Dienstag - Eigentlich hätte ich mich heute um unseren Besuch im Büro kümmern sollen. Aber das übernehmen zwei Kollegen, und so habe ich reichlich Zeit, mit meinem Nachfolger kleine Probleme zu lösen und neue Ideen für meine Datenbank zu entwickeln. Das Gespräch ist ausgesprochen fruchtbar und resultiert in einer neuen Funktion und etwas leichterer Bedienung der Datenbank. Insofern also ein erfolgreicher Tag. Der sich zuhause leider nicht gar so erfolgreich fortsetzt. Meine für heute angekündigte Vinyl-Lieferung verspätet sich leider um einen Tag, und die neue Grafikkarte weigert sich beharrlich, mit dem Betriebssystem zu reden. Also wird die alte nochmal reaktiviert, bis ich eine Lösung für das Problem gefunden habe. Vielleicht steige ich auf KDE Neon um...
Dazwischen gibt es Gespräche über Zugfahrten, Wallboxen und ein passendes E-Auto. Da scheint sich wohl was anzubahnen...
#amEndedesTages hat der olle Rechenknecht Glück, dass er noch nicht brennt. Ich schalte den Kasten aus und widme mich meinem Buch. Das beruhigt.
Morgen steht erstmal nichts auf dem Plan. Die Woche wird deutlich ruhiger, als ich befürchtet habe. Hoffentlich kommen die Vinyls morgen wirklich....
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
#gestrichen - bleiben noch 107.
Montag - Der baldige Ruhestand macht sich (wieder) bemerkbar. Wie bei uns Uniformierten üblich, gibt es eine Reihe von Belehrungen, Einweisungen und wasweißichnochalles, damit auch jeder ausreichend informiert ist und man dem Dienstherrn keinen Vorwurf machen kann. Immerhin bin ich zumindest am Vormittag nicht im Büro, und danach auch nur körperlich anwesend. Leicht verdientes Geld heute, obwohl ich anderes erwartet habe. Aber die Woche ist ja noch jung.
Highlight des Tages sind Enya, Carl Douglas, Nina Hagen, BAP, Ideal, Kuschelrock, Talk Talk, alphaville, Marius Müller-Westernhagen, Heinz Rudolph Kunze, Lisa Stansfield, Sting, Simon and Garfunkel, Joe Cocker und Barry White, deren Alben ich vor der sicheren Vernichtung wegen Haushaltsauflösung retten kann. Alle Cover sehen nicht mehr so toll aus (der Besitzer war ein starker Raucher, und die Alben sind schon ein paar Jahrzehnte älter), aber die Vinyls sind allesamt noch schwarz, glatt (bis auf die Rillen) und in einem ordentlichen Zustand. Ein bisschen reinigen, ein wenig kleben, und dann sehen sie wieder gut aus, denke ich.
#amEndedesTages schleiche ich durch das Internet auf der Suche nach einer bezahlbaren Grafikkarte. Meine Nvidia 2060 scheint die Luft auszugehen....
Morgen kommt Besuch ins Büro. Ich muss zwar nicht vortragen oder unterrichten, aber unruhig wird es wohl trotzdem. Mal sehen, was da auf uns zu kommt.
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
#gestrichen - bleiben noch 108.
Freitag - Man kann sich natürlich den ganzen Vormittag über Spritpreise, Präsidenten und Inflation aufregen. Oder man macht es wie ich: Ich mache meine Arbeit, höre dem Gejammer gar nicht richtig zu und freue mich auf das Wochenende. Ich kann es doch eh nicht ändern... Und meine Laune ist auf jeden Fall besser als die des Kollegen.
Der Nachmittag macht sowieso viel mehr Spaß. Wir haben bei einem Jubiläum eines Ladens ein paar Kleinigkeiten gewonnen, und ich habe mir einen neuen Kugelschreiber geleistet. Ich mag Kugelschreiber! Er war nicht teuer, aber er hat eine feine Mine, statt der sonst üblichen mittleren Stärke. Und das freut mich tierisch.
#amEndedesTages werde ich literarisch zum Wikinger. Salman Rushdie muss warten, bis ich wieder mehr Muse zu seiner Art zu schreiben habe. Das Sofa ist gemütlich, der Wecker ist ausgeschaltet, und ich freue mich auf ein warmes Bett und einen langen Schlaf.
Morgen gibt es genug zu tun. Wäsche, Fenster putzen und ein bisschen Papierkram, aber alles mit Ruhe und Gelassenheit.
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
#gestrichen - bleiben noch 109.
Donnerstag - wie können Nächte nur so kurz sein? Ich taumle halb blind und dreiviertel schlafend durch das Haus und suche Kaffeemaschine, Bad und Rüstung. In dieser Reihenfolge. Die Fahrt durch einen ebenso frühen wie kalten Morgen macht mich einigermaßen wach. Jedenfalls finde ich unfallfrei an meinen Arbeitsplatz. Der Rest des Arbeitstages ist von Höhepunkten geprägt. Der wöchentliche Vortrag ist heute dank eines sehr gut vorbereiteten Vortragenden ein beeindruckendes Ereignis, das auch vom Chef entsprechend gewürdigt wird. Und ich kann heute die Ausbildung meines Nachfolgers beinahe abschließen. Ich habe ihm alles gezeigt, was er braucht. Nun fehlt nur noch etwas Übung und eigene Erfahrung, dann kann ich dieses Kapitel schließen. Was meine Datenbanken angeht, kann ich also beruhigt in die Pension gehen. Über Vortrag und Ausbildung kommt die Zeit an der frischen Luft ein bisschen zu kurz, aber es ist ja bald Wochenende.
Der Nachmittag vergeht schnell zwischen Telefongesprächen, Planungen für den nächsten Einkauf und der Erstellung von Tu-Du-Listen für das Wochenende. Wir bleiben beschäftigt!
#amEndedesTages muss ein neues Buch her. Das aktuelle ist mir heute einfach zu schwer und wird später weitergelesen.
Und heute gehe ich früher ins Bett! Ich hab's meinem Körper versprochen!
Morgen wird der nächste wöchentliche Vortrag vorbereitet. Trotz einer wirklich hervorragenden Vorstellung muss hier und da noch ein bisschen geschraubt werden, denn der Arbeitsaufwand zur Vorbereitung ist noch zu hoch. Wir haben ja auch noch anderes zu tun....
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
#gestrichen - bleiben noch 110.
Mittwoch - erstes Tageslicht schaut sich heute früh in der Gegend um, als ich ins Büro fahre, und beschließt zu bleiben. Ich bin froh, dass die Tage länger werden....
Im Büro ist es heute ziemlich umtriebig. Drei Stunden lang unterhalte ich eine Besuchergruppe, erkläre, demonstriere, diskutiere und rede mir den Mund fusselig. Ab Mittag erfülle ich noch ein paar Sonderwünsche, störe eine Sprachprüfung ("Tschulligung." "In english, please!" "Äh, ja... does me sorry.") und bekomme die jährliche Belehrung zu den Themen Grundrechte, Datenschutz und Strafgesetz. Aber das Highlight war die kleine Truppe, die seit heute den geplanten Fahrradunterstand mit E-Ladeplatz auf dem Hof baut: Die Einrichtung der Baustelle beginnt mit dem Bauwagen und dem Gasgrill, der gewissenhaft aufgebaut wird. Folgerichtig riecht es zur Mittagszeit nach Bratwurst und Steak. Harte Arbeit braucht schließlich gutes Essen! Für die Bauarbeiter - nicht für mich...
Der Arbeitstag ist lang heute, und deshalb fällt der heimische Nachmittag irgendwie aus.
#amEndedesTages fühle ich mich dann doch ein wenig ausgelaugt. So lange und viele Vorträge bin ich gar nicht mehr gewohnt... Das Sofa macht heute einen seeehr gemütlichen Eindruck. Und vielleicht schlafe ich ja nicht sofort über meinem Buch ein.
Morgen erlebe ich meinen nächsten Chef vielleicht mal in Aktion. Mal sehen, mit wem ich es da zu tun bekomme. Und dann geht es mit der Ausbildung weiter. Dazu bin ich heute gar nicht mehr gekommen. Langweilig wird es jedenfalls nicht.
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
#gestrichen - bleiben noch 111.
Dienstag - der sich irgendwie wie Montag anfühlt. Was ich mir gestern noch für heute vorgenommen habe, bleibt bis mindestens mal morgen liegen. Erst beschließt die Maus des Computers, mir den Tag mit zufälligen Doppelklicks zu versauen. Die Folge davon ist, dass eine meiner Datenbanken diverse Datenquellen verliert, weil das zuständige Programm ausgesprochen empfindlich auf die falsch platzierten Doppelklicks reagiert. Für Fehlersuche und -behebung geht beinahe der ganze Tag drauf. Immer wieder rege ich mich über eine Maus für zwofuffzich Euro an einem 2000-Euro PC auf. Erst eine eigentlich viel zu heftige Prügelei auf dem Schreibtisch bringt die Maus zumindest für den Moment zur Vernunft. Dafür steht mein Puls heute bei stetigen 180. Na, danke!
Der Nachmittag verläuft deutlich friedlicher. Die nächste Klassenfahrt des Erben des Imperiums kündigt sich an, und wenn die Vorzeichen anhalten, dann geht es wohl nach Spanien. Ich bin gespannt. Die Tochter hadert derweil ob neuer Klammer mit dem Schicksal, aber bald ist sie das Ding hoffentlich wieder los.
#amEndesdesTages erfreuen wir uns der neuen Kissen auf dem Sofa, lesen unsere Bücher und genießen die Ruhe.
Morgen liegen drei Stunden Vorträge vor mir. Ich rede, viele Leute hören zu. Zur Ausbildung werde ich wohl nicht kommen. Nun, ich bin vorbereitet, und wenn alles so funktioniert, wie ich es mir vorstelle, brauche ich kein Powerpoint, sondern nur meine Stimme.
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
#gestrichen - bleiben noch 112.
Montag - nach einem doch eher anstrengenden, wenn auch schönen Wochenende ist die Fahrt zur Arbeit reine Erholung. Seit Tagen die erste Zeit, in der ich allein mit mir und meinem Kopf bin. Gedanken werden sortiert und ihrer Wichtigkeit nach in eines der Regale in meinen Gedankengängen gestellt. Es ist erstaunlich, wie viele Gedanken ziemlich weit hinten ihren Platz finden...
Im Büro das übliche Chaos. Einer neuer Chef stellt sich vor und orientiert sich, lernt uns und unsere Arbeit kennen. Mein Nachfolger im Amt scheitert mit Schwung an einem der Programme, mit denen ich arbeite. Wir versuchen es morgen noch einmal. Ein anderer hat unvereinbare Wünsche, die bitte sofort (oder besser noch bis gestern) erfüllt werden möchten. Die Enttäuschung in seinem Gesicht ist a) sichtbar und 2) unbezahlbar. Und dazwischen viel Geschnatter, viel Geplapper und die Vorbereitung auf die nächste Besuchergruppe, die uns beehren wird. Es wird nicht langweilig.
Am Nachmittag habe ich endlich die Gelegenheit, etwas Ruhe zu genießen. Natürlich, die Gespräche mit der Familie über den Tag dürfen nicht fehlen, aber danach dürfen sich meine Ohren ausruhen. Stille wird oft unterschätzt...
#amEndedesTages mache ich es mir auf dem Sofa gemütlich und nehme das Buch zur Hand, das in den letzten Tagen doch sehr vernachlässigt wurde. Zeit zur Regeneration.
Morgen ein zweiter Versuch, ein Programm zu vermitteln, für das ich selbst mehrere Anläufe gebraucht habe. Und dann kommt ja auch schon die nächste Gruppe, die bespaßt werden will...
Letzte Amtshandlung: ein Tag wird
#gestrichen - bleiben noch 113.
Mittwoch - #Wochenteiler, #Mettwoch, #Mittelfingermittwoch - aber das beste des Tages ist: Letzter Arbeitstag der Woche!
Im Büro drehen sich die meisten Gespräche natürlich um die Spritpreise. Manch einer kommt auf seltsame Ideen, um Geld zu sparen, damit die Karre vollgetankt werden kann: Oettinger, aber B-Ware, wird von nun an beim Aldi gekauft. Nun ja...
Das Highlight des Bürotages ist ein gutes, langes Gespräch über Pädagogen, Friesischen Tee, Fernstudium und Indisch Blau. Und über ein gutes Dutzend weiterer Themen rund um unsere kleine Welt im Norden. Zuhören und selbst gehört werden. Was will man mehr?
Der Nachmittag endet mit einem Familienlaster voller Maranten, Philodendren und ähnlichen Grüngewächsen, die nun dem heimischen Dschungel hinzugefügt werden. Bewerbungen für die Stelle als Haustarzan werden noch entgegengenommen, Lianen können aus organisatorischen Gründen leider nicht gestellt werden.
#amEndedesTages unterstütze ich bei einem äußerst wichtigen beziehungstherapeutischen Gespräch (ich fungiere spontan als Taxifahrer), esse viel zu spät zu Abend und falle irgendwie glücklich auf das Sofa. Ein leichter Film, ein guter Drink - und das geliebte #weckerausschaltgeräusch!
Morgen kommt Besuch, und wir alle freuen uns schon tierisch drauf! Ein Schritt in einen neuen Lebensabschnitt ist bereit, getan zu werden.
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
#gestrichen - bleiben noch 114.
Dienstag - mein Geld verdiene ich heute eigentlich nicht. Es ist so gar nichts los... Ich mache mir Gedanken über mein tägliches Journal und entdecke, dass Papier in diesem Fall den Computer schlägt. Ich habe neben vielen anderen Apps und Programmen auch #anytype zu diesem Zweck ausprobiert, aber ich bleibe doch lieber bei meinen geliebten Notizbüchern und den ebenso geliebten Kugelschreibern. Schon allein wegen der Möglichkeit, kleine Fundstücke in mein Journal zu kleben. 😊 #Anytype werde ich behalten, um vielleicht dort eine Sammlung meiner #vinylcollection oder meiner #bücher anzulegen. Der Leser sieht - ich habe heute viel Zeit über tausend Dinge nachzudenken, nur nicht über den Dienst. Das lenkt mich davon ab, dass ich heute noch tanken muss. Angesichts der gallopierenden Literpreise knalle ich den Tank mal nicht ganz so voll und hoffe, dass der Laster auch mit Wasserdampf und Hoffnung läuft.
Am Nachmittag wird ein neues Regal gebaut, natürlich im
#teamwork mit der besten Ehefrau von allen. Wir haben nun einen Platz für noch mehr Dschungel, noch mehr Bücher und eine kleine Ecke, wo wir unseren Drink abstellen können. Und die Katzen haben ein weiteres Versteck.
#amEndedesTages wird das neue Regal seinem Zweck zugeführt: Bücher und Whisky! Die Pflanzen folgen etwas später.
Morgen hoffe ich auf ein bisschen mehr Arbeit, ich komme mir sonst faul vor.
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
#gestrichen - bleiben noch 115.
Montag - mal wieder... Zum Glück ist das Ende absehbar. Meine hehren Pläne für heute verflüchtigen sich, weil dringend dafür nötiges Personal spontan abwesend ist. Dafür kann ich dann an anderer Stelle wenigstens unterstützend eingreifen.
Der Musikgeschmack der Handwerker um die Ecke ist a) fragwürdig (hard Techno) und b) geeignet, einen durchschnittlichen Steinburch noch am Vormittag im Alleingang in Grund und Boden zu hämmern. Mit einem Uhrmacherhämmerchen!
Später suche ich in meiner Erinnerung nach Fehlern, die gemacht wurden, um eine Übersicht bekannter Fehler und ihrer Behebung zu erstellen. Ich stelle fest: Das Verdrängen von Fehlern klappt erschreckend gut!
Am Nachmittag steht familiäre Seelsorge auf dem Programm. Enttäuschungen gehören nun mal zum Teenie-Leben. An ihnen können wir wachsen.
#amEndedesTages stehen Pläne auf jungen, wackeligen Beinen, liegen zwei Alttiere ziemlich geschafft auf dem Sofa und ermittelt ein Detective Inspector in der Flimmerkiste.
Morgen beginne ich damit, einen Besuch in der nächsten Woche vorzubereiten. Man will ja was zu erzählen haben...
Letzte Amtshandlung: Ein Tag wird
#gestrichen - bleiben noch 116.