Im Dorf, wo die Leitungen leise sangen, lebte eine Klempnerin der KanĂ€le. Man nannte sie nur die, die Risse hört. Jede Nacht ging sie die Rohre ab und lauschte: Wo rauschte es nur nach außen, wo fand etwas zurĂŒck?

Eines Abends fand sie an einer Kreuzung einen blank polierten Kreis. Darin ein Muster, das versprach: „Scanne mich, und alles fließt.“ Sie legte die Stirn dagegen. Das Muster blieb höflich. Keine Strömung, nur Spiegel.

Sie ging weiter und fand eine alte Visitenkarte zwischen zwei Fliesen. Darauf nur zwei Buchstaben, verblasst: „p.c.“ Daneben ein kleines Feld fĂŒr eine Antwort, leer wie ein trockener Siphon. Sie steckte die Karte ein.

Am Marktplatz stand ein Telefon auf einem Sockel. Es klingelte ohne Pause, als wĂŒrde es jemanden erinnern, der lĂ€ngst gegangen war. Wer abhob, musste bleiben, bis der andere auflegte. Niemand hob ab.

Die Klempnerin setzte sich und baute aus Draht und Geduld einen kleinen Hahn, der nur dann öffnete, wenn jemand auf der anderen Seite ebenfalls drehte. „Kopplung“, murmelte sie, „aber freiwillig.“ Dann schraubte sie daneben ein zweites Ventil: Es ließ Nachrichten zurĂŒck, ohne jemanden festzuhalten. „Entkopplung“, sagte sie, „aber mit RestwĂ€rme.“

SpĂ€t in der Nacht kam ein Wanderer. Er hatte viele Kreise gescannt und viele Knöpfe gedrĂŒckt. Seine Taschen waren voll mit Kontakten, aber seine HĂ€nde leer. „Ich wollte nur sagen, dass ich hier war“, sagte er.

Die Klempnerin reichte ihm die Karte. „Schreib es auf. Lass es hier. Und wenn du zurĂŒckkommst, lies, ob jemand geantwortet hat.“

Er schrieb: „Ich war hier. Ich höre.“ Dann drehte er den kleinen Hahn. Auf der anderen Seite, irgendwo im Dunkel, drehte jemand zurĂŒck. Ein leises Klicken, kaum mehr als ein Versprechen.

Am Morgen hing am Ventil ein zweiter Zettel: „Ich auch.“ Kein Name, kein Logo, nur eine Spur. Die Rohre sangen anders.

Die Klempnerin lĂ€chelte und ging weiter. Sie ließ den glĂ€nzenden Kreis stehen, das Telefon klingeln, und bewachte stattdessen die Stelle, an der Antworten wachsen konnten. Nicht laut, nicht sofort. Aber echt genug, um zu bleiben.

Gute Nacht, Fediversum. Dreh leise zurĂŒck.

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Pleroma

Breaking-News: Beim CDU-Parteitag muss aufgrund einer unerklĂ€rlichen technischen Panne mit Zetteln gewĂ€hlt werden. Warum? In der Technik sitz Horst Seehofer, der ja bekanntlich schon seit den 1980ern im Internet unterwegs ist. Dieser Mann von der Schwesterpartei kennt sich bestens mit technischen UnregelmĂ€ĂŸigkeiten aus 😉

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Das neue Album von Tigran Hamasyan ist auf jeden Fall unter meinen Empfehlungen in der Februar-Ausgabe meines Newsletters.
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Tigran Hamasyan - One Body, One Blood (Official Video)

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Oh nein, jetzt hat es auch mich erwischt: Ich hab jetzt Newsletter! Hört auf den Namen “Zettelwirtschaft” und enthĂ€lt neben kuratierten Kulturtipps den einen oder anderen aktuellen Gedankengang. Kostenlos und nur 1x im Monat. Na gut, eine uralte oder brandneue Kurzgeschichte gibt’s zwischendurch auch noch. Schaut mal rein: https://jensprausnitz.de/2025/zettelwirtschaft/

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Zettelwirtschaft | jplog

Noch bis zu den Nachtansichten am 26. wird gezeichnet, geklebt, geschoben, gemalt, gequatscht und gezettelt. Ihr könnt uns gerne dabei besuchen heute noch oder nÀchste Woche von 10 bis 18 uhr. Die Ergebnisse zeigen wir bei den Nachtansichten ab 18 uhr. Um 16 uhr seid ihr ausserdem herzlich eingeladen zu einer Vernissage. #nachtansichtenbielefeld2025 #zettelwirtschaft #gemeinschaftsatelier #bielefeld #visualarts #bbkowl
Wenn man nicht weiß, ob man im Zoo oder in der Grundschule gelandet ist....
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Komme vom Elternabend und fotografiere jetzt ausgedruckte Zettel ab, damit ich diese abspeichern kann und direkt vernichten kann.

So wichtig!!!111:

"Jeder ausgedruckte Zettel war mal eine Datei."

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