochrechnet, ebenso. Wer das mal nachempfinden will: Ich schubste mal ti-monitoring.de auf Arbeit in unsere News und installierte mir die Notifications in dem Zug auch selber. Seit September kriege ich jedes ausfallende Modul der TI auf mein Handy gemeldet und ich sag mal so: Cloudflare ist ein Scheiß dagegen.

Nochmal: Usability, Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit sind die chronisch unterbelichteten Aspekte an der ganzen Kiste.

Ich bin überzeugtes Mitglied im Team Zynismus und japanische Pornografie, aber selbst ich kann mir vorstellen, dass sich die gematik irgendwann ein widerwillig-anerkennendes „sieht langsam ok aus“ nach einem Congresstalk abholen kann. Ich tu mich massiv schwerer mit der utopischen Vision, dass Beschäftigte in Arztpraxen und Apotheken froh an die Kiste sitzen, ihren eHBA scharfschalten und sich über die einfach und reibungslos funktionierende IT freuen, die ihnen Arbeit abnimmt und Zeit spart. I WANT TO BELIEVE, alleine, nun ja.

[…]

https://www.korrupt.biz/34999/39c3-nachtraege-v-a-zu-kim-epa-gematik-von-zuhause/

Angekommen und zum Warmwerden in einen Talk zum Widerstand gegen kenianische elektronische ID-Pläne reingehorcht (Aufzeichnung). Ich hab da gar keine Hintergründe, was postkoloniale Verwaltungsstrukturen in Kenia angeht, aber den Horizont hats erweitert. Wir reden viel über Europa, meinetwegen noch die USA und als großes Vorbild über die Dystopie China, was digitale Erfassungs- und Verwertungssysteme von Bürgerdaten angeht. Was und wie da in anderen Staaten mit fragileren oder riskanteren Hintergründen agiert wird (und dass auch da erfolgreich Zivilgesellschaft schlimmes Zeug verhindert) – ich ziehe meinen Hut und fühle mich klüger.

Darknavy. Drei chinesische Kids hacken kommerzielle humanoide Roboter. (Aufzeichnung) Im Sinne von „wir rooten die und bringen sie dazu, genau das zu machen, was wir wollen, z.B. Leuten in die Fresse schlagen“. Ich denke ein wenig an die Probleme im Automotive-Bereich und ahne, hier sind einfach nochmal deutlich mehr Schnittstellen und Angriffsvektoren. Und überhaupt, Auf die Frage, dass da ja 50.000 dieser Roboter draußen im Einsatz wären und sie sie prinzipiell übers Netz hätten übernehmen können: Naja, so einfach wäre das nicht gewesen, man muss die Seriennummer der jeweiligen Roboter kennen, und da hätten sie halt nicht damit rumgespielt. Klar, Möglichkeiten gabs, aber taten sie halt nicht. Ich weiß nicht, so das „jetzt, wo ihr fragt, ja, man hätte sich da eine 50K-Roboterarmee zusammenhacken können, aber wir hatten anderes zu tun“ ist so ein Punkt auf der Bingokarte, bei dem ich lieber flugs ein „wie fickend cool sind die?“ kommentiere, als mir länger und tiefergenend Gedanken zu machen. Hihi, Publikumsfrage „Did you try cars?“ Nein, das sei schwieriger.

[…]

https://www.korrupt.biz/34317/39c3-tag-2/

A first, ich kam an und war fertig. Normal schlage ich auf dem Congress auf und hab das „Endlich normale Leute“-Gefühl, dieses Jahr nada, ich fühlte mich einfach nur kaputt und denke, die letzten Wochen waren einfach zu viel. Ich schreibe das gegen 21.30 und es wurde besser. Mal sehen.

Ich wollte eigentich direkt in den KIM-Talk, (Aufzeichnung) die Bahnpünktlichkeit hätts hergegeben, aber ging nicht weil siehe oben. Ich nahm mir vor, einfach mal das Koffein- und Fußlahmheitslevel auf Kongressniveau zu bringen und zu schauen, ob das ausreichend zur Eingewöhnung wirkt. Tatsächlich ergab sich dann zwischenrein eine angenehme Unterhaltung am Wikipediastand, gemeinsames Rätselraten mit weiteren Bystandern an der Telnet-Base und schließlich ging ich noch FTPs gucken, für Tag eins waren die gar nicht schlecht.

Saal 1 war den halben Tag über immer voll. Ich hatte auch erst einfach nicht den Nerv, mich in eine Schlange zu stellen und stellte dann an der Homebase (Chaos West/Bochumer Tisch) fest, dass ich keine Kopfhörer fürs Streaming dabei hatte. Nach weiteren Rundwanderungen zum sich alles mal angucken und erfolglosem Kopfhörercheck beim Späti-Hardwareshop stieß ich auf einen Hardwaretauschtisch, auf dem unter anderem ein recht fetter Kopfhörer rumlag. Eingepackt, testweise angeschlossen, rennt. Kleine, feine Dinge, die passieren.

Abgeholt hat mich dann noch der „Wir hacken Waschmaschinen“-Talk. Großartig.

Bei Miele die Steuercodes über eine Timing-Attacke an einem undokumentierten Debug-Port ausgelesen und anschließend den Chip ausgelesen. Bei B/S/H (Siemens, Bosch etc.) das Busprotokoll reverse engineered und bei beiden dann Scheibrechte in den Programmen/Steuerungsroutinen und Home Automation angebunden. Sahnehäubchen: Auf der gemeinsamen Anreise zum Congress haben sie noch ein Kompatibilitätslayer über die Miele-Steuercodes gelegt, um die Miele-Maschine mit der Siemens-App ansteuern zu können. Ich liebe alles daran. (Aufzeichnung) […]

https://www.korrupt.biz/34134/39c3-tag-1-ki-statt-kim/

Folgendes wird ein Erklärbär über häufige Missverständnisse und Konfliktthemen der (insbesondere deutschen) Wikipedia zum gelegentlichen Linkwerfen, um mal einmal ordentlich und nicht immer wieder schnell zwischenrein Kram zu erklären. Quicklinks:

– Relevanzkriterien, warum, wie und überhaupt

– Die andere und bessere Englische Wikipedia

– Alte weiße Männer

– Typische Löschdiskussionen

– Von mir als solche empfundene Probleme

– Optimistische Schlussschlenker

„Erklären“ bedarf der Vorwarnung. Ich bin

– ein alter, weißer Mann (meh),

– mit ein paar tausend Edits in der deWiki und

– nochmal soviel in diversen anderen Wikiprojekten.

Das macht mich zu einem kleinen mittleren Licht. Ich schreibe und überarbeite vor allem Artikel (im Gegensatz zu Leuten, die eher wartend/verbessernd/aufräumend unterwegs sind). Ich hab ein kleines Faible für die Löschdiskussion und begann die vor ein paar Jahren recht konstant zu verfolgen, um ggf. Artikel retten zu können. Das tu ich dann auch in einer leider recht kleinen (inzwischen mittel zweistelligen) Zahl von Fällen. Eher vor kurzem begann ich, mich auch an Adminwahlen zu beteiligen, weil man dann doch irgendwann eine Portion Namen kennt und weiß, wie sie unterwegs sind. Und an sich ist das ja bei mir wie auch eigentlich allen weitgehend öffentlich einsehbar. Selbiges offengelegt, zu einigen subjektiven Betrachtungen.

Enzyklopädische Relevanz und ihre Kriterien

Ich halte mich selber für einen Inklusionisten, wenn man mich fragt: Ich will Artikel und Inhalte im Zweifel lieber behalten. Das gern gebrachte „Plattenplatz reicht“-Argument würde aber auch ich vehement ablehnen. Relevanzkriterien sind keine Beurteilung von wem oder was auch immer, sie sind auch keine Regelhuberei oder Selbstzweck, sie sind ein (notwendiges!) Mittel für insbesondere zwei Zwecke:

– Sicherstellung zuverlässiger Quellen und

– Streitvermeidung.

Grundprinzip der Wiki ist: Bekanntes wird abgebildet. Bekannt ist, was in zuverlässigen Sekundärquellen steht. Wenn ich auf der korrupt.biz schreibe, dass ich ein geiler Typ bin, charmante Konversation betreibe und angenehm rieche, kann ich in der Wiki keinen Personenartikel über mich schreiben und das damit belegen. Wenns der Spiegel schreibt, ists was anderes, es würde trotzdem gelöscht (ich komm drauf zurück). Wenn der Spiegel fünf Jahre lang in seinem Silvesterrückblick schreibt, dass Ruppsel einmal mehr der charmantest konversierende, wohlduftendste Typ des Jahres war, dann kommen wir langsam ins Geschäft. Dann schreib das nicht nur ich über mich, dann ists auch keine Eintagsfliege, kein „jemand macht halt seinen Job und wird mal erwähnt“, dann wirds zeitüberdauernd bemerkenswert und ist unabhängig belegbar.

Und jetzt kommen wir zu den schlimmen Relevanzkriterien. Irgendwo zwischen „Spiegel führt Ruppsel als wohlduftenden geilen Typ“ und „kürt ihn fünfmal in Folge zum wohlduftendsten geilen Typ des Jahres“ muss man den Strich ziehen. Und ja, man *muss*, denn sonst führt man die Debatte in jedem einzelnen neuen Fall wieder neu und muss dazu noch begründen, warum mal so und mal so entschieden wurde. Am einen Ende gibts schlicht zu wenig belegte Information für einen sinnvollen Artikel. Am anderen Ende sind wir safe. Die Grauzone dazwischen muss irgendwie in das Schwarzweiß von bleibt/muss weg.

So kams zur Entwicklung der Relevanzkriterien und ich bin unendlich dankbar, dass das vor meiner aktiven Zeit geschah. Deswegen sind die RK auch extrem ausdifferenziert und unterscheiden sich zwischen verschiedenen Themenfeldern, Personengruppen, Berufen, Organisationen etc.pp. massiv. Meinetwegen im Sport sind Kriterien vergleichsweise einfach abzugrenzen (ab welcher Liga? Wettbewerben welcher Ebene, ab welchen Plätzen?) und Artikelgegenstände ironischerweise auch meist hervorragend dokumentiert. Natürlich entstehen so Ungleichgewichte und lassen sich beliebig absurde Relevanzvergleiche mit gelinde gesagt eigenartigen bleibt/muss weg-Folgen konstruieren. Was tun? Um mich selbst zu zitieren:

„Über wen nicht ausreichend öffentlich berichtet wird, kann nicht rein, weils keine unabhängigen Quellen gibt. Ich ahne, das ist einigermaßen unvermeidlich. Das „ausreichend“ wurde nach X Kategorien definiert und niemand traut sich mehr, das aufzudröseln, weil endlose Diskussion und kein Konsens. Daher im Übrigen auch laxere Regeln in manchen Bereichen mit viel Berichterstattung (zb. Sport, Porn-Sternchen etc.) und denen mit weniger (haha, Sozialwissenschaften).

Welche Regeln sollen es sein, die verhindern, dass jeder Linkedincoach sich seine Werbeseite baut und ermöglichen, dass „relevante“ Leute zuverlässig eingeschlossen sind? Wer will welche Sonderregelungen wie überzeugend durchsetzen? Das ist alles nicht neu, x-mal diskutiert und ich kann nicht mal sagen, was ich selbst gut fände.“

Bis zu diesem Problem kommt man in den einschlägigen Erregungen in der Regel nicht (und an der Stelle danke an die, die hier noch lesen). Tatsächlich könnten Relevanzkriterien sicherlich in vielen Bereichen verbessert, verfeinert, an veränderte Realitäten angeglichen werden, mit Fokus auf welche Unausgewogenheit auch immer, nur müsste das jemand ™ erarbeiten, definieren, in die Diskussion bringen und schlussendlich einen Konsens herstellen. Letzteres nicht alleine, sondern mit allen anderen zusammen, aber das machts nicht leichter. Im Gegenteil, und deswegen passierts selten bis sehr selten. Meinem Empfinden nach sind alle immer mehr oder weniger unglücklich mit der konkreten Ausgestaltung der RK, aber gleichzeitig verdammt froh darüber, dass wir sie haben, weil ohne sie fliegt einem schlicht alles um die Ohren.

Um hier mal einen sehr positiven Schlenker zu machen: ich wage die tapfere These, dass die eher träge RK-Kriterien-Weiterentwicklung auch damit zu tun hat, dass der Großteil der Leute halt eigentlich eine geile Enzyklopädie schreiben will und das auch lieber tut, als sich das x-te mal durch ermüdende und in der Regel wenig effektive Grundsatzdiskussionen zu quälen. Ist das gut, ist das schlecht? Im Kontext der „$wichtiges-lemma wird gelöscht, aber $pornsternchen bleibt stehen!“-Debatten entstand irgendwann der Begriff „Pornikel“ für die einschlägigen Kurzartikel mit begründet bestreitbarem Mehrwert, alleine wegen der Begriffsschöpfung bin ich ein wenig versöhnt, aber das kann man natürlich auch anders sehen.

Die enWiki macht das viel entspannter!

Ich hab wenig in der englischen Wiki geschrieben, meine Wahrnehmung ist (bei schmaler Erfahrungsbasis) eine andere. Die RK werden mehr oder weniger verschieden zur deWiki sein, es müssen aber dieselben Fragen geklärt und dieselben Probleme gelöst werden als in der deWiki, und es entstehen dieselben Konflikte. Ich hab mich nebenan bislang an einer LD beteiligt (RadioTux, blieb) und kann vergleichend sagen, dass in der deWiki ohne neue Löschgründe keine neue Löschdiskussion möglich gewesen wäre wie hier geschehen („2nd Nomination“). Eine erkennbare Struktur (Diskussionsdauer, Entscheidung) sehe ich dort auch nicht, aus der Hüfte würde ich sagen, hier ist die deWiki klarer, freundlicher(!) und verlässlicher. […]

https://www.korrupt.biz/32755/wikipedia-betrachtungen-eines-kleinen-autorenlichts/

Es mag gute Gründe geben, Pornhub mit einer gewissen Skepsis zu betrachten, ja, sie gar streng zu kritisieren, alleine, der Year in Review 2025 triggert mich zu einer umfassenden Lobpreisung, nachdem ich die These „Pornhub macht alles richtig“ über die Jahre nur in diversen Vorträgen und nur bezogen aufs Onlinemarketing vertreten habe. Da machen sie auch alles richtig, aber eben nicht nur dort. Außerdem retteten sie mir den Tag auf einer ansonsten entsetzlichen Dmexco vor X Jahren, aber ich schweife ab.

Das Year in Review von Pornhub ist der einzige Jahresrecap, auf den ich mich regelmäßig freue und den ich mit Interesse lese. Ich meine, sie fingen 2016 damit an, jedenfalls finde ich Folien von mir, die die These stützen…

…und noch weiter vorher gabs bereits Pornmd.com, eine „Liveanalyse“ des Suchtraffics auf dem diversen Pornhub-Network-Seiten. Grade stelle ich fest, das wurde wohl verkauft – bis Ende 2023 Pornhub-Network, seitdem eine niederländische Porn-Suchmaschine mit vielen, aber nun, anderen Quellen, und sieht mir alles sehr bezahlt aus. Whatever.

Disclaimer vorweg: ich bin nicht naiv, und ihr solltet es auch nicht sein. Was wir hier sehen/lesen, ist natürlich eine hochbereinigte und weißgewaschene Außendarstellung. Nicht im Sinne von „wir malen uns unsere Statistiken spannend“, sondern im Sinne von „Die Abgründe filtern wir weg“. Ich hab schon die eine oder andere Pornsuchmaschine von hinten gesehen und wenn man die Suchanfragen sieht, bevor die ganzen „preteen“ und „rape“-Anfragen (und schlimmeres) rausgefiltert sind, verliert man den Glauben an die Menschheit. That said.

Seit Jahren macht Pornhub im „Year in Review“ eine umfassende Traffic- und Suchanfragen-Analyse global und nach Ländern runtergebrochen, in wachsendem Maß angereichert mit netten Detailbeobachtungen und inzwischen auch längerfristigen Trends, es gibt inzwischen ja eine umfassende Recap-History. Dazu zwischenrein immer mal wieder anlassbezogene Infosnippets (Wie stark bricht der Traffic bei Sonnenfinsternis ein? Wie stark steigt er nach einer Apple-Keynote?), oder, ich sag mal, diskutable Ableitungen zu diversen Nationalcharaktern.

Dass das populärste Genre in Deutschland 2024 „Anal“ war und 2025 „German“, nun, ich bin sicher, es sagt was aus. Aber werden wir strukturiert. Ich sehe in den „Years in review““ drei größere Aspekte, die mich beschäftigen:

1. grundsätzliche Netznutzung (v.a. interessant)

2. erstaunliche Verschiedenheiten (v.a. amüsant) und

3. eine positive Normalisierung von Sexualität und Vielfalt (v.a. erfreulich).

Grundsätzliche Netznutzung

„Mobile first“ ist Basiswissen, allein, selbst im Pornbereich knappe 90% mobile ist eine Ansage, die einem nochmal auf andere Weise deutlich macht, wie wenig das tägliche (Publisher-) Arbeiten am Desktop mit dem mobilen Konsum der Nutzer zu tun hat. Spannend indessen: ich meine, zum ersten mal seit langem wieder sinkender Mobile-Anteil (-3%, Tablet und Desktop legten zu). Deutschland mit 18%(!) höchster Desktopanteil überhaupt. Und yeah!, 6,3% Linux auf dem Desktop, i like. Außerdem, i kid you not: 1% für VR (Meta Quest). Das ist ein beachtlicher Erfolg, bedenkt man die schlappen hundert Milliarden, die Zuck dafür verbrannte. Die Witze schreiben sich von selber. (zwei Absätze mehr zum erbärmlichen Zustand der Porn-VR nebenan). […]

https://www.korrupt.biz/29907/pornhub-macht-alles-richtig-year-in-review-2025/

Vor fast neuneinhalb Jahren schrieb ich einen Bosch-Fanboyartikel, in dem ich einerseits feines Gerät lobte, die Beschaffung von Ersatzteilen bei Bosch hingegen als einen eher mühseligen Prozess mit einiger Luft nach oben beschrieb. Konkret: Auffindbarkeit meh, Usability meh, Angebot und generelle Reparierbarkeit per se aber hervorragend. Zusammengefasst: viel Licht unter großen Scheffeln und ein im- wie auch explitzites „Warum?“

Und vorneweg: heute ist das alles ein Träumchen, ich bin begeistert.

Damals passierte erst mal wenig. Ich erinner mich (es waren datenschutztechnisch entspanntere Zeiten) dass ich Traffic von Bosch-IPs auf dem Blog hatte, jemand nahms zumindest zur Kenntnis. Auf der Heimwerken-Facebookseite biederte ich mich gelegentlich an, sie sollten doch einen Erotic-Males-mit-Boschwerkzeug-Kalender machen und ich würde auch gern die Beispielbilder liefern, aber niemand sprang drauf an. Die Bosch-Geräte liefen indessen solide und auch wenn ich heute die kleinen 12V-Akkuteile in der GPA gelegentlich sehr praktisch finde, es geht doch nichts über eine schöne, kabelgebundene Bosch Blau-Handkreissäge, freihand ein paar Schnitte machen, sich von berufenen Leuten einen Grobmotoriker mit immerhin ruhiger Hand schimpfen lassen und … ich schweife ab.

Jedenfalls, am Bosch Blau-Bandschleifer war irgendwann der vordere Handgriff fratze. Nur wegen nem Handgriff was ordern war albern, weswegen ich den Bosch Grün-Schleifer aus der „defekt“-Kiste holte und beschloss, trotz eines wahrhaft langen und arbeitsreichen Lebens habe er noch ne Chance verdient.

tl:dr: das macht man heute auf boschtoolservice.com und was soll ich sagen, ich finde immer noch alle Ersatzteile für meinen Bosch Grün PBS 75 A. Und ich kann das gar nicht hoch genug hängen: konkret für genau meinen, das ist nämlich der älteste der Serie, am Ende einer Liste von immerhin 55 Iterationen und Ländervarianten. Ich müsste ihn Anfang Zehnerjahre (mit Venturekapital von Rocket Internet, haha!) gekauft haben und FSM weiß, er hat seinen Teil geleistet seitdem. Grüne Serie und nach wahrscheinlich eher 15 als weniger Jahren noch komplett reparierbar, ich wertschätze erheblichst.

Kurz nur das Doing: ich klickte mir die benötigten Teile zusammen, wurde auf aktuelle Verzögerungen wegen Vorweihnachtszeit hingewiesen (ich ahne Inventur), kriegte wie angesagt mein Päckchen und hab nun wieder zwei laufende Bandschleifer in der Utopiawerkstadt (a propos: spenden?).

Aber zum interessanten: Manöverkritik. Alles kein Vergleich zu damals. Komplett andere Liga. Man landet (nicht unmittelbar, ich komm dazu) beim Ersatzteilservice und findet eigentlich mit allen seinerzeit monierten Suchoptionen, was man braucht: Modellbezeichnung, Typnummer, Ersatzteilnummer. Klickbare Explosionszeichnungen. Bauteillisten drunter. Man schmeißt alles in den Warenkorb, zahlt und kriegt Material. Usability onpage wunderbar. […]

https://www.korrupt.biz/29594/bosch-ersatzteilbeschaffungen-9-jahre-spaeter-recap-und-googlebashing/

🚂 Bahntickets nach Dresden: 160€
🛌 Hotel in DD (Adventszeit): 😳 ohne Worte
🥰 Zum Supermarkt gehen, Tee trinken, Kindheitsessen kochen mit Papa: priceless ❤️
#schöneDinge #dankbar