Lesetagebuch „Notizen für John“ (10)
Wer braucht wen? Der Therapeut und Didion stellen die Hypothese auf, dass Mütter, die ein Kind adoptieren, das Kind mehr brauchen als das Kind sie braucht. „Sie haben Quintana immer zu sehr gebraucht“, sagt der Therapeut. „Sie hatten immer Angst sie zu verlieren, darum haben sie sie überbehütet, darum sind sie hier“. (er scheint zwischen den Zeilen auch zu sagen: Darum ist Quintana depressiv, darum ist sie Alkoholikerin, darum ist es ihnen nicht gelungen, sie von ihrer Vergangenheit (einer Familie von Trinkern) zu befreien.
Und das alles ist schlimm genug. Da muss ich dieses Mal meine eigene Geschichte nicht auch noch auffächern. Von zu viel gebraucht worden zu sein zu zu viel gebraucht zu haben. Das Drama der Vererbung.
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