NEUE REZENSION: Faust: Der Tragödie erster Teil – Band 1 (Jaja Verlag)
Eine Comic-Adaption von Goethes "Faust" – mit minimalen Auslassungen, im Kern aber mit allen Originalversen: Da hat sich die Künstlerin Nele Heaslip einiges vorgenommen…
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Faust: Der Tragödie erster Teil – Band 1
Eine Comic-Adaption von Goethes Faust – mit minimalen Auslassungen, im Kern aber mit allen Originalversen: Da hat sich die Künstlerin Nele Heaslip einiges vorgenommen. Doch warum nur tauchen in dieser Faust-Version Hakenkreuze auf? Und warum trägt Dr. Faust den „Judenstern“ – also jene Form des Davidsterns, die im Nationalsozialismus als diskriminierende Kennzeichnung sichtbar an der Kleidung getragen werden musste? Andreas Platthaus meint dazu in seiner Kritik in der FAZ ganz zutreffend, dass mit diesem Stilmittel das Regietheater in Nele Heaslips Comicversion einziehe: „Vergegenwärtigung als Prinzip“. Diese Akzentuierung ist nicht aufdringlich, aber präsent. Ob sie als Visualisierung zu Goethes Versen eine gute Wahl ist, das ist die spannende Frage. Ohne jeden Zweifel besitzt Nele Heaslip großes Talent, Szenen in Comicseiten zu übertragen. Goethes Verse werden durch die Panels gut getaktet, fast schon geben die Panels die Betonung vor – die Visualisierung ist zu jedem Zeitpunkt gut gelöst. Auch bei ausufernden Dialogpassagen kommt nie Langeweile auf, im Gegenteil kann man sich an den dicht schraffierten Zeichnungen kaum sattsehen, die mit einer geschickten Hell-Dunkel-Dynamik arbeiten. Man fühlt sich …




