Kultur aktuell · Umstrittene Auszeichnung: Leo-Baeck-Preis für Dieter Nuhr · Podcast in ARD Sounds
https://www.ardsounds.de/episode/urn%3Aard%3Asection%3A5df4fa04bd35d0ad/

Podcast: Umstrittene Auszeichnung: Leo-Baeck-Preis für Dieter Nuhr
Angela Merkel, Christian Wulff oder Cem Özdemir - sie alle wurden in der Vergangenheit schon mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden geehrt. Die Auszeichnung des Kabarettisten Dieter Nuhr sorgt nun aber für Diskussionen. „Wirklich nachvollziehen kann ich das nicht“ sagt auch Tom Uhlig, Professor für Demokratieförderung an der Hochschule RheinMain und einer der Autoren von "Antisemitismus definieren. Anleitung zur Abgrenzung". Der Zentralrat begründet seine Entscheidung unter anderem damit, dass Nuhr konsequent „Doppelstandards in der deutschen Debatte um Israel“ offenlege. Währenddessen kritisieren andere Stimmen die mehrfache Einladung der, wegen Antisemitismusvorwürfen umstrittenen, Kabarettisten Lisa Eckhart in Nuhrs Sendung „Nuhr im Ersten“ sowie den Umstand, dass Nuhr in der Vergangenheit Shitstorms als „humane Variante des Pogroms“ bezeichnet hatte. Trotz der Debatte um die Auszeichnung glaubt Uhlig nicht, dass der Zentralrat mit der Auszeichnung ein Zeichen für Spaltung sendet. Vielmehr werde demonstriert, „dass es recht einsam geworden ist und dass man sich bei der Kritik von Antisemitismus ehrlich machen muss und eben ihn auch dort kritisieren muss, wo es einem [selbst] auch weh tut, also in den eigenen Milieuszenen, politischen Zusammenhängen.“ Mit dem Leo-Baeck-Preis zeichnet der Zentralrat der Juden seit 1957 Persönlichkeiten aus, die in besonderem Maße für die jüdische Gemeinschaft eingetreten sind. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung Nuhrs findet am 10. Juni in Berlin statt.




