„Online-Kakerlaken“ jetzt auf der Straße

Was als Internet Protest der Jugend Indiens begann, hat nun die Straße der Hauptstadt New Delhi erreicht

„Ja, ja die jungen Menschen. Erst einmal abwarten, ob es bei ihnen zu mehr reicht, als nur im Internet rum zu klicken.“ So oder ähnlich waren die O-Töne von älteren, wie erfahrenen Indien-Beobachtern, als der 30-jährige Abhijeet Dipke vor drei Wochen die Cockroach Janta Party (Kakerlaken-Partei) gründete, nachdem der indische Verfassungsrichter Surya Kant junge, arbeitslose als Parasiten und Kakerlaken beschimpft hatte.

Zuerst gab es eine Kampfansage von Dipke, in Form einer Klage beim Obersten Gericht in Delhi, gegen die Sperrung des X-accounts der Kakerlaken-Partei mit seinen 22 Millionen Followers. 

Dann legte Abhijeet Dipke nach und rief für Samstag den 6. Juni zu einer Demonstration in Delhi auf, um dort noch einmal den Rücktritt von Bildungsminister Dharmendra Pradhan zu fordern: Seit Jahren werden in Indien die Prüfungsfragen bei Examen oder Aufnahmen für Fachhochschulen geleakt. Auslöser war der sogenannte Neet-Skandal, für den Minister Pradhan verantwortlich gemacht wird. Bei den Prüfungen für staatliche Medizin-Fachschulen (Neet), in dem diesmal 2,2 Millionen Bewerber um 130 000 Plätze konkurrierten, hatte es wieder einmal Auffälligkeiten gegeben, die klar darauf hindeuteten, dass viele Bewerber die Testfragen vorher bekannt gewesen waren. Der Test wurde am 12. Mai annulliert, etliche Teilnehmende verübten Selbstmord, da sie viel Geld und Zeit in die Prüfung gesteckt hatten. Für junge Menschen aus ärmeren Familien ist Neet oft die einzige Chance ihres Lebens, Arzt zu werden. Weder der Bildungsminister, noch ein anderer hoher Verantwortlicher musste Konsequenzen aus dem Versagen ziehen .

Einreise nicht verweigert

Am Samstagmorgen landete Dipke am internationalen Flughafen in Delhi – er hat Indien eigentlich verlassen und studiert an der Boston University in den USA und ist Experte für politische Kommunikation. Die erste Überraschung war, dass die indische Regierung Dipke nicht die Einreise verweigerte – dafür ist die internationale Aufmerksamkeit um ihn aktuell wohl einfach zu groß. Dann fuhr Dipke sofort zum Janta Matar Platz, wo sich etwa 1500 meist junge Anhänger versammelt hatten. 1500 von 22 Millionen X-Followers. Hatten die Kritiker also Recht? Ja, wenn die gutartigen Indienkenner damit gemeint sind, denn sie hatten natürlich keine Millionen erwartet, so wie der Journalist Vivek Sharma. In einem Artikel in der letzten Woche im The Wire hatte er erst einmal Verständnis für die jungen der Generation Z und schrieb: 

“Sie erreichten das Erwachsenenalter nach der Finanzkrise von 2008, inmitten zunehmender Ungleichheit, prekärer Beschäftigung, ökologischem Kollaps, der Übersättigung durch soziale Medien, aggressivem Hypernationalismus im Rahmen der Hindutva-Politik und schließlich dem psychologischen Bruch durch Covid-19.” In seiner Aufzählung vergaß Sharma sogar noch, dass sich die beiden Nachbarn und Atommächte Indien und Pakistan 2019 und 2025   Luftkämpfe mit Kampfflugzeugen lieferten: 2019 verhinderte vor allem die Besonnenheit von Pakistans damaligen Premierminister Imran Khan einen möglichen Atomkrieg, in dem er einen gefangengenommen indischen Piloten schnell frei ließ. Ja, Imran Khan sitzt immer noch im Gefängnis, vergessen von der Weltöffentlichkeit. Auch fehlte in Sharmas Aufzählung der Umstand, dass sich spätestens seit 2019 die Jugendarbeitslosigkeit jedes Jahr rasant verstärkt: Aktuell sind 40 Prozent der 15- bis 25-Jährigen arbeitslos.

Dafür vergaß Sharma nicht, wie er 20 Jahre früher als die Gen Z in Indien aufwuchs: “Selbst diejenigen von uns, die von linken Traditionen geprägt und dem Neoliberalismus zu Recht skeptisch gegenüberstanden, konnten erkennen, wie das Streben nach Wohlstand die Gesellschaft selbst umgestaltete. Wohlfahrtsprogramme wie das Mahatma Gandhi National Rural Employment Guarantee Act (MGNREGA) Mitte der 2000er-Jahre erweckten zudem den Eindruck, dass Indien trotz aller Ungleichheiten seine Armen und Ausgegrenzten nicht gänzlich im Stich lassen würde.”

Steigende Ausgaben für Wählerbestechung

Nicht dass die indische Regierung nicht an die Armen denkt, das tut sie. Seit Narendra Modi 2014 an die Macht gekommen ist, steigen bei jeder großen indischen Wahl die Ausgaben für Wählerbestechungen in Form von direkten Geldzahlungen an die Ärmsten. Obwohl die Verantwortlichen der indischen Staatsbank seit Jahren vor diesen sogenannten freebies warnen und auch die Verantwortlichen des staatlichen Thinktanks NITI Aayog, wurden bei den diesjährigen Wahlen in den Bundesstaaten Assam, West Bengalen, Kerala und Tamil Nadu Wahlgeschenke im Wert von umgerechnet 17 Milliarden US-Dollar verteilt.

Es braucht wohl nur einmal geraten zu werden, wer gerade im bevölkerungsreichen Norden von Indien die Wahlen gewinnt, wo die Armut immer noch am größten ist: Modis BJP, die mit einem Vermögen von umgerechnet 7 Milliarden US-Dollar reichste politische Partei Indiens. Die indische Kongress Partei, als zweit wohlhabendste Partei des Landes, kommt auf etwa 800 Millionen US-Dollar Die direkten Wahlgeschenke wie monatlich umgerechnet 20 US-Dollar auf das Konto jeder Frau werden dann auch in West Bengalen nach gewonnener Wahl natürlich aus Steuermitteln bezahlt. 

Ein Wahlversprechen gab die Modi BJP jedoch den 270.000 Straßenhändlern in Kolkata: „Meine ganze Familie hat die BJP gewählt. Am Tag nach dem Wahlsieg nahm ich, in safranfarbene Kleidung gehüllt, am Siegesprozession teil. BJP-Führer hatten uns versichert, dass kein Straßenhändler mehr Schutzgeld zahlen müsse, um am Bahnhof seinen Lebensunterhalt verdienen zu können“, sagte ein Straßenhändler gegenüber The Wire. Direkt nach ihrem Wahlsieg begann die BJP-Regierung damit 1000e Straßenhändler in Kolkata zu vertreiben und ihre Stände mit Baggern platt zu walzen. Nun wird erwartet, dass auch außerhalb der Bahnhöfe West Bengalens teure Fast-Food-Ketten zum Zug kommen werden, wie es schon in den Bahnhöfen der Fall ist. 

Naivitäten

In solch einer Atmosphäre sich ständig wiederholender Wählernaivität von jungen Menschen zu erwarten, über Nacht alles zu ändern ist eine genauso große Naivität. 

So realistisch zu den positiven Dingen die Abhijeet Dipke am Samstag trotz geringer Besucherzahlen erreicht hat: Die Studenten der Delhi Universität, der Jawaharlal Nehru Universität, and Jamia Millia Islamia unterstützten Dipke am Samstag. Seit Jahren werden sie von der Polizei und hindunationalen Schlägertrupps regelmässig brutal zusammen geschlagen . Trotzdem haben sie nicht aufgegeben und besitzen lange Erfahrung in Aktionen auf der Straße und in der politischen Arbeit.

Dazu hatte der bekannte Erfinder, Umweltschützer und Aktivist Sonam Wangchuk der Cockroach Janta Party seine Unterstützung zugesagt. Er hatte sogar mit einem Hungerstreik gedroht, sollte die Regierung Abhijeet Dipke festnehmen. Dabei saß Wangchuk selbst noch bis Mai im Gefängnis. In der Bergregion Ladakh war es im letzten Jahr zu Jugend Protesten gekommen. Die Polizei schoß in die Menge, so dass es zu Toten kam. Die Schuld gab die Regierung Wangchuk – wie so viele Aktivisten blieb er ein halbes Jahr ohne Anklage im Gefängnis.

 Bisher konnte sich die Modi-Regierung jeden Protest einzeln vornehmen, doch nun scheint es endlich einen neuen Versuch zu geben, dass sich die verschiedensten Aktivisten gegenseitig unterstützen. In einem Land wie Indien mit tausenden von verschiedenen Ethnien und Sprachen eine Riesen Leistung.

Ein junger indischer Freund der im Netz die Stimmung nach den Delhi Protesten beobachtete, teilte mir mit, dass sich viele enttäuscht von Abhijeet Dipke zeigten: Er hätte einfach nicht das Charisma eine neue Protest-Bewegung anzuführen. Das ist sie schon wieder, diese Hoffnung, dass der eine Übermensch kommt und alles für einen richtet. Doch nicht nur meinem jungen Freund ist bewusst, dass jeder seinen Teil beizutragen hat. 

Hier hofieren sie Modi

Zudem brachte Dipke endlich mal wieder die internationalen Medien dazu, einen tieferen Blick auf Indien und seine vielen Probleme zu werfen. Auch deutsche Medien hofierten das Modi-Indien als neuen Wirtschaftsmotor und wichtigen Akteur auf der internationalen Bühne. Die Realitäten sehen jedoch krass anders aus. Das Land steckt in einer schweren Krise, die hohen Wirtschaftszahlen sind erstunken und erlogen. Die Flüsse vergiftet, genauso wie die Luft. Die indische Rupie seit mehr als einem halben Jahr auf Talfahrt. Mit nahezu allen Nachbarländern hat es sich Indien versaut und so hat China dort mehr als ein Bein drin.

Auch Deutschland hat den gleichen Prozess durchzumachen. Dass sich die gutartigen Protestbewegungen miteinander vernetzen. Ähnliches gilt auch für die Medien und so freute es mich sehr, dass Friedrich Küppersbusch in einen seiner YouTube-Clips Alexander Prinz, alias der „dunklen Parabellritter“ erwähnte. Schon vor Corona wunderte ich mich, dass viele junge Menschen, zwar keine Zeitungen mehr lasen, aber trotzdem gut im Bilde schienen. Auf meine Frage, wo sie sich denn informieren, wurde immer wieder Prinz genannt.

Aktuell schaute ich beim „auf einen Beinstehen“ seinen Beitrag über die Ausbeutung indischer Studenten durch die Lieferdienste Volt und Lieferando. Ich habe mich an diesen reißerischen Stil gewöhnt, der wohl auf YouTube dazu gehört, im Wettbewerb um Klicks. Doch mich interessiert der Inhalt und der war wieder klasse. Dazu hat Prinz 700.000 Abonnenten und auch der Beitrag über die mafiösen Strukturen der Lieferdienste wurde 300.000-mal angeklickt

Es gibt mittlerweile so viele weitere gutartige Youtuber

Auch Rezo, der durch seine CDU-Zerstörungs-Videos bekannt wurde, leistet zusammen mit seiner 1,7 Millionen starken Community tolle Aufklärungsarbeit. Ja, für alte, gestandene Medienmenschen sicherlich ein sehr gewöhnungsbedürftiger Stil. 

Aber was glauben Sie, was ein normaler Medien-Konsument glaubt, der sich anschaut, wie Küppersbusch eine ganze Woche Politik in 6 Minuten zusammenfast. Der Mann sollte wohl in die Klapse. Um Küppersbuschs mit Freude und Vergnügen zu folgen, braucht es so viel Wissen, über deutsche wie internationale Politik und anderen gesellschaftliche Themen, dazu ein funktionierendes Gedächtnis um sich an Geschichte zu erinnern. Ähnlich ist es mit den täglichen Medienempfehlungen von Martin hier auf dem Extradienst. Ja, wir lieben sie, aber andere würden wohl empfehlen, ihn in die gleiche Gummizelle zu stecken, wie seinen Freund Küppersbusch.

“My entire family voted for the BJP. The day after the election victory, I joined the celebratory procession, covered in saffron colours. BJP leaders had assured us that no hawker would have to pay extortion money to continue earning a living at the station.”

https://thewire.in/rights/bengal-bjp-hawker-bulldozer-left-front-cpim-college-street

Die Studentenbewegungen Delhis schließen sich der Demonstration an.

https://www.dawn.com/news/2005402/indias-cockroach-party-chief-flies-to-new-delhi-for-protest

https://www.youtube.com/watch?v=XBJdETpimgw

https://www.youtube.com/shorts/vGWp–QHeWc

„Online-Kakerlaken“ jetzt auf der Straße – Beueler-Extradienst

Sommet de New Delhi : que prévoit la déclaration sur l'IA ?
https://mac4ever.com/194824
#Mac4Ever #IA #NewDehli

LIVE: Netherlands Prime Minister Schoof speaks at India’s AI Impact Summit

Netherlands Prime Minister Dick Schoof holds a press conference on the sidelines of the AI Impact Summit in New Delhi, India. #DickSchoof #Netherlands #India #AIImpactSummit #ArtificialIntelligence #NewDehli #live #Reuters #News Keep up with the latest news from around the world:

https://fllics.com/en/video/live-netherlands-prime-minister-schoof-speaks-at-indias-ai-impact-summit/

LIVE: Netherlands Prime Minister Schoof speaks at India's AI Impact Summit

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Fllics

LIVE: French President Macron speaks at All India Institute of Medical Sciences campus

French President Emmanuel Macron meets with Indian academics and scientists to discuss the future of Franco-Indian cooperation at the All India Institute of Medical Sciences campus in New Delhi. #France #India #EmmanuelMacron #Macron #NewDehli #Science #Medicine #live #Reuters #News Keep up with the latest news from around the world:

https://fllics.com/en/video/live-french-president-macron-speaks-at-all-india-institute-of-medical-sciences-campus/

LIVE: French President Macron speaks at All India Institute of Medical Sciences campus

French President Emmanuel Macron meets with Indian academics and scientists to discuss the future of Franco-Indian cooperation at the All India Institute of Medical Sciences campus in New Delhi. #France #India #EmmanuelMacron #Macron #NewDehli #Science #Medicine #live #Reuters #News Keep up with t

Fllics

Fachkräfte rein, Facharbeit raus

In Scharen rennen junge, gebildete Menschen aus dem bevölkerungsreichsten Land der Erde auch nach Deutschland. Gleichzeitig lagert ein weiterer deutscher Konzern nach der Güter-Produktion auch die geistige Arbeit nach China aus.

„Ich komme aus Mumbai (alter Name Bombay)“, antwortet die 30-jährige indische Hautärztin entschuldigend auf die Frage, warum sie ihre neue Heimat Essen weniger mag als Köln. Die bis zu zehn unbezahlten Überstunden pro Woche standen dafür in den Arbeitsverträgen der Praxen in beiden Städten, sagte sie und setzte hinzu: „Aber in Indien waren es noch viel mehr Stunden.“ In Deutschland vermisse sie nur das „echte“ indische Essen und „mies“ sei hier einzig das Winterwetter. Lachend stimmt ihr 32-jähiger indischer Sitznachbar im Flieger nach Delhi zu, ein Informatiker. Aber er hätte mit sechs Wintern nun schon tapfer einen mehr überlebt, als die Hausärztin. Begeistert sind beide, dass sie es bei deutschen Behörden noch nie mit Korruption zu tun hatten. Auf die Frage, ob sie die deutsche Bürokratie nicht störe, winkt der Informatiker nur lachend ab: „Die ist in Indien noch schlimmer.“

Begeistert auf den Weg nach Delhi sind meine Sitznachbarn nicht. Beide werden für knapp 10 Tage und auch nur für Hochzeiten in ihr Geburtsland zurückkehren. Der junge Informatiker kündigt an, er werde acht Stunden stoisch am Flughafen in Delhi auf seinen Weiterflug nach Südindien warten: „Ich werde diese katastrophale Stadt (Delhi) nicht betreten.”

Das Warum wird jedem klar, sobald er die moderne Metro am Hauptbahnhof verlässt. Menschengeschrei, Autohupen und Gestank aus unzähligen Quellen begrüßen den Gast. Alles eingehüllt im üblichen Wintersmog. An etlichen Lagerfeuern stehen spindeldürre Rikscha-Fahrer. Am Rand der Brücke, die über den Bahnhof führt, sitzen oder liegen dutzende Obdachlose mit dreckigen Stoffbandagen als Schuhersatz. Auf der Straße werden Güter auf Holzkarren noch von Menschen oder Pferden gezogen – inmitten einer Abgas speienden Blechlawine. Neben den 34,6 Millionen Menschen in der indischen Hauptstand sind auch 13 Millionen motorisierte Fahrzeuge registriert.

Dieses Jahr hat die Regierungspartei BJP von Premierminister Narendra Modi auch die politischen Geschäfte der Hauptstadt übernommen. Anstatt wie bei den Wahlen versprochen, gegen die Luftverschmutzung vorzugehen, leugneten sie im Oktober zum Lichterfest Divali einfach dass es Smog gibth. Da die staatlichen Webseiten mit den Daten über Luftverschmutzung in einer Demokratie jedoch nicht andauernd abgeschaltet werden können und das Oberste Gericht jetzt selber nachprüfen möchte, wo die Daten geblieben sind, gibt es seit einem Monat einen neuen Trick a la Modi. Laster der staatlichen Behörden mit Wassersprühkanonen fahren nicht nur durch die Stadt, sondern besonders oft direkt an den Messstationen vorbei, um es dort „regnen“ zu lassen. Doch auch die Journalistin Sonal M. Kapoore  und die Umweltaktivistin Bhavreen wiesen mit einem Vorort Besuch den „Beschiss“ nach: Anstatt 500 mg Feinstaub pro m³, wie ein paar Hundertmeter weiter gemessen, zeigte ihr Gerät direkt an der die beregneten Messtation nur „300“ mg Feinstaub der Größe pm 2,5 an. 

Einen Monat später besuchte ich am 4. Dezember die gleiche Messtation in Anand Vihar/Delhi und sah immer noch das, was die beiden tapferen Damen berichtet hatten. Im Index der Pressefreiheit belegt Indien Rang 151. Auf der Hauptstraße fuhren Laster mit Sprühkanonen teilweise im Minutentakt an der Messstation vorbei. Auf der Rückseite fuhr eine „fahrende“ Sprühkanone andauernd hin und her, so dass sich an den entstehenden Pfützen die Tierwelt Delhis erfreuen konnte: Bussarde und ein paar der eine Millionen Straßenhunde Delhis. Die wollte die BJP-Stadtregierung jetzt nach und nach kastrieren lassen, doch das Oberste Gericht entschied: nicht nur kastrieren, sondern auch tiergerecht unterbringen. 

Zu den Autofahrern ist die BJP-Regierung von Beginn an freundlicher: Das Problem mit den vielen unbezahlten Strafzetteln wegen Verkehrsdelikten sollte mit einem Preisnachlass von 50-70 Prozent für die säumigen Sünder gelöst werden. Von den 2,24 Millionen Bußgeldern die die Verkehrspolizei Delhis in diesem Jahr verhängt hat, wurden erst 55.075 bezahlt. Doch das Oberste Gericht hat bei so viel Freundlichkeit gegenüber einer „Bevölkerungsgruppe“ bedenken und Einspruch eingelegt .

Die Vorgänger Regierung der BJP in Delhi, die Aam Aadmi Party, hatte immerhin versucht, als eine Maßnahme gegen die Luftverschmutzung mehr Menschen in die Metro zu bekommen und verzichtete acht Jahre lang auf eine Preiserhöhung. Im Jahr 2018 hatte auch in Indien das Ergebnis einer Studie die Runde gemacht, nach der die Metro Delhis die zweitteuerste der Erde sei – im Verhältnis Durchschnittseinkommen zum Fahrpreis.

Die BJP-Regierung hat die Fahrpreise dann im August bis zu 10 Prozent erhöht. Dazu wird auf der Flughafen Metro-Linie jetzt jede Station mit einer Werbung angekündigt. Ungefähr so: Nächste Haltestelle Köln-Hauptbahnhof, gesponsert von Diebels/Anheuser-Busch.

So wie Delhi seit Februar 2025 hat die Modi-Regierung seit 2014 das ganze Land regiert. Was die boomenden Wirtschafsdaten der Modi-Regierung angeht, die auch unsere Wirtschaftsmedien gerne feiern, hier ein paar andere Zahlen: Im Vor-Corona Jahr 2019/20 hatte Indien das geringste Wirtschaftswachstum seit 11 Jahren und die höchsten Arbeitslosenzahlen seit 45 Jahren.

2023 sagte Ashoka Mody, Professor für Internationale Wirtschaftspolitik und ehemaliger Mitarbeiter der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds, dass Indiens hohe Wachstumszahlen in Relation zu den wirtschaftlichen Einbrüchen in den Corona-Jahren gesetzt werden müssen. India ist broken, lautet der Titel seines aktuellen Buches.

Am 4.Dezember ist der Wechselkurs der indischen Rupie zum US-Dollar auf ein Allzeittief gestürzt. Ebenso zum Euro. „Wie kann es sein, dass die Währung eines Landes dessen Wirtschaft boomt, abstürzt. Die Währung eurer schwächelnden europäischen Wirtschaft dagegen wertvoller wird?“, fragte mich gestern ein indischer Student.

Was den aktuellen Besuch Putins in Indien angeht. Es ist nebensächlich, wenn Putin sagt, Indien könne so viel Öl aus Russland kaufen, wie es möchte. Es wäre nur eine Meldung wert gewesen, wenn Narendra Modi gesagt hätte, er würde weiter viel Öl aus Russland kaufen. Aber dies hat er nicht. Dabei hätte Indien alles Recht der Erde, sich weiterhin nicht an den Sanktionen des Westens gegen Russland zu beteiligen. Dies beschrieb der indische Außenminister Subrahmanyam Jaishankar in einem Interview mit dem östereichischen  Standard ausführlich. Zusammengefasst: Während der Westen Indien Jahrzehnte links liegen gelassen hat und auch noch den Erzfeind Pakistan unterstützte, war Russland immer für Indien da. Leider hat er in diesem Punkt Recht. Auch an den letzten Verrat erinnert sich noch jeder in Indien: 1999 hatten die USA mal wieder mal gemerkt, dass die pakistanischen Generäle sie an der Nase herumgeführt hatten – nun wollten sich die USA endgültig von Pakistan trennen und Indien zuwenden. Doch dann fielen im Jahr 2001 die Türme des World Trade Centers und die USA brauchten Pakistan mal wieder als Basecamp für einen Krieg in Afghanistan.

Zalando lagert nach China aus

Lebten im Jahr 2010 nur 48.000 Menschen aus Indien in Deutschland sind es heute etwa 280.000 (darunter 50.000 Studenten) und es werden noch viel mehr werden – vor allem Menschen mit qualifizierten Abschlüssen. Schon jetzt sind Menschen aus Indien die Bevölkerungsgruppe mit dem höchsten Durchschnittsverdienst in Deutschland.

Aber wenn die von der Wirtschaft geforderten Fachkräfte nun endlich zu uns kommen, warum entlässt dann der Online-Modekonzern Zalando nicht nur Mitarbeiter in Deutschland, sondern baut zur gleichen Zeit ein Technologiezentrum in Shenzhen/China auf ? Um nun auch an den gutbezahlten „Weiß-Kragen-Jobs“ zu sparen, zumindest die hatten europäische virtuelle Unternehmen (Konzerne) bis jetzt noch im Globalen Norden belassen, bestätigte enttäuscht ein hoher Zalando-Mitarbeiter einem meiner besten Freunde.

Warum dann Zalando nicht zumindest ins noch demokratische Indien auslagert, kann man sich vorstellen: In China gibt es kein Oberstes Gericht, das gegen Entscheidungen der Regierung Einspruch einlegen kann. Ebenso keine tapferen Journalistinnen und Wissenschaftlerinnen die Lügen der Regierung öffentlich machen. 

Das soll jetzt kein Hetzen gegen China sein, was die reinen Zahlen angeht, sieht es dort viel besser aus, als in Indien. Es sollte eher eine Einleitung für ein paar Sätze an höhere Konzernmitarbeiter sein, sollten die zufällig hier hereinschauen: Haben Sie schon mal vom chinesischen Unternehmer und Milliardär Jack Ma gehört? Nachdem er 2020 die chinesische Regierung kritisiert hatte, verschwand er für drei Monate. Nach seiner Rückkehr klang er zahm wie ein Parteimitglied der Kommunistischen Partei Chinas.

Fachkräfte rein, Facharbeit raus – Beueler-Extradienst

#santé #NewDehli #Indie

« Je veux juste respirer » : en Inde, la colère des habitants contre la pollution atmosphérique

Près de 4 millions d’Indiens seraient morts à cause de la mauvaise qualité de l’air entre 2009 et 2019. Ce dimanche, des habitants de New Dehli se sont rassemblés pour crier leur ras-le-bol et réclamer des changements

https://www.leparisien.fr/environnement/climat/je-veux-juste-respirer-en-inde-la-colere-des-habitants-contre-la-pollution-atmospherique-10-11-2025-K5BJVHZBBFHSZLLDRNBTNEAKDE.php

https://archive.ph/5SWuq

#ChangementClimatique #RéchauffementClimatique #écologie #environnement #Climat #Manifestation #Mobilisation

« Je veux juste respirer » : en Inde, la colère des habitants contre la pollution atmosphérique

Près de 4 millions d’Indiens seraient morts à cause de la mauvaise qualité de l’air entre 2009 et 2019. Ce dimanche, des habitants de New Dehli se sont rassemblés pour crier leur ras-le-bol et réclamer des changements.

Le Parisien

Indische Wahrheiten

… die klingen wie aus den USA

In Indiens Hauptstadt New Delhi versuchte es die neue Stadtregierung mit umweltfreundlichen Böllern, anstatt ohne Böller die Luft zu verbessern.

Am 20. Oktober war das erste Fest der Lichter, Divali, in der indischen Hauptstadt New Delhi unter der neuen Stadtregierung. Im Februar diesen Jahres gewann die Partei Bharatiya Janata Party (BJP) von Premierminister Narendra Modi dort die Wahlen. Vor dem Wahlkampf wurde der Hauptkonkurrent und damalige Bürgermeister (Chiefminister) Delhis, Arvind Kejriwal, erst einmal verhaftet. Unabhängige Medien und Amnesty International verurteilten die Verhaftung, als Politisierung.

Eines der Wahlversprechen von Modis BJP war, endlich die ständig schlechte Luft in der Hauptstadt zu verbessern. Vorgänger Kejriwal, der seit 2013 Delhi regierte, hatte nahezu alles versucht, sogar die beliebten Böller an Divali ließ er verbieten, aber die Luft wurde nicht besser. Immerhin stieg das Wirtschaftswachstum Delhis in seiner Amtszeit gewaltig, ebenso die Einwohnerzahl auf 33 Millionen und die Anzahl der motorisierten Fahrzeuge auf über 13 Millionen. Die sind je nach Studie für 10 bis 45 Prozent des Smogs Delhis verantwortlich. 

Am 18. November 2024 durfte ich übrigens Zeuge in der Hauptstadt Indiens sein, bei einem Durchschnittswert von 1748 mg Feinstaub der Partikelgröße 2,5 pro m³ – die WHO empfiehlt übrigens maximal 15 mg. Ein „screenshot“ der Daten liegt der Redaktion vor. Da wird einem sofort klar, warum die Bewohner Delhis im Durchschnitt zwischen 8 bis 11 Lebensjahre weniger haben, als Menschen ohne solche Luftverschmutzung. Dazu wachsen Kinder in Delhi mittlerweile mit kleineren Lungen heran, als ihre Brüder und Schwestern der westlichen Welt.

Im Kampf gegen diese Luftverschmutzung hob die neue BJP-Regierung erst einmal das Böllerverbot auf, für das diesjährige Divali. Im BJP-Speech hieß das: Man erlaube nur umweltfreundliche Böller. Sogenannte „green crackers“. Laut der Wissenschaft, machen diese „Grünen-Böller” aber immer noch 70 Prozent des Feinstaubes aus, wie die alten nicht umweltfreundlichen Böller, die ja in Delhi eh verboten waren. Ergebnis: New Delhi hatte die höchsten Feinstaubwerte während des Farbenfestes seit vier Jahren, wie die Daten verschiedener unabhängige Messdienste  aussagten.

 Darauf angesprochen, antwortete Delhis neue Bürgermeisterin der BJP, Rekha Gupta, dass dies nicht stimme: Delhi hätte während Divali die beste Luft seit langem gehabt. Daten oder Belege für ihre Aussagen lieferte sie nicht. Stattdessen lieferte sie das mittlerweile an vielen Orten der Welt bekannte „S…auf die Fakten Lächeln“. 

Während der Höhepunkte der Knallfeierlichkeiten an Divali wurden die Regierungswebseiten runtergefahren, die die Feinstaubwerte Delhis in Echtzeit anzeigen … ..

Für die kommenden Monate, wenn in Delhi mit den kalten Temperaturen auch die Smogwerte steigen, kündigte die neue Stadtregierung Delhi an, den Smog unter anderen mit künstlich gemachtem Regen zu bekämpfen. Sogenanntes „Cloud seeding“. Dabei werden per Flugzeug Partikel wie Silberjodid oder Salze in Wolken gesprüht. Wissenschaftler warnen vor solchen großangelegten „Experimenten“, solange sich das „cloud seeding“ noch in der Experimentier-Phase befindet. Der erste Sprühversuch der Regenmacher in Delhi ging letzte Woche erst einmal schief: Irgendwie wollte einfach kein richtiger Regen aus den wenigen Wolken kommen.

Indische Wahrheiten – Beueler-Extradienst

In Aerocity in New Delhi, Tesla opens its first experience center and installs four V4 superchargers there
https://newsmintora.blogspot.com/2025/10/in-aerocity-in-new-delhi-tesla-opens.html
#aerocity #newdehli #Tesla #v4superchargers #newsmintora
In Aerocity in New Delhi, Tesla opens its first experience center and installs four V4 superchargers there

  Tesla opened its first Experience Center in Delhi on Monday. Additionally, the facility has Superchargers built, allowing Tesla customers...

NewsMintOra

"It's excessively hot, almost like it is raining fire"
- New Delhi School Principal

One of the world's largest cities melts as New Delhi, India gasps with its record setting temperature Wednesday of 52.3C (126F)
#AureFreePress #News #press #headline #GlobalWarming #climatechange #climatecrisis #Breaking #BreakingNews #NewDehli #India

https://timesofindia.indiatimes.com/city/delhi/52-3-degrees-celsius-in-delhis-mungeshpur-highest-ever-for-capital/articleshow/110535160.cms

Delhi Temperature: 52.3 degrees Celsius in Delhi, highest ever temperature for capital | Delhi News - Times of India

Breaking all the records, northwest Delhi's Mungeshpur area on Wednesday recorded maximum temperature of 52.3 degrees Celsius, highest ever for the ca

The Times of India