Messkunde in der Retrodigitalisierung
Am 20. Mai wird der Tag des Messens (auch Weltmetrologietag oder Tag der Metrologie) begangen. An diesem Tag wurde im Jahr 1875 die internationale Meterkonvention unterzeichnet.
Die Fertigkeiten eines Feldmessers waren schon in der Antike gefragt und haben sich seit damals immer weiterentwickelt. In der heutigen Zeit soll der Tag auf die Bedeutung des Messens für die globale Wirtschaft, für die Wissenschaft und für unseren Alltag und für die Gesellschaft hinweisen. Ohne weltweite einheitliche Standards wäre ein globaler Warenaustausch nicht denkbar. Exakte Messungen sind für Industrie, Forschung und Entwicklung von zentraler Bedeutung. Ob beim Bäcker, an der Zapfsäule oder auf der Waage, Messungen sind im Alltag nicht wegzudenken.
Der Tag wird vom Internationalen Büro für Maß und Gewicht (BIPM) und der Internationalen Organisation für das gesetzliche Meßwesen (OIML) ausgerichtet. Seit dem Jahr 2004 stehen die Tage jeweils unter einem Motto. Für 2026 lautet es: Metrology: Building Trust in Policy Making.
Interessante Werke zu den Geowissenschaften, des Messwesens oder der Vermessungskunde befinden sich auch im Altbestand der TIB. Davon haben wir bereits einige digitalisiert, einige ausgewählte möchten wir hier kurz vorstellen:
Aus Geowissenschaften, Messwesen und Vermessungskunde
Handbuch der gesammten Vermessungskunde, die neuesten Erfindungen und Entdeckungen in derselben zugleich enthaltend; oder vollständige Anleitung zur Meßkunst, für Offiziere, Forstbediente, Bergleute und Feldmesser (Abtheilung 1+2) 1820
„Die Vermessungskunde lehret sowohl die Ausdehnung eines in Vergleichung mit der ganzen Oberflache der Erde nur kleinen Stück Landes, als auch die Große und Figur der Erde durch Anwendung der Lehren der reinen und angewandten Mathematik zu bestimmen. Sie zerfällt, rücksichtlich des Endzwecks, zu welchem man die Ausdehnung eines Theils der Erdoberfläche zu wissen verlangt, in folgende zwei Haupttheile:
in die ökonomische oder Feldmeßkunst, welche die Ausmessung und Entwerfung (Projection) einzelner Figuren oder Stücke (Grundstücke) z. B. Gebäude, Felder, Wälder, Wiesen, Gärten, Landseen, Teiche, Flüsse, Wege, Grenzen u. s. w. und deren gleichmäßige Vertheilung lehrt; in die topographische oder Landmeß kunst, Lehre vom Aufnehmen (Mappirung, Chartirung), welche die Ausmessung und Entwerfung der Figur ganzer Länder oder Distrikte lehrt.“ (Seite 3)Lehrbuch der praktischen Geometrie, nebst einem Anhange über die Elemente der Markscheidekunst (Theil 1+2) 1857 2. Theil S. 139
Die Landes-Vermessung und die in ihrem Gefolge befindlichen Arbeiten, erläutert durch die im Königreich Württemberg zur Ausführung kommende Vermessung (Heft 1-4) 1841-1843
- Die geometrische Detail-Aufnahme eines Landes, oder Darstellung der dabei vorkommenden einzelnen Arbeiten (3. Heft, [1])
Die Praxis des Vermessungsingenieurs (Band 1+2) 1923 Band 1, Bild 443
Die Königlich Preussische Landes-Triangulation (Theil 1-11) 1870-1901
- Die Hannoversche Dreieckskette, das Basisnetz bei Meppen, das Wesernetz (8. Theil, Seite 3)
Die höhere Geodäsie oder die Wissenschaft, die Reiche der Erde, und diese selbst, geographisch aufzunehmen und zu chartieren (Abtheilung 1) 1816 Bild 460
Systematisches Handbuch der gesammten Land- und Erd-Messung mit ebener und sphärischer Trigonometrie auch Beschreibung der neuern brauchbaren Meßinstrumente (Band 1+2) 1819, Bild 330
Anleitung für die Herstellung und Justierung geodätischer Instrumente (Teil 1+2) 1907-1911 Seite 75 und 276
Retrodigitalisierung – vom Papier zum Pixel
Viele wissenschaftliche Schätze schlummern in den analogen Beständen der TIB – meist schwer zugänglich und oft nur vor Ort nutzbar. Dank Retrodigitalisierung ändert sich das: Durch die Digitalisierung werden gedruckte Bücher, Karten und weitere analoge Materialien gesichert und historisches Wissen sichtbar, durchsuchbar und nachhaltig verfügbar gemacht.
In der Blogreihe „Retrodigitalisierung – vom Papier zum Pixel“ zeigt die TIB Schätze, die nun nicht mehr nur in den Regalen der Bibliothek stehen, sondern online von überall auf der Welt angesehen werden können. Auch einen Blick hinter die Kulissen der Retrodigitalisierung wird es geben: Wie werden aus analogen Beständen digitale Ressourcen? Welche technischen und rechtlichen Herausforderungen gibt es dabei? Von der Auswahl der Materialien über Scanprozesse bis zur Langzeitarchivierung – die Reihe beleuchtet Retrodigitalisierung als eine wichtige Aufgabe moderner Bibliotheken.
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