Die starke Frau dahinter

Der München-“Tatort” wäre ohne sie nicht das geworden, was er war – aber wer erinnert noch an sie?

Ohne solche Redakteur*inn*e*n wäre das TV schon lange tot. Sie haben es gross gemacht, zum zeitweise zentralen und mächtigsten Medium der BRD, das auch in der DDR ausgiebig konsumiert wurde. Das German Television. Sie sind heute fast vergessen, weil sie uneitel kreative Arbeit gemacht haben: Stoffe entwickeln, Bühnen bauen, das Senden gegen ignorante kenntnisfreie Chefs durchsetzen, sich still freuen, wenn sich Erfolg einstellt und Stars geboren werden. Horst Königstein (NDR) war so einer, Heidi Steinhaus (WDR, Schimanski-“Tatorte”, noch nicht mal mit Wikipedia-Eintrag) und ganz sicher auch Silvia Koller, ohne die es die gegenwärtigen Oster-Feierlichkeiten nicht geben würde. Aber wer erinnert an sie?

Ich erinnerte mich an eine angemessene Würdigung von David Denk in der taz. Sie erschien nur drei Wochen vor Frau Kollers Tod. Sie starb kurz nach ihrer Pensionierung. Denks würdigenden Text, der mich damals erstmals auf Frau Kollers segensreiches Wirken aufmerksam gemacht hatte, wird vom taz-Archiv frevelhafterweise hinter einer Paywall vergraben. Warum? Fragen Sie in Berlin.

So muss Ihnen und mir der 16 Jahre alte Nachruf ihres Arbeitgebers, des Bayrischen Rundfunks genügen. Mit ihrem kurz angebundenen Interview. Das haben wir mit unseren TV-Gebühren schon bezahlt.

Wie konnte Frau Koller das tun, was sie getan hat?

Es war die Zeit, als es in den öffentlichen Sendeanstaltedn noch Fachredaktionen gab. Die sind heute fast ausnahmslos wegrasiert.

Meine Hypothese: Frau Koller u.a. profitierten beim BR davon, dass die Herden der servilen irren CSU-Karrieristen alle dahin strömten, wo sie glaubten wichtig zu sein: bei dem, was im BR für Journalismus gehalten wurde. “Fiktion” war nicht wichtig, weil mann da weder Mitgliedern der Landesregierung noch der CSU-Parteiführung begegnen konnte. Und genau das liess die Kreativen und Vernünftigen dorthin gehen, ein sicheres Exil. Persönlichkeiten wie Marianne Lienau (WDR) oder Silvia Koller (BR) wurden zu sorgsamen Müttern solcher Exile.

Wer erinnert noch an sie?

Dietrich Leder (72) ist einer der wenigen Medienpublizist*inn*en, die ein Auge für solche wichtigen Persönlichkeiten hatten. Seine Werke sind heute mehrheitlich in Paywall-Kellern vergraben (Medienkorrespondenz), wie es meine (gegen meinen Willen, ich habe weder Geld noch Lust zu prozessieren) bei Augstein sind.

Heute gibt es solche Redakteur*inn*e*n nicht mehr. Die Sendeanstalten haben alles an kommerzielle Produktionsfirmen privatisiert. Die erhalten Aufträge und (nicht wenig) Geld, und geben weniger Widerworte, weil sonst … Sie wissen schon. Frau Koller, so wurde mir von Besserinformierten berichtet, hat nie Filz mit einer Produktionsfirma entstehen lassen, sondern sie regelmässig gewechselt. Ich meine: das war den München-“Tatorten” auch anzusehen. Jede Folge war irgendwie neu. Und sehr viele guckten zu.

Danke an Frau Koller, und alle die uns diese guten Zeiten beschert haben. Vorbei.

Die starke Frau dahinter – Beueler-Extradienst

Aus aktuellem Anlass ist meine neue taz-Kolumne „Die Scham wechselt zu Friedrich Merz“ schon online.
Diesmal geht’s um digitale Gewalt – und wie wir sie vielleicht nicht erst in 100 Jahren, sondern schon ab diesem Jahr in den Griff bekommen.

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Digitale Gewalt: Die Scham wec...
Digitale Gewalt: Die Scham wechselt zu Friedrich Merz

Unsere Kolumnistin forderte, dass übergriffige Männer geächtet werden sollten. Bei Deepfakes wird das jedoch anders gelingen als vielleicht erwartet.

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Digitale Gewalt: Die Scham wechselt zu Friedrich Merz

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Unsere Kolumnistin forderte, dass übergriffige Männer geächtet werden sollten. Bei Deepfakes wird das jedoch anders gelingen als vielleicht erwartet. mehr...

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Klimagerechte Stadtplanung: Wolkenkratzer, die Wolken bilden

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Je mehr Beton, desto mehr Hitze? For­sche­r*in­nen aus China und den USA analysieren, wie sich Gebäude auf die Wolkenbildung in Städten auswirken. mehr...

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Parlamentswahl in Ungarn: „Es könnte ein Wendepunkt sein“

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Viktor Orbán habe einen Mafiastaat errichtet, sagt der grüne EU-Abgeordnete Daniel Freund. Die EU solle sich gut auf dessen mögliche Abwahl vorbereiten. mehr...

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Viktor Orbán habe einen Mafiastaat errichtet, sagt der grüne EU-Abgeordnete Daniel Freund. Die EU solle sich gut auf dessen mögliche Abwahl vorbereiten.

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Trotz Absage von Ministerin Reiche: Deutschland und weitere Länder fordern EU zur Prüfung von Übergewinnsteuer auf

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Finanzminister Lars Klingbeil und vier Amts­kol­le­g:in­nen aus anderen europäischen Staaten dringen darauf, die Absahnerei der Ölkonzerne einzugrenzen. Hintergrund sind die infolge des Irankriegs gestiegenen Spritpreise. mehr...

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Mitglieder von SPD, Grünen und Linken: 128 Abgeordnete formulieren „Osterappell zur Seenotrettung“

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Die Bundesregierung müsse sich mehr für die Rettung auf See einsetzen, fordern 128 Parlamentarier:innen, darunter mehr als 30 aus der SPD. Von der Unionsfraktion beteiligt sich niemand an dem Appell. mehr...

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Die Bundesregierung müsse sich mehr für die Rettung auf See einsetzen, fordern 128 Parlamentarier:innen, darunter mehr als 30 aus der SPD. Von der Unionsfraktion beteiligt sich niemand an dem Appell.

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Thailändische Spezialitäten: „Wie, du magst keine Ameiseneier?“ | taz.de

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> Wer in Thailand Omelett isst, kommt womöglich mit dem Kaviar des Dschungels in Berührung. Unser Autor ist skeptisch.

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Reform der Gesetzlichen Krankenkassen: Die Versicherten haben keine Lobby

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Will man Versicherte nicht übermäßig belasten, müssen Pharmaindustrie, Apotheken, Ärzteschaft mehr zahlen. Aber legt sich die Koalition mit ihnen an? mehr...

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Will man Versicherte nicht übermäßig belasten, müssen Pharmaindustrie, Apotheken, Ärzteschaft mehr zahlen. Aber legt sich die Koalition mit ihnen an?

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