Deutschland als Zielscheibe?
Mit zunehmender Kriegsdauer gewinnt die Basis (US-Airbase Ramstein) laut Wall Street Journal weiter an Bedeutung: Zielerfassung, Echtzeitsteuerung sind wichtig, aber auch als logistische Nachschubdrehscheibe. Nachdem Spanien die Nutzung zweier US-Basen für Angriffe auf den Iran untersagte, verlagern sich Kapazitäten gen Pfalz. Für die US-Kriegsmaschinerie bietet Ramstein geografische Nähe zu den Einsatzgebieten, Sicherheit vor iranischen Gegenschlägen – und deutsche Verlässlichkeit. Die parlamentarische Kontrolle hinkt dramatisch hinterher.
Die seit den 1950er Jahren errichtete Basis könnte Deutschland – sollte der Iran-Krieg eskalieren – zur Gegenschlag-Zielscheibe machen. Aktuell droht dergleichen nicht unmittelbar, der Iran wäre dazu nicht in der Lage.
Doch die Handlungsoptionen Berlins, sollte ein Krieg mit China oder Russland drohen, scheinen begrenzt: Bereits 2014 stellte der wissenschaftliche Dienst des Bundestages fest, dass der Regierung abseits einer einseitigen Kündigung des Vertrages mit den USA "nur politische Reaktionen wie Rechtsprotest oder bilaterale Konsultationen" blieben.
In der politischen Praxis ist eine Schließung Ramsteins nahezu ausgeschlossen: CDU, SPD und Grüne tragen den Status quo entschlossen mit, zu eng bindet die politische Klasse nach wie vor ihr Schicksal an Wohl und Wehe des Transatlantik, sieht im Bruderbund die beste, eigene Position.
https://www.telepolis.de/article/Ramstein-Deutschlands-stille-Kriegsbeteiligung-11242983.html
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