Abschließende Anmerkung:
Das größte Versäumnis für mich, ist, dass zu den einzelnen Autor:innen nicht deren Fediverse-Accounts mit im Whitepaper angegeben und verlinkt wurden!

So kann kein direkter Austausch mit diesen stattfinden - schade.

Abgesehen davon hat trägt das veröffentlichte Whitepaper den Titel "Layout Entwurf (2024-12-16)", der auch so von Suchmaschinen gefunden wird.
Ob das so beabsichtigt war, @swr3?

cc @lxplm @annaneifer @mervelous
Oh wow, ihr seid alle auf mastodon.social eingerichtet, der größten Instanz, die von vielen kleinen Instanzen blockiert wird, u.a. aufgrund ihrer als miserabel wahrgenommenen Moderation und *der* Spam-Schleuder im Fediverse?
Habt ihr auch Einblicke in andere Fediverse-Dienste?

#Whitepaper #Fediverse #SocialWeb #Medien #SWR
"Solange Medienhäuser Relevanz aus den Like-Zahlen auf Beiträge ableiten, fürchte ich, dass Netzwerke wie Mastodon auch weiterhin keine große Rolle spielen werden. Denn dort ergibt sich Relevanz aus der Anzahl von Re-Posts, und das dürften viel zu wenige sein, um Redaktionen hinreichend zu beeindrucken. Außerdem scheinen Mastodon-User:innen diskussionsfreudiger zu sein als andere, sodass ein simples Bespielen der Plattform nicht ausreicht. Für intensive Betreuung aber fehlen Mittel und Wille."

Zitat von @holgi - schade, dass auch du ausschließlich Mastodon erwähnst und nicht das Fediverse als solches (auch wenn Mastodon von den meisten genutzt wird, gilt dieses Whitepaper doch eigentlich der Betrachtung der vielen populären Fediverse-Dienste).

#Whitepaper #Fediverse #SocialWeb #Medien SWR
"Der Einstieg ins Fediverse ist kompliziert. So kompliziert, dass das Onboarding eine wichtige Erklärung dafür ist, warum viele potenzielle Nutzer:innen von dezentralen sozialen Netzwerken abgeschreckt sind.

Das Fediverse bietet zwar viel Freiheit, jedoch entstehen im ersten Nutzungskontakt Reibungspunkte, die im Vergleich zu etablierten Plattformen zu einer deutlich schlechteren Nutzerbindung führen. Doch das ist kein Naturgesetz: Ein konsequent nutzerzentrierter Ansatz kann zur Überwindung dieser Barrieren beitragen.

Status quo

Ein wesentlicher Aspekt des Mastodon-Onboardings besteht darin, dass spezifische technische Kenntnisse vorausgesetzt werden. Aus Perspektive neuer Nutzer:innen erscheint die Instanzauswahl, die aus föderationslogischer Sicht notwendig ist, als überfordernd. Zudem begegnet ihnen eine leere Timeline: Eine Person, die keine externen Referenzpunkte nutzt, bekommt zunächst keinen Inhalt zu sehen. Für viele Neulinge ein Grund, die Plattform schnell wieder zu verlassen. Diese Entwicklung wird durch den Einsatz einer fachspezifischen Terminologie ('föderiert', 'Instanz' oder 'Boosts') weiter verstärkt.

Best Practices

Wie könnte es anders gehen? Plattformen, wie TikTok, X, Netflix und Disney+ investieren seit Jahren erhebliche Ressourcen in die Optimierung der 'First Time User Experience' und liefern wertvolle Erkenntnisse, die sich auf das Fediverse übertragen lassen. Die gemeinsame Logik ihrer Ansätze: Die Relevanz des Inhalts entsteht unmittelbar, nicht erst nach erfolgter Registrierung. TikTok präsentiert beispielsweise bereits vor der Einrichtung eines Accounts erste Inhalte und optimiert die Empfehlungen kontinuierlich anhand minimaler Interatktionssignale. Instagram nutzt bestehende soziale Netzwerke, um direkt Verindungen herzustellen und die Feeds neuer Nutzer:innen mit bekannten Gesichtern zu füllen. Gemäß der Prämisse, personalisierte Vorschläge unmittelbar präsentieren zu können, setzt Netflix auf eine frühzeitige Interessenabfrage.

Eine mögliche Zukunft

(...)
Ein erfolgreiches Onboarding demonstriert Nutzer:innen unmittelbar den Nutzen einer Plattform. Für das Fediverse bedeutet dies, dass die technischen Details zugunsten von Relevanz und Orientierung zurückgestellt und der Einstieg deutlich stärker inhaltlich ausgerichtet werden müsste.
(...)
Ein zeitgemäßes Onboarding erstreckt sich nicht lediglich auf die Registrierung, sondern umfasst auch die ersten Nutzungstage. Es beinhaltet Tutorials, Begriffserklärungen, Follow-up-Empfehlungen und Impulse zur Entdeckung neuer Communitys."
(...)"

"Simon Uhl ist Consultant, Datenjournalist, Dozent und Entwickler mit Schwerpunkt auf der Schnittstelle von Journalismus, Innovation und Künstlicher Intelligenz."

Super lesenswert!!

#Whitepaper #Fediverse #SocialWeb #Medien #SWR
"224 Minuten pro Tag. So viel Zeit verbringen Jugendliche und junge Erwachsene im Schnitt online - vor allem auf Social Media und in Messenger-Apps. Instagram liegt klar vorn, gefolgt von TikTok, Snapchat und YouTube. Fast alle nutzen WhatsApp für den direkten Austausch."

Die Informationen stammen aus der "JIM-Studie von 2013, Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest".

Gab es dazu keine aktuelleren Zahlen, als eine mehr als fast 13 Jahre zurückliegende Studie?? O_O

"Die junge Generation sucht Plattformen, die Kreativität, Authentizität und Sicherheit verbinden. Sie will gestalten - mit einfachen Video-Tools, Musik, AR-Effekten - und sich über interaktive Formate wie Umfragen oder Challenges beteiligen. Statt Perfektion zählt Echtheit: Kurzlebige Formate wie Storys oder spontane Posts senken den Druck und fördern den Austausch.
Wichtig ist das soziale Miteinander - Gruppen und sichere Räume mit klaren Regeln, verlässlicher Moderation und Privatsphäre-Einstellungen. Es braucht eine Plattform, die kreative Freiheit ermöglicht und Schutz ernst nimmt.
(...)
Ein soziales Netzwerk für die Generation Alpha muss Bestehendes neu kombinieren: die Kommunikationsform von WhatsApp, die Kreativkraft von TikTok und Instagram und die Informationskompetenz journalistischer Angebote. Das Ganze vereint in einer sicheren, transparenten Umgebung. Bisher entscheiden Algorithmen über Reichweite. Künftig sollten Werte wie Vielfalt und Transparenz den Takt angeben.
Gelingt dieser Spagat, kann ein neues Netzwerk junge Menschen wirklich binden - denn ihr Bedürfnis nach Austausch, Selbstexpression und Information bleibt ungebrochen."

"Daniela Vey ist Informationsdesignerin, Dozentin und Social-Media-Strategin - mit einer Leidenschaft für Struktur, Storytelling und gesellschaftlichen [sic!] Impact."

#Whitepaper #Fediverse #SocialWeb #Medien #SWR
"Schauen wir also zurück auf unsere jüngsten Erinnerungen an unsere Deep-Reading-Erfahrung, um uns vorzustellen, wie diese Art von ruhigem, konzentriertem Kontext unterstützen könnten.
Was wäre, wenn wir im Moment des Scrollens durch unsere Timeline einfach in eine fokussierte 'Deep Reading'-Ansicht wechseln könnten, in der wir diesen einen Artikel in einer ablenkungsfreien Darstellung lesen könnten? Und im Gegensatz zu den üblichen kurzen Beiträgen könnte der Artikel, wie jedes gute Multimedia-Dokument, Bilder, Videos, Ton und einige nützliche typografische Elemente in beliebiger Reihenfolge enthalten."

"Brendan Howell ist Dozent für Informations- und Interface-Design an der Berliner Technischen Kunsthochschule. Er ist außerdem Mitglied des Internet-Kollektivs LURK und langjähriger Administrator im Fediverse."

Die Idee eines solchen Leseerlebnisses gefällt mir ausgesprochen gut!

#Whitepaper #Fediverse #SocialWeb #Medien #SWR
"Statt Inhalte für Algorithmen zu erstellen, sollten wir beginnen, Algorithmen für Inhalte zu kreieren. Algorithmen könnten gezielt Werte wie Vielfalt, Transparenz und Informationsqualität in den Vordergrund stellen. Mittels einer Online-Umfrage haben sich die oben genannten Pain Points bestätigt. Für einen gemeinwohlorientierten Algorithmus sind 'Transparenz von Quellen' und 'verlässliche Quellen priorisieren' ganz oben auf der Wunschliste der Teilnehmer:innen.

Was bedeutet das konkret, journalistische Werte in einen Algorithmus zu integrieren?

Für meinen technischen Prototyp habe ich mich auf drei Werte fokussiert:
- Diversität: Die Auswahl der Beiträge wird so variiert, dass auch Inhalte von Accounts oder Hashtags auftauchen, denen Nutzer:innen sonst weniger Beachtung schenken.
- Transparenz: Nutzer:innen sollen nachvollziehen können, warum ein Beitrag im Feed erscheint. Dies könnte über ein Info-Fenster mit kurzen Erklärungen gelöst werden.
- Informationsqualität: Ein Reputationssystem bewertet die Vertrauenswürdigkeit. Jeder Account erhält einen Score, der sinkt, wenn er von Nutzer:innen gemeldet wird. Beiträge von Accounts mit niedrigem Score erscheinen entsprechend seltener."

"Anna Neifer arbeitet als Data Scientist, Journalistin, Medientrainerin und Speakerin. Nach ihrem Volontariat beim WRD hat sie ihre investigativen Recherchen unter anderem bei ARD, ZDF und VICE veröffentlicht."

#Whitepaper #Fediverse #FediForYou #SocialWeb #Medien #SWR
"Argument Nr. 3 ist meiner Meinung nach das stärkste: Die Followerschaft mag im Vergleich zu den 'klassischen' Diensten übersichtlich sein, aber: Es handelt sich um Communitys, die den Namen noch verdienen. Um Menschen, die im Jahr 2025 noch echtes Interesse zeigen und daher überdurchschnittlich oft faven, boosten, kommentieren, weiterempfehlen, Rückfragen stellen und Antworten liefern. Gibt es ein beseres Publikum?"

"Alexander Plaum ist Online-Redakteur, Konzeptentwickler und Projektmanager mit Background in Literatur- und Sozialwissenschaft sowie ausgeprägtem Interesse an digitaler Technologie, Politik und Popkultur."

Ich gebe die Frage mal weiter an @buersten @Engelsbaeckerei und @lose_retterDD, teilt ihr die Einschätzung des Autoren, der diese in dem SWR Whitepaper stelt, wie ist die Interaktionsrate auf euren Fediverse-Accounts so (ggf. im Vergleich zu anderen Social-Media-Diensten)?

(sehr lesenswertes Whitepaper übrigens, siehe oben im Thread)

#Whitepaper #Fediverse #SocialWeb #Medien #SWR

“Mastodon, der Platzhirsch im Fediverse, gilt als Twitter-Klon. Glaubst du, dass diese Wahrnehmung überstrahlt, was das Fediverse sonst noch sein kann?

Das ist eine Herausforderung. Menschen neigen dazu, Dinge genau so zu kategorisieren: Pixelfed ist wie Instagram. Mastodon ist wie Twitter. Wir ordnen neue Dinge ganz natürlich dem zu, was wir bereits kennen. Das macht es natürlich schwieriger, die Flexibilität und die vielfältigen Möglichkeiten des Fediverse zu verstehen. Eine weitere Herausforderung besteht darin, dass manche Menschen Mastodon für die repräsentative Plattform des Fediverse halten und deshalb glauben, dass es da nur um Kurzbeiträge geht. Wenn ich öffentlich spreche, weise ich fast immer darauf hin, dass Mastodon nicht das Fediverse ist, weil ich weiß, dass sonst Kritik aus anderen Teilen der Community kommt. Die Fediverse-Nutzer:innen wollen nicht, dass eine Plattform als alleinige Vertretung für das ganze Protokoll gesehen wird.”

“Andy Piper ist Head of Communications bei Mastodon. Mit Stationen bei IBM und Twitter ist er seit zwei Jahrzehnten als Tech-Profi in der digitalen Welt unterwegs. Er brennt fürs Fediverse und legt trotz seines Jobtitels Wert auf die Feststellung, dass das Fediverse nicht nur aus Mastodon besteht.”

#Whitepaper #Fediverse #SocialWeb #Medien #SWR

"Auch für journalistische Medienunternehmen ist das Argument nicht immer leicht: Warum in Plattformen investieren, dienoch [sic!] nicht mit dem Traffic von Facebook oder Instagram mithalten können? Und was ist mit der sagenumwobenen 'jungen Zielgruppe'? Ist Tiktok, siehe oben, da nicht vielleicht doch erst einmal relevanter? Dabei sind es gerade auch junge Menschen, die Nachrichten primär über Social Media konsumieren, die ein Bedürfnis und ein Recht haben, anständig informiert zu werden, ohne sich durch Mengen falscher Informationen und wenig vertrauenswürdiger Akteure kämpfen zu müssen.
(...)
von einem sind wir überzeugt: So wie es jetzt ist, kann es nicht weitergehen. Wir brauchen ein neues Social Web - und das Fediverse kann ein wichtiger Rohstoff sein."

Lesenswertes "Whitepaper zum Fediverse":
https://www.swr.de/unternehmen/innovation/fediverse-whitepaper-100.pdf

#Whitepaper #Fediverse #SocialWeb #Medien #SWR
Warum kann ich denn aus dem "Whitepaper zum Fediverse" des @swr3 / MediaLab keinen Text heraus kopieren (weder im PDF-Reader im Browser, noch in einem dezidierten PDF-Leseprogramm unter Linux)?

Ist das PDF etwa nicht barrierefrei erstellt? :think:

Link zum Artikel auf der Website des SWR:
https://www.swr.de/unternehmen/innovation/whitepaper-fediverse-100.html

Link zum Herunterladen der PDF-Datei:
https://www.swr.de/unternehmen/innovation/fediverse-whitepaper-100.pdf

#Whitepaper #Fediverse #Medien #SWR #Barrierefreiheit #Inklusion
Chancen des Fediverse für Journalismus

Kann das Fediverse eine Alternative zu den Social-Media-Monopolisten sein? Zusammen mit dem Media Lab Bayern und sechs fantastischen Fellows sind wir, das SWR X Lab, bei "Reinvent Social Platforms" dieser Frage nachgegangen. Die Ergebnisse mit vielen Chancen, Herausforderungen und konkreten Lösungsansätzen gibt es jetzt als Report zum Download. Journalismus into the Fediverse!

SWR