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Digitale Brieftasche

EU-Kommission will Amazon dein Gesicht geben

Ende dieses Jahres soll die digitale Brieftasche für alle kommen. Doch Bürgerrechtsorganisationen warnen, dass die EU-Kommission zentrale Datenschutzgarantien aushöhlen und Nutzer:innen zur Weitergabe biometrischer Daten zwingen will. Wer eine Flasche Wein kaufen möchte, muss dafür im Laden unter Umständen den Personalausweis zücken. Erst nach einem prüfenden Blick des Kassierers auf das Geburtsdatum können Kund:innen dann bezahlen – oder nicht.

Weit mehr Daten könnten schon bald bei der geplanten EUDI-Wallet ausgetauscht werden, warnt die Nichtregierungsorganisation epicenter.works in einer Stellungnahme. Wer die digitale Brieftasche künftig einsetzt, könnte dann sogar gezwungen sein, die eigenen biometrischen Gesichtsdaten an Unternehmen weiterzugeben.

Verantwortlich dafür sind Änderungen der Europäischen Kommission, so die österreichische Nichtregierungsorganisation. Die Kommission höhle im Nachhinein die rechtlich vorgegebenen Schutzgarantien aus, auf die sich EU-Parlament und der Rat geeinigt hatten.

Mit der „European Digital Identity Wallet“ sollen sich künftig Bürger:innen und Organisationen online und offline ausweisen können. Die Bundesregierung hat ihren Start in Deutschland zum 2. Januar 2027 angekündigt.

Wenn soziale Plattformen Gesundheitsdaten abfragen

Konkret bezieht sich die Kritik von epicenter.works auf drei aktuelle Konsultationsentwürfe von sogenannten Durchführungsrechtsakten. Diese Rechtsvorschriften regeln die praktische Umsetzung von EU-Verordnungen. Insgesamt 40 von ihnen will die Kommission erlassen, bevor die digitale Brieftasche verfügbar ist.

Als besonders problematisch bewertet epicenter.works die Regelung, wonach „relying parties“ (zu deutsch: „vertrauenswürdige Parteien“) je nach Mitgliedstaat sogenannte Registrierungszertifikate nicht verpflichtend, sondern nur optional erhalten sollen.

Vertrauenswürdige Parteien können Unternehmen und öffentliche Einrichtungen sein. Sie müssen sich laut eIDAS-Verordnung, die der europäischen Wallet zugrundeliegt, vorab in einem EU-Mitgliedstaat registrieren. Dabei müssen sie darlegen, welche Daten sie zu welchem Zweck von den Nutzer:innen anfordern werden.

Diese Datenbeschränkung lässt sich technisch mit Registrierungszertifikaten kontrollieren. Sie dienen als eine Art Datenausweis, mit dem sich die vertrauenswürdigen Parteien gegenüber den Wallets legitimieren und die Abfragekategorien beschränken. Registrieren sich Nutzer:innen etwa mit Hilfe der Wallet bei einem sozialen Netzwerk, soll das so erst gar keine Gesundheitsdaten abfragen können.

Die eIDAS-Verordnung sieht solche Registrierungszertifikate zwar nicht explizit vor. Allerdings könne eine Wallet ohne diese technisch nicht ohne weiteres überprüfen, ob Informationsanfragen angemessen sind, schreibt epicenter.works. Und das widerspreche Artikel 5b Abs. 3 der Verordnung, wonach vertrauenswürdige Parteien nur jene Daten abfragen dürfen, die sie auch bei ihrer Registrierung angegeben haben.

Die Nichtregierungsorganisation plädiert daher für technische Kontrolle statt nur für Vertrauen. Andernfalls könnten etwa Unternehmen die vorgesehenen Schutzmaßnahmen relativ leicht umgehen, indem sie einen Mitgliedstaat als Niederlassungsort wählen, der keine Registrierungszertifikate ausstellt. „Unternehmen aus Ländern wie Irland könnten Schutzmechanismen der Wallet umgehen, so dass illegale Anfragen nach zu vielen Informationen möglich werden“, sagt Thomas Lohninger von epicenter.works.

EU-Kommission handelt „unprofessionell“

Es ist nicht das erste Mal, dass die Kommission die rechtlichen Vorgaben aus Sicht zivilgesellschaftlicher Organisationen untergraben will.

Bereits im November 2024 hatte die Kommission versucht, die Registrierung von vertrauenswürdigen Parteien freiwillig zu machen. Damals hatte sie die zweite Charge an Durchführungsrechtsaktenveröffentlicht. Nachdem mehrere Organisationen gefordert hatten, die dort aufgemachten „Schlupflöcher“ zu schließen, korrigierte die Kommission vorübergehend ihre Position, nur um wenige Wochen später zu ihrer ursprünglichen Forderung zurückzukehren.

„Dieses inkonsequente Vorgehen der […] EU-Kommission in einer so wichtigen Angelegenheit ist unprofessionell“, schreibt epicenter.works in der aktuellen Stellungnahme, „und es untergräbt das Vertrauen der Öffentlichkeit in das künftige eIDAS-Ökosystem erheblich.“ Die Nichtregierungsorganisation fordert die Kommission erneut dazu auf, „die Registrierung von vertrauenswürdigen Parteien verbindlich vorzuschreiben“. Nur so sei ein einheitliches Schutzniveau in der gesamten EU zu gewährleisten.

Kommission will Recht auf Pseudonymität beschneiden

Die eIDAS-Verordnung sieht außerdem vor, dass sich Wallet-Nutzer:innen im Alltag auch mit selbstgewählten Pseudonymen gegenüber Unternehmen und Behörden ausweisen können, sofern aus rechtlicher Sicht keine weiteren Daten erforderlich sind. So sollen sie ihre Identität und ihre persönlichen Daten vor übermäßigen Zugriff schützen. Dieses Recht auf Pseudonymität greife die Kommission auf zweierlei Art an, kritisiert epicenter.works.

Zum einen unterscheide die Kommission nicht klar zwischen Anwendungsfällen der Wallet, in denen die vertrauenswürdige Partei gesetzlich dazu verpflichtet ist, Nutzer:innen zu identifizieren, und solchen, in denen eine solche Verpflichtung nicht besteht. Dabei sei diese Unterscheidung essentiell, um die Rechte der Nutzer:innen zu wahren.

Zum anderen beschränke die Kommission den Gebrauch von Pseudonymen auf Authentifizerungsmaßnahmen – also etwa auf die Verwendung von pseudonymen Logins bei Webdiensten. „Die Kommission legt die eIDAS-Verordnung sehr einseitig aus“, schreibt epicenter.works. „Und sie übersieht dabei, dass die vertrauenswürdigen Parteien dazu verpflichtet sind, Pseudonyme generell zu akzeptieren, unabhängig von der Authentifizierungsfunktion der Wallet.“Damit könnten Unternehmen die rechtliche Identität von Nutzer:innen abfragen, ohne dass dies erforderlich ist.

Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um Alterskontrollen sei diese Verengung fahrlässig: „Soziale Medienplattformen, Pornografie-Websites, Glücksspiel- und andere Online-Anbieter werden derzeit als potenzielle vertrauende Parteien diskutiert“, mahnt epicenter.works. „Diese Anbieter seien möglicherweise sehr daran interessiert, Identitätsdaten von Nutzer:innen zu erhalten, verfügen jedoch über keine Rechtsgrundlage, um eine solche Identifizierung zu verlangen.“

Biometrische Gesichtsdaten sollen ebenfalls in die Wallet

Die übermittelten Informationen könnten sogar biometrische Gesichtsdaten enthalten. Die Kommission will diese verpflichtend in jenen Datensatz aufnehmen, der zur Identifizierung von Nutzer:innen verwendet wird. Bislang soll dieses „Minimum-Datenset“ den vollen Name, das Geburtsdatum und den Geburtsort sowie die Nationalität enthalten.

Unternehmen wie Amazon könnten damit nicht nur Namen und Anschrift ihrer Kund:innen erhalten, sondern auch eine Bilddatei mit deren Gesicht. Die Kommission nehme hier eine „massive Verschiebung“ vor, kritisiert epicenter.works, die der Gesetzestext explizit nicht vorsehe. Gleichzeitig würde damit „die gesamte Verarbeitung über die EUDI-Wallet unter Artikel 9 der Datenschutzgrundverordnung fallen, was wesentlich strengere Schutzmaßnahmen erfordern würde.“

„Wir sind wirklich entsetzt, welche Änderungen vor dem Start der digitalen Brieftasche nun vorgebracht werden“, sagt Thomas Lohninger. „Verpflichtende Gesichtsbilder würden ganz neue Gefahren durch biometrische Daten bei Online-Plattformen mit sich bringen. Offenbar ist die Akzeptanz in der Industrie für die Politik relevanter als das Vertrauen aus der Bevölkerung.“

epicenter.works fordert die Kommission auf, die entsprechende Stelle aus dem Entwurf ersatzlos zu streichen. Gleichzeitig mahnt sie, dass die Kommission das gesamte Projekt gefährde, indem sie kurz vor dem Start der Wallet derart weitreichende Änderungen an den technischen Spezifikationen vornehme.

Offener Brief erinnert Kommission an rechtliche Vorgaben

An die Kritik von epicenter.works knüpfen zehn europäische Organisationen an, die heute gemeinsam einen offenen Brief publiziert haben. Sie richten sich darin unter anderem an die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Henna Virkkunen. Initiiert hat das Schreiben die Vereinigung von Bürgerrechtsorganisationen European Digital Rights, zu den Unterzeichnern zählen unter anderem der Chaos Computer Club und die Digitale Gesellschaft aus Deutschland, Homo Digitalis aus Griechenland, IT-Pol aus Dänemark, ApTI aus Rumänien und Vrijschrift.org aus den Niederlanden.

Die Organisationen zeigen sich „zutiefst besorgt“ darüber, dass die Kommission die Grundrechte von Millionen EU-Bürger:innen aushöhlen wolle. Die aktuell vorliegenden Entwürfe der Durchführungsrechtsakte „bergen die Gefahr, einige der zentralen Schutzmaßnahmen zu schwächen, die die eIDAS-Verordnung vorsieht.“ Das sei umso dramatischer, weil derzeit auch darüber diskutiertwird, die Wallet für Alterskontrollen zu verwenden.

Der offene Brief ruft die Kommission und die Mitgliedsstaaten dazu auf, die Befürchtungen der Zivilgesellschaft ernstzunehmen und die rechtlichen Vorgaben der eIDAS-Verordnung einzuhalten. Die digitale Brieftasche könne nur dann erfolgreich sein, wenn sie einen starken Datenschutz und Rechtssicherheit böte – und zwar in allen EU-Staaten gleichermaßen.

Daniel Leisegang ist Politikwissenschaftler und Co-Chefredakteur bei netzpolitik.org. Zu seinen Schwerpunkten zählen die Gesundheitsdigitalisierung, Digital Public Infrastructure und die sogenannte Künstliche Intelligenz. Daniel war einst Redakteur bei den “Blättern”. 2014 erschien von ihm das Buch »Amazon – Das Buch als Beute«; 2016 erhielt er den Alternativen Medienpreis in der Rubrik “Medienkritik”. Er gehört dem Board of Trustees von Eurozine und dem Kuratorium der Stiftung Warentest an. Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Mastodon, Bluesky, Threema ENU3SC7K, Telefon: +49-30-5771482-28‬ (Montag bis Freitag, jeweils 8 bis 18 Uhr). Dieser Beitrag ist eine Übernahme von netzpolitik, gemäss Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 4.0.

Digitale Brieftasche – Beueler-Extradienst

@gebruikercentraal beste mensen, een id-wallet beschermt juist je gegevens tegen de overheid of tegen bedrijven die van alles willen weten. De gemeente krijgt bijvoorbeeld niet al je inkomen te zien, maar alleen de einduitkomst van berekeningen van de belasting bijvoorbeeld. Dus de overheid krijgt minder te zien. Niet al je gegevens staan in de wallet, alleen het bewijs dat je boven 18 ent, niet hoe oud je bent.
#privacy #eIdas #eidas #idWallet #radbouduni
Ich habe den Überblick verloren. Was ist denn der Stand zum Thema #EU-ID und #ID-Wallet?

Im Hinblick auf digitale Souveränität habe ich da Fragen:

  • Wird die Software Open Source sein?
  • Kann ein solches Wallet unabhängig von einem Google Play Store oder Apple App Store installiert werden?
  • Kann ein solches Wallet auch ohne Google Services, beispielsweise auf einem alternativen ROM, installiert werden?


  • #eudi #eudiwallet
    The Hubzilla @ tschlotfeldt.de

    Age Verification in the European Union: The Commission's Age Verification App.

    Nice report by @eff
    https://www.eff.org/deeplinks/2025/04/age-verification-european-union-mini-id-wallet

    #IDWallet #EuropeTech

    Age Verification in the European Union: The Commission's Age Verification App

    This is the second part of a three-part series about age verification in the European Union. In this blog post, we take a deep dive into the age verification app solicited by the European Commission, based on digital identities. Part one gives an overview of the political debate around age...

    Electronic Frontier Foundation
    #Nora, #eRezept & #IDWallet: Als Privatperson behält man kaum den Überblick über die vielen gescheiterten Digitalprojekte des Landes. @saschalobo nennt drei Beispiele dafür, dass die Deutschen netzpolitische Schildbürger sind: https://bit.ly/3AlVctU #Digitalisierung #Netzpolitik

    Meinung: Nora, E-Rezept und ID...
    Bluesky

    Bluesky Social

    Huh, wo ist mein Riechsalz.

    Wir hätten einen Monopolisten, eine Firma, die als einzige Hardware Security Modules in der gescheiterten Smart eID zertifiziert bekommen hatte, und einen Teil der gescheiterten ID-Wallet.

    Herzallerliebst. 🫠
    #IDWallet 2.0 #digitaleidentitäten

    Op 5 juni a.s. staat de kennissessie van het NORA Open Huis van de Architectuur in het teken van Toegang en de Nederlandse invulling van de Europese Digital Identity Wallets, waarmee je als burger straks niet alleen bij overheden maar ook bij private dienstverleners zoals bol.com of je bank terecht kan.

    Spreker zijn Danny Greefhorst, Sheila Ghosh, Michel de Winter en Jaap van der Marel.

    Meer weten? Kijk op https://www.noraonline.nl/wiki/Open_Huis_van_de_Architectuur_juni_2024.
    Opgeven kan via [email protected].

    #Toegang #IDWallet #NORAOnline

    Open Huis van de Architectuur juni 2024 - NORA Online

    NL ID-wallet stap verder in ontwikkeling

    Eind maart 2024 is een eerste werkende versie van de NL ID-wallet gepubliceerd. De volgende stap is het uitwerken van een verstrekkings- en ontvangstvoorziening en het uitvoeren van beproevingen. Met een door de Nederlandse overheid erkende ID-wallet kunnen burgers en ondernemers straks digitaal zaken doen. In Nederland en over de grens in andere Europese lidstaten. De exacte datum waarop dat mogelijk wordt, is nog niet bekend.

    Mogelijkheden wallet

    De code voor een eerste werkende versie van de NL ID-wallet is gepubliceerd op GitHub en de schermen op Figma. Na het installeren van de app kiezen gebruikers een persoonlijke pincode. Vervolgens activeren zij de app met DigiD en hun rijbewijs of identiteitskaart. Vervolgens ontvangt de gebruiker ‘kaartjes’ in zijn ID-wallet. Daarop staan persoonlijke gegevens, zoals naam, geboortedatum en woonadres. Dan is de ID-wallet klaar voor gebruik. Met de wallet kan men dan bijvoorbeeld inloggen bij overheidsorganisaties of persoonlijke gegevens delen. In toekomstige versies worden meer functies toegevoegd. Een gebruiker kan zelf bepalen welke bewijzen die aan de ID-wallet toevoegt. Gebruik van de ID-wallet is vrijwillig. De app is naar verwachting eind 2026 beschikbaar in appstores.

    Praktijkbeproevingen van start

    De eerste versie van NL ID-wallet wordt uitgebreid getest in de praktijk. Het projectteam gaat eerst aan de slag met inloggen bij een gemeente en het aanleveren van gegevens tijdens een hypotheekaanvraag. Daarnaast test men hoe gebruikers de wallet gemakkelijk kunnen vullen met gegevens. En op welke manier organisaties  gegevens uit de app kunnen opvragen, controleren en gebruiken. 

    Demokit

    Van de NL ID-wallet is een demonstratiekit beschikbaar. Met deze kit kun je een gesprek voeren over de ontwikkeling van de Nederlandse publieke ID-wallet. Neem contact op met het programma als je hier meer over wilt weten. Wil je meer weten of meepraten over de ontwikkeling van de ID-Wallet? Bekijk dan de community op Pleio.

    Dit is een automatisch geplaatst bericht. Vragen of opmerkingen kun je richten aan @[email protected]

    #IDWallet #nieuwsbrief72024 #wallet

    @LiberalArtist @eloquence W3C also made Decentralized Identifiers (self-sovereign identity blockchain bullshit) a "web standard" that the European Union will likely force upon us with the EUDI-Wallet.

    In Germany, @Lilith and I caused the #IDWallet to fail after some basic IT security research.

    This technology will discriminate minorities, enforce borders on the internet and be used for mining PII.

    It is the opposite of an open web.