Wisst Ihr warum alte Männer nach Arbeit im Garten noch so lange draußen sitzen?
- Die Früchte der Arbeit genießen?
- Die Abendstimmung aufsaugen?
- Frische Luft tanken?
Alles falsch.
Weil sie es würdevoll nicht mehr rein schaffen. Später kriechen sie dann den anderen hinterher.
Die UV-Strahlung ist heute gnadenlos.
Ein ungewohnt klares Licht flutet das Grundstück.
Ich sitze im Gartenstuhl. Anthrazitfarbener Aluminiumrahmen. Ergonomisch abweisend.
Auf dem Grünstreifen vor mir patrouilliert »Mähcedes«.
Ein autonomer Rasenmähroboter. Mein absoluter Lieblingskollege im familiären Haushalt.
Er stellt keine Fragen. Er erwartet keinen Smalltalk über die Witterung.
Er kappt einfach stoisch Grashalme auf exakt 38 Millimeter.
Ein leises, hypnotisches Surren rotierender Stahlklingen. Eine Symphonie der absoluten Ereignislosigkeit.
Trifft er auf ein Hindernis, beschwert er sich nicht. Er wendet lautlos und sucht sich einen anderen Weg.
Ein zutiefst bewundernswertes, passiv-aggressives Konfliktmanagement.
Ich beobachte ihn bei der Arbeit. Delegiere die Beherrschung der Natur an einen Lithium-Ionen-Akku.
Aus den Gärten der Nachbarn dringt kein Geräusch von Zweitaktmotoren. Nur dieses sanfte, elektrische Gleiten.
Mein Puls sinkt auf beneidenswerte 58 Schläge pro Minute.
Die Maschine und ich. Wir verstehen uns blind.
Obergärtnerin Mia nutzt die Leiter, um vom erhöhten Standpunkt aus die Kompostausbringung durch den Hilfsgärtner zu überwachen 🐾🌱😼
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"Oh, ein Schmiss auf der Wange. In welcher Verbindung waren Sie denn? Germania? Bavaria?"
"Nein. In einer innigen mit Schlehen- und Brombeerhecke."