Das stille Gebet hat seinen Platz nicht nur in verschlossenen RĂ€umen, sondern auch auf offener StraĂe. Beten ist nicht beredt sein, davon hĂ€ngt bei Gott nichts ab. Man spricht zu dem, der alles weiĂ. Eigentlich sind die Worte im Gebet ĂŒberflĂŒssig, aber Gott will sie, weil jeder Vater es gern hat, wenn sein geliebtes Kind zu ihm spricht.
Gott gibt, was man braucht und nicht immer, was man will. Gebet steht auch nicht im Zusammenhang von Zweck und Mittel. Gebet ist sittliche Pflicht, SelbstverstÀndnis der Liebe, und deshalb eine Sache des Gewissens, der Freiheit. Gutes hat seinen Sinn in sich selbst.
Menschlich-sittliches Verhalten und göttliches Verhalten können dennoch nicht gleichgesetzt werden. Deshalb verspricht Gott auch Lohn. Im Tun des Guten steht man ebenso unter Gottes Urteil, er allein schenkt die Frucht daraus. Indem Gott uns wĂŒrdigt, zeigt er seine Liebe. Man tut das Gute um der Heiligkeit des Guten selber willen.
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