Marinette Pichon – „Kämpferin. Fußballerin. Legende.“ (2023)

Ein grandioser Film über eine große Frau! Es gibt selbst im Fußball Geschichten, die sich nicht mit Tabellen, Toren oder Trophäen erzählen lassen. Virginie Verrier erzählt so eine Geschichte. Kein Märchen vom Aufstieg aus der Provinz zum Weltstar, sondern ein widerspenstiger Lebenslauf einer Frau, gezeichnet von Gewalt, Ausgrenzung, und ihrer kategorischen Weigerung, sich davon kleinhalten zu lassen. Selbst wenn ihnen Sportfilme sonst ein Graus sind, diesen einen sollten Sie sehen! (ZDF, Wh.)

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Wim Wenders – „Perfect Days“ (2023)

Ein Film über Toiletten in Japan, dessen Vorgeschichte schon so unwahrscheinlich, war, dass er von keinem anderen Regisseur der Welt hätte gemacht werden können, als Wim Wenders. Dem Deutschen. Aus einem Werbefilm über ein Kunstprojekt wurde eine Geschichte über einen Ort. Und aus der Geschichte über einen Ort wurde ein Film über einen Mann und das Leben. (ARD, Wh.)

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Bill Forsyth – „Local Hero“ (1983)

Ein Film aus einer anderen Zeit. Ein Märchen. Über einen Oligarchen, dem es noch genügt hat, die Sterne nur zu beobachten – statt Raketen zum Mars zu schicken. In Schottland. Vielleicht der schönste Film, den Sie dieses Jahr gesehen haben werden. Mit Sicherheit ein lebenslänglicher Lieblingsfilm. (ARD, Wh.)

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David Lynch – „The Straight Story“ (1999)

Eigentlich ist es unmöglich, über einen Film von David Lynch zu schreiben, ohne dabei nicht auch tief in die eigene Seele zu schauen. Hier ist es nicht anders. Und doch ist es ein Film, mit dem der große Surrealist des amerikanischen Kinos uns alle überrascht hat, weil er kaum wiederzuerkennen war. (3sat, Wh)

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Anna Roller – „Dead Girls Dancing“ (2023)

Manchmal stoße ich in der Mediathek auf einen Film, den ich zuerst gar nicht anklicken wollte. Das Cover zu jung, der Titel zu artifiziell, der Plot zu weit weg vom eigenen Leben. „Dead Girls Dancing“ war so ein Fall für mich. Und ich bin sehr froh, dass ich meine Vorurteile für 89 Minuten ausgeschaltet habe. Mit Katharina Stark, Sara Giannelli und Luna Jordan. (ARD, Wh.)

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Cem Kaya – „Aşk, Mark ve Ölüm – Liebe, D-Mark und Tod“ (2022)

Mit „Liebe, D-Mark und Tod“ hat Cem Kaya eine Dokumentation über türkische Musik in Deutschland gedreht. Im Interview erzählt er, warum sie – trotz goldener Schallplatten – in der BRD kaum Beachtung fand. (Phoenix, Wh.)

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Joel Coen, Ethan Coen – „The Big Lebowski“ (1998)

Ein Film, der versehentlich aus einem Paralleluniversum in die Kinos gefallen ist. Zu schräg für den Mainstream, zu bekifft für klassische Krimikonventionen und viel zu liebevoll gegenüber all den kaputten Männern darin, um noch als Satire durchzugehen. Die Coen-Brüder haben ihren eigenen amerikanischen Kosmos aus Verlierer:innen, Hochstapler:innen und Menschen, die einfach nur irgendwie durch den nächsten Tag kommen wollen, um einen Protagonisten erweitert, der heute noch wahrscheinlich mehr Anhänger hat, als der amtierende Präsident der USA. (Oder irgendeiner seiner Vorgänger.) Mit Jeff Bridges, John Goodman, Steve Buscemi, Julianne Moore. (ARTE, Wh.)

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Percy Adlon – „Out of Rosenheim“ (1987)

Für mich einer der schönsten „deutschen Filme“ aller Zeiten. Auch deshalb, weil er in der kalifornischen Wüste spielt. Schon seit „Paris, Texas“ wusste ich: Da muss ich selbst einmal hin. Nach „Bagdad Café“ wusste ich, dass ich mich dort verlieben würde. Wenders wusste über seine Bilder zu faszinieren. Adlon dagegen, wusste zuerst auf die Menschen zu schauen. Ein Gleichnis über Exil, Freundschaft, Frauen und Identität. (ARD, Wh)

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Dela Dabulamanzi – „The Woddafucka Thing“ (2022)

Ein Film, der den Widerstand schon im Titel trägt: „The Woddafucka Thing“ klingt wie eine Beleidigung, eine Geste, oder ein fettes Lachen ins Gesicht der deutschen Fernsehwirklichkeit. Gianluca Vallero hat 2022 eine Krimikomödie gedreht, die sich weigert, Krimi zu sein, und die Komödie gleich mit in die Luft jagt. Ein Film wie ein Schlagloch in der immer gleichen Asphaltstraße namens „deutsche Krimi-Landschaft“. (ARD, TV-Premiere)

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Nina Menkes – „Brainwashed: Sexismus im Kino “ (2022)

Ein Film, der den männlichen Blick nicht nur entschlüsseln will, sondern zertrümmern. Eigentlich gehören diese 100 Minuten in die Grundausbildung, nicht nur für halbklug daherschwätzende Filmjunkies wie mich, sondern für alle, die mit dem Medium Film – und darüber weit hinaus mit allem, was mit einer Kamera jeglicher Art aufgenommen wird – zu tun haben. Das bezieht ausdrücklich uns als Zuschauer:innen mit ein. – Sie müssen das nicht mögen. Aber ansehen! (ARTE, Wh.)

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