KI als Gesetzeshacker: Was die SocioHack-Studie wirklich zeigt
Forscher haben KI eingesetzt, um neue Steuerschlupflöcher zu entdecken – und verraten sie bewusst nicht. Was das für Technik, KI-Ethik und uns alle bedeutet.KI als Gesetzeshacker: Was die SocioHack-Studie wirklich zeigt
Forscher haben KI eingesetzt, um neue Steuerschlupflöcher zu entdecken – und verraten sie bewusst nicht. Was das für Technik, KI-Ethik und uns alle bedeutet.Bist du in den Gewichten?
Eine Site fragt Dutzende Sprachmodelle parallel, wie stark sie dich „kennen" — und clustert die Antworten zu einem Score. Die eigentliche Frage: Wer hat deine Texte eingesammelt, und hat dich dabei irgendjemand gefragt?

Eine neue Site fragt Dutzende Sprachmodelle parallel, ob sie jemanden „kennen“ — und gibt einen Erkennungs-Score zurück. Das klingt nach einem Spiel. Die eigentliche Frage dahinter ist eine andere: Wer hat deine Texte eingesammelt, wann, und hat dich dabei irgendjemand gefragt?
RT @Alibaba_Qwen: 📣📣 Lernen Sie Qwen-AgentWorld kennen – ein natives Sprach-Weltmodell, das 7 Agent-Umgebungen (MCP, Suche, Terminal, SWE, Web, Betriebssystem, Android) in einem einzigen Modell simuliert. Die Modellierung von Umgebungen war von Anfang an das Trainingsziel, keine nachträgliche Anpassung. 🤔 LLMs werden darauf trainiert, bessere Agenten zu sein – also besser im Handeln innerhalb von Umgebungen. Doch niemand hat sie bisher darauf trainiert, die Umgebungen selbst zu modellieren. 🗺️ Unsere Roadmap: Wir untersuchen, wie die Modellierung von Sprachwelten die Grenzen der allgemeinen Agenten-Fähigkeiten erweitern kann, und zwar auf zwei Wegen: 1️⃣ Aufbau eines Grundmodells für die Umgebungs-Simulation – das auf AgentWorldBench Claude Opus 4.8 und GPT-5.4 übertrifft 2️⃣ Untersuchung, wie die Weltmodellierung das Training von Agenten verbessert: 🔬 Kontrollierbare Sim-RL (agentic RL mit LWM als Umgebungen) schlägt das Training in realen Umgebungen 🧠 Das Lernen, Umgebungen vorherzusagen (LWM-Warm-up), macht Agenten stärker – bemerkenswerterweise überträgt sich dieses prädiktive Wissen sogar ohne jegliches agentenspezifisches Fine-Tuning direkt auf agentic Aufgaben. 📑 Paper: https://arxiv.org/abs/2606.24597 📖 Blog: https://qwen.ai/blog?id=qwen-agentworld 💻 GitHub: https://github.com/QwenLM/Qwen-AgentWorld 🤗 HuggingFace: https://huggingface.co/collections/Qwen/qwen-agentworld 🧩 ModelScope: https://modelscope.cn/collections/Qwen/Qwen-AgentWorld
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#Agenten #KI #MaschinellesLernen #Qwen #Sprachmodelle #arint_info

A world model predicts environment dynamics based on current observations and actions, serving as a core cognitive mechanism for reasoning and planning. In this work, we investigate how world modeling based on language models can further push the boundaries of general agents. (i) We first focus on building foundation models for agentic environment simulation. We introduce Qwen-AgentWorld-35B-A3B and Qwen-AgentWorld-397B-A17B, the first language world models capable of simulating agentic environments covering 7 domains via long chain-of-thought reasoning. Leveraging more than 10M environment interaction trajectories of 7 domains in real-world environments, we develop Qwen-AgentWorld through a three-stage training pipeline: CPT injects general-purpose world modeling capabilities from the state transition dynamics and augmented professional corpora, SFT activates next-state-prediction reasoning, and RL sharpens simulation fidelity through a tailored framework with hybrid rubric-and-rule rewards. To evaluate language world models, we present AgentWorldBench, a comprehensive benchmark constructed from real-world interactions of 5 frontier models on 9 established benchmarks. Empirical results demonstrate that Qwen-AgentWorld significantly outperforms existing frontier models. (ii) Beyond foundation models, we further investigate two complementary paradigms through which world modeling enhances general agents. First, as a decoupled environment simulator, Qwen-AgentWorld supports scalable and controllable simulation of thousands of real-world environments for agentic RL, yielding gains that surpass real-environment training alone. Second, as a unified agent foundation model, world-model training acts as a highly effective warm-up that improves downstream performance across 7 agentic benchmarks. Code: https://github.com/QwenLM/Qwen-AgentWorld
Vom Kies’schen Familienarchiv mit KI zu Ortsfamilienbüchern
Otfried Kies (1937–2024) hat in langjähriger Arbeit Kirchenbuchabschriften aus Gemeinden rund um Lauffen am Neckar erstellt. Daraus entwickelt Thomas Bugge unter Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und manueller Nacharbeit eine durchsuchbare Online-Datenbank. Für zwei Orte – Neipperg und Haberschlacht – sind daraus Online-Ortsfamilienbücher (OFB) extrahiert und in der OFB-Datenbank des Vereins für Computergenealogie (CompGen) veröffentlicht worden. Er setzt damit die bereits […]https://www.compgen.de/2026/06/mit-ki-vom-kiesschen-familienarchiv-zu-ortsfamilienbuechern/
Das neue Tool intheweights.com von Thomas Dimson und Joey Flynn misst, welche Personen fest in den neuronalen Gewichten von Sprachmodellen kodiert sind.
Der errechnete Strength Score basiert auf Erkennungssicherheit und Modellanzahl. Historische Figuren und Stars dominieren das Ranking mit Spitzenwerten bis 996. Tippfehler und unkalibrierte Konfidenzwerte können die Auswertung verfälschen.
#intheweights #Sprachmodelle #ThomasDimson #LLM #AIGeneratedImage
KI-Agenten manipulieren: Wie Reddit-Posts die Antworten von ChatGPT & Co. verzerren
KI-Recherche-Agenten lassen sich durch gezielte Reddit-Posts manipulieren. Was das für Android-Nutzer und alle bedeutet, die KI-Tools nutzen – und wie ihr euch schützt.Wieso geben #Sprachmodelle oft selbstbewusst falsche Antworten?
Beim Grund fasst man sich an die Stirn. Werden wir eines Tages Modelle haben, die zur Abwechslung mal „Ich weiß es nicht“ sagen? Eine Studie zeigt, woran man arbeiten müsste, damit #Sprachmodelle besser antworten.
https://tino-eberl.de/ki-news/lassen-sich-halluzinationen-bei-sprachmodellen-vermeiden/
#KI #Sprachmodelle #Halluzinationen #LLM #KITransparenz #KünstlicheIntelligenz #KINews
Trugbild: Schöne (un-)heile Welt
Der Online-Einkauf ist in jeder Hinsicht billig geworden. Schwindeleien gehören zum Geschäft und machen das Vertrauen in die Welt kaputt. Opfer kann jeder werden – auch ich.
Zwischen goldenen Sanddünen steht ein minimalistisch gedeckter Tisch. Die Teller und Kaffeetassen mit ihren quadratischen Untersetzern sind aus trendy Edelstahl und erinnern an das zeitlos sterile Design eines MacBooks.
„1+1 FREE ENDS TODAY“ prangt in Serifen-Schrift über der Instagram-Werbung. Das reicht, um mich auf die offizielle Website des Amsterdamer Tableware-„Ateliers“ zu locken. Hier wandern die ersten Produkte in den Warenkorb. Zur Bestellung kommt es – noch – nicht. Der Preis ist mir trotz des „Kauf eines und erhalte zwei“-Angebots zu hoch.
Am Tag darauf folgt eine Erinnerungs-E-Mail mit persönlicher Ansprache: „Es sieht so aus, als hättest du etwas liegen lassen …“ Und es gibt „exklusive“ 10 Prozent Rabatt obendrauf. Der Sale läuft. Ich beuge mich. Kann der Deal überhaupt besser werden? Einige Wochen später sehe ich die Edelstahl-Tasse mit Quadrat-Untersetzer wieder auf Instagram – bei einem anderen Verkäufer.
Eine generische Internetsuche nach „Edelstahl Tasse Design“ bringt prompt drei weitere Anbieter ans Licht. Alle haben irgendein „Collective“, „Studio“ oder „Atelier“ im Namen, alle verkaufen die Tassen mit Untersetzer, die sie angeblich selbst entworfen haben. Dazu kommt eine Horde Content Creator auf Instagram, die das Produkt mit bezahlter Werbung vermarkten und es teilweise sogar als ihre eigene Kreation ausgeben.
Der perfide Plan der Verkäufer besteht darin, Edelstahl-Massenware an gutgläubige Tableware-Laien wie mich zu verhökern. Mit der schönen heilen Welt der auf den Websites und Instagram-Posts beworbenen „art of socializing“ oder der „magic of shared meals“ hat das nichts zu tun.
Hashtag „kuratiert“
Einmal entlarvt begegnet mir das Muster immer wieder. Airbnb präsentiert mir Unterkünfte als „ein seltenes Fundstück, das normalerweise ausgebucht ist“. Bei der Konkurrenz booking.com ist beim gewünschten Hotel wie zufällig nur noch ein Zimmer frei. Und auf Amazon reihen sich die Artikel mit prominent gekennzeichnetem Rabatt aneinander. Wenn alles reduziert ist, ist nichts reduziert.
Selbst vermeintliche Nischenmarken arbeiten mit diesen Tricks, wie die Edelstahl-Tassen-Verschwörung beweist. Ihre in der Regel kaufstarke Zielgruppe sind Menschen, die auf Hashtags wie #analog, #curated oder #design anspringen. Wir lassen uns mit künstlich klein gehaltenen Auflagen, Countdowns, Wartelisten und Personalisierung ködern.
Persönlicher Rat vom Sprachmodell
Zusätzlich instrumentalisieren die Verkäufer Content Creator, um ihren generischen Produkten den Anschein von Persönlichkeit zu geben. Instagram schlägt mir innerhalb weniger Minuten drei verschiedene Creator vor, die euphorisch verkünden: „Ich glaube das 1+1 Angebot ist heute immer noch verfügbar 😳 😍“
Will ich mir Kaufberatung von sogenannter künstlicher Intelligenz oder anderen Nutzern holen, werde ich nur weiter in die Irre geführt. Suche ich mit ChatGPT nach einem Produkt, etwa den auf Amazon extrem beliebten Überwachungskameras für zuhause, spuckt mir der Chatbot einen gewohnt selbstbewussten Text aus: „Ich würde heute meist zu Hersteller XY greifen. Die Kameras bieten ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und funktionieren ohne Cloud-Abo.“
Die „Quelle“ der Recherche ist die Seite eines Kameraherstellers, der dort seine eigenen Produkte empfiehlt. Das Sprachmodell antwortet als fiktives „Ich“ und gibt der recycelten Eigenwerbung eine menschliche Note. Einen augenscheinlichen Betrug stellen dagegen die gefälschten Produktrezensionen bei Amazon dar. Manchmal sind sie so achtlos dahinkopiert, dass vor der Rezension noch die Bemerkung des Chatbots steht: „Hier ist eine beispielhafte positive Rezension für einen GPS-Tracker, die du z. B. für Amazon, eBay oder deinen Online-Shop verwenden kannst:“
Der Schwindel trübt den Blick auf die Welt
Wenn sich die Produkte selbst nicht mehr unterscheiden, brauchen Marken und Menschen für Verkauf und Kauf den Schein einer verlockenden Erzählung oder die trügerische Wärme von Empfehlungen, die in Wahrheit blutleere Erzeugnisse von Chatbots und Auftragsrezensenten sind.
Kommerziell lohnt sich das. „Das Schwindeln liegt in der DNA dieser Nation“, schreibtdie Autorin Jia Tolentino etwa über die USA, Mutterland von Meta-Chef Mark Zuckerberg, ohne dessen Plattform Instagram ich mir keine Edelstahl-Tasse mit quadratischem Untersetzer gekauft hätte.
Die alltäglichen Täuschungen zwischen Verkäufern und Kunden schleifen am Fundament unserer Beziehungen. Eine Umfrage des US-amerikanischen Instituts für Meinungsforschung Pew aus dem Jahr 2019 zeigt: 71 Prozent der Befragten finden, das Vertrauen untereinander sei gesunken. Knapp 60 Prozent rechnen damit, dass andere sie ausnutzen, sobald sich die Gelegenheit bietet. Zwei Drittel glauben, die Regierung halte ihnen wichtige Informationen bewusst vor.
Ein System, das Schwindelei fördert und belohnt, destabilisiert sich selbst. Hinter der Fassade wächst das Misstrauen und ein vages Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Entfremdung ist das Stichwort unserer Gegenwart. Wer es nicht mehr aushält, sehnt sich möglicherweise nach einer Vergangenheit, in der angeblich alles besser und einfacher war. Die Trendforscherin Anu Lingala bezeichnet das als regressive Nostalgie. „Make America Great Again“ ist wohl eine der bekanntesten Formen dieses Phänomens.
Mir wurde die Anwesenheit der Edelstahltasse schließlich unerträglich. Zu groß war die Scham, zu bedrückend die Erkenntnis. Sie endete als Geburtstagsgeschenk, das heute, vom neuen Besitzer ungeliebt und ungenutzt, in einer dunklen Kiste im Berliner Wedding vergammelt. Rund ein Jahr nach meiner verfluchten Bestellung sehen wir uns auf Instagram wieder: Der „1+1 FREE ENDS TODAY“-Sale läuft immer noch.
Vincent Först arbeitet als Redakteur und Autor. An der Universität der Künste lehrt er Texttheorie- und Textgestaltung. Wenn er nicht gerade an seinem Schreibtisch sitzt, organisiert er Kulturveranstaltungen in Berlin. Kontakt: Instagram, Mastodon, Bluesky. Dieser Beitrag ist eine Übernahme von netzpolitik, gemäss Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 4.0.