Agentinnenkrimi âThe Veilâ
5 unterhaltsame Folgen kippen zum Schluss in unglaubwĂŒrdiges Melodrama
Nach lĂ€ngerer Durststrecke hat mich mal wieder eine Miniserie angesprochen. âThe Veilâ in der ZDF-Mediathek. VerfĂŒgbarkeitsdauer unklar. Einige starke Elemente, mit einer kritischen EinschrĂ€nkung.
Hier der lesenswerte Wikipedia-Eintrag. Elisabeth Moss als Headliner ist lĂ€ngst ein Weltstar. Die kann alles spielen. Die Neuentdeckung ist die Libanesin Yumna Marwan in der zweiten Hauptrolle. Von der gibt es noch gar keinen deutschen Wikipedia-Eintrag, aber einen englischen. Die beiden Damen liefern sich ein sehenswertes Duell vor den fotogenen Kulissen Istanbuls, Parisâ und Londons.
Der rote Faden ist die missgĂŒnstige Konkurrenz zwischen den Geheimdiensten der USA, Frankreichs und des UK. Sie gönnen sich gegenseitig nicht das Schwarze unter den FingernĂ€geln, sind aber gegen das Böse in der Welt zur Zusammenarbeit gezwungen. Die beiden Heldinnen versuchen mehr gegen als mit diesen Geheimdiensten, bzw. dem bösen islamistischen Terrorismus, ihre humane Autonomie zu verteidigen. Das gelingt nicht durchgehend, und ist insofern realistisch. Die Charaktere beider Hauptrollen sind wohltuend ambivalent angelegt, und lassen Fragen offen. Wie im richtigen Leben.
In der Letzten der 6 Folgen kippt die Story leider in ein Melodram um, mit dem die Vorgeschichte der von Moss verkörperten MI6-Agentin dem Publikum offengelegt werden soll. Das ist unglaubwĂŒrdig und verzichtbar. Die zĂŒnftige Schluss-Schiesserei in einem Barnaby-artigen Landschloss hĂ€tte dessen nicht bedurft. Die Auflösung ist drammaturgisch so arm, dass ein Star wie Mrs. Moss sie besser resolut abgelehnt hĂ€tte (Idee und Drehbuch: der hochdekorierte Steven Knight).
Muss ich erwĂ€hnen, dass die Serie vor Trump II gedreht wurde? Es wĂ€re interessant zu sehen, wie sie in der aktuellen Gegenwart fortgesetzt werden mĂŒsste ⊠Mann gönnt sich ja sonst nichts.
Abenteuer aus dem wahren Leben
Ăhnlich abenteuerlich wie diese Agentenserie eine Dokumentation aus dem wahren Leben der Gegenwart im Norden der TĂŒrkei:
âWilde Wege: TĂŒrkei â Von der SchwarzmeerkĂŒste der TĂŒrkei fĂŒhrt der âHighway D915â durch steile TĂ€ler und hochalpine PĂ€sse in das anatolische Hochland. GegensĂ€tzlicher könnten die Gegenden, die der Highway verbindet kaum sein und auch deshalb ist diese gefĂ€hrliche StraĂe durch das Pontische Gebirge noch heute eine respektierte und beliebte Verbindung fĂŒr die Menschen im hohen Norden der TĂŒrkei.â VerfĂŒgbar bis 8.6.