“Ich kann stur sein”

AWO — Werden Ruhezeiten eingehalten? Welche Folgen hat die neue Entgeltordnung? Was ändert sich durch die neue Heimleitung? Betriebsräte in den Seniorenheimen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Westliches Westfalen werden mit vielen Fragen konfrontiert – und müssen Stehvermögen und diplomatisches Geschick beweisen. Ein Besuch in Gelsenkirchen-Horst

“Dienstplan ist immer ein Thema”, sagt Suse Strzyzewski. Wer im Haus beschäftigt ist, habe “feste freie Tage”, zur Erholung oder für den Arztbesuch. “Die kann man nicht einfach wegnehmen”, betont die 59-Jährige. Trotzdem geschehe dies. Vor allem, wenn Personal knapp sei, durch Krankheit oder in der Urlaubszeit. “Da gibt es hier und da Konflikte.“ Sie spreche dann mit den “Tourenplanern”, die die Dienstpläne aufstellen, “und regele das”. Suse Strzyzweski betont: “Gegen den Tausch von Arbeitstagen an sich ist nichts einzuwenden – aber die Kolleginnen und Kollegen müssen vorher gefragt werden.”

Suse Strzyzewski ist freigestellte Betriebsrätin im Seniorenheim “Gelsenkirchen-Horst” der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Die Einrichtung hat 137 Beschäftigte, davon 13 Auszubildende. Sie kümmern sich um die 104 Pflegebedürftigen, die hier leben.

Was ist mit Personalnot im Haus? Fachkräftemangel? “Unsere Lage ist ganz gut”, antwortet das ver.di-Mitglied. Das liege auch daran, dass das AWO-Seniorenheim “Darler Heide” in Gelsenkirchen derzeit abgerissen und neu gebaut werde. “Deren Beschäftigte sind zu uns gekommen. Dadurch sind wir gut bestückt.”

Die Gewerkschafterin hat reichlich zu tun. “Zum 1. September haben wir einen neuen Einrichtungsleiter bekommen.” Das habe im Vorfeld für Unruhe gesorgt. “Wer kommt jetzt? Bleibt alles beim Alten?”, hätten die Beschäftigten gefragt. Ihre Aufgabe sei dann, zuzuhören, einzuordnen – und, wenn nötig, die Kolleg*innen zu beruhigen. Der neue Leiter ist inzwischen einige Monate im Amt. “Das ist alles positiv verlaufen.”

Immer den richtigen Ton finden

Suse Strzyzewski ist eine erfahrene Pflegeassistentin, seit 32 Jahren arbeitet sie im Haus “Gelsenkirchen-Horst”. Vor 25 Jahren habe eine Kollegin sie angesprochen und gesagt, “lass dich für den Betriebsrat aufstellen.” Sie habe entgegnet: “Was ist ein Betriebsrat?” Heute lacht die 59-Jährige darüber. “Ein halbes Jahr später war ich Betriebsrats-Vorsitzende.” Sie besuchte Seminare, die der Gesamtbetriebsrat (GBR) des AWO-Bezirksverbandes Westliches Westfalen anbot. “Da sind mir allmählich die Lichter aufgegangen.” Was sie motiviert? “Mein Gerechtigkeits-verständnis.” Als ungerecht empfinde sie, “wenn jemand kein freies Wochenende hat oder zu viel arbeiten muss”. In solchen Fällen lasse sie nicht locker. “Wenn ich der Überzeugung bin, dass ich recht habe, kann ich stur sein.” Wichtig sei, im Gespräch mit der Einrichtungsleitung den richtigen Ton zu finden. “Die Kunst besteht darin”, so die Betriebsrätin, “dass man anschließend nicht zornig aufeinander ist, sondern miteinander weiterarbeiten kann.”

Frank Lüdeking ist Betriebsrat im AWO-Seniorenheim “Alte Berginspektion” in Waltrop, nördlich von Dortmund. Als Betriebsrat habe er, sagt der 57-jährige Hausmeister, vor Jahren erstmals kandidiert, nachdem der Arbeitgeber den bezahlten Bereitschaftsdienst für Hausmeister gestrichen hatte. “Das waren circa 200 Euro netto im Monat weniger”, erinnert sich Lüdeking. “Das tat schon weh.” Auch in Waltrop hat der Betriebsrat regelmäßig mit Dienstplänen zu tun. Außerdem steht das Thema Dienstkleidung auf der Tagesordnung. Soll jeder Wohnbereich seine eigene Farbe bekommen? Welche Modelle stehen zur Auswahl? Dürfen die Beschäftigten mitentscheiden? Ziel sei eine Betriebsvereinbarung, die festschreibt, “dass die Kolleginnen und Kollegen selbst aussuchen dürfen”, berichtet der Gewerkschafter aus Waltrop.

12 Uhr 30. Gemeinsamer Rundgang durch das Haus. “Hallo”, begrüßt Suse Strzyzewski die beiden Pflegekräfte im “Dienstzimmer”, zuständig für den “Bauteil 1”. Eine Kollegin hat jetzt Feierabend. Sie müsse gleich los, Termin beim Logopäden. Nebenan schiebt Frau Seibert*, eine schmale Bewohnerin mit grauer Kurzhaarfrisur, ihren Rollator über den Flur. “Ich muss immer laufen”, sagt die alte Dame. Der Flur mündet in einen großzügigen Gemeinschaftsbereich mit Tisch, drei Stühlen und blauem Sessel. Aus einem Ghettoblaster erklingt Popmusik. Zehn Wohnungen sind vom Flur aus zu erreichen.

Im Erdgeschoss hat der fünfköpfige Betriebsrat sein Büro hat. “Ist aber nicht aufgeräumt”, schmunzelt die Gewerkschafterin. Zwei Schreibtische mit PC. Ein Arbeitstisch, bedeckt mit Papieren, daneben ein Locher, auf einem Teller liegen Käse-Scheiben. Der Aktenschrank steht offen. Die Ordner sind beschriftet. “Tischvorlagen”, “Außerordentliche Sitzungsprotokolle” oder “Dienstplan Nachtschicht” steht darauf. Betriebsratsmitglied Marion Heinrich, 64 Jahre, bunte Strickjacke, ist mit dem Abheften von Unterlagen beschäftigt.

Keine Überstunden aufbauen

“Sonst hat das Chaos kein Ende”, sagt Marion Heinrich, die Pflegehelferin gelernt hat. Suse Strzyzewski zeigt auf den Flachbildschirm, der an der Wand befestigt ist. Mit dessen Hilfe lassen sich die Rahmendienstpläne besser studieren, erklärt sie. Die Pläne gelten jeweils für zehn Wochen. “Wir prüfen die hier unten. Dass die Ruhezeiten eingehalten werden, dass keine Überstunden aufgebaut werden.”

Suse Strzyzewski und Frank Lüdeking engagieren sich auch im Gesamtbetriebsrat (GBR) des AWO-Bezirksverbandes Westliches Westfalen. Der GBR tagt alle 14 Tage in Dortmund. In den vergangenen Monaten zählte zu dessen Aufgaben, die Betriebsräte bei der Überleitung in die neue Entgeltordnung (EGO) zum Tarifvertrag der AWO in Nordrhein-Westfalen zu begleiten. Alle Beschäftigten der AWO in NRW werden neu eingruppiert. Wer im Pflegebereich arbeitet, bekommt durch EGO bereits jetzt mehr Geld. Der GBR befasst sich zudem damit, Regeln zur E-Learning-Fortbildung von Beschäftigten aufzustellen. “Das soll in den einzelnen Heimen mit Betriebsvereinbarungen geregelt werden”, sagt Lüdeking.

Der AWO-Bezirksverband Westliches Westfalen erklärt, dass ihm Betriebsräte in den Seniorenheimen wichtig seien. Dessen stellvertretende Geschäftsführerin Elke Hammer-Kunze betont: “Wir sind als großer Träger nicht in der Lage und wollen dies auch nicht, zentral einen Rahmen zu setzen und den in die Einrichtungen zu schmeißen.” Das funktioniere nicht. “Ich möchte, dass die Mitarbeitenden gestaltend teilnehmen an diesen Prozessen”, sagt Hammer-Kunze. Das sei “nur über einen örtlichen Betriebsrat und ein konstruktives Miteinander möglich”.

Von den 57 Heimen des AWO-Bezirksverbandes hätten 46 einen Betriebsrat. Da können etliche private Heimbetreiber nicht mithalten. Der Alloheim-Konzern etwa, Deutschland größter privater Seniorenheimträger, räumt ein: In lediglich 30 Seniorenheimen des Konzerns gibt es einen Betriebsrat. Nicht viele, angesichts der 294 Seniorenheime, die Alloheim betreibt.

Doch auch beim AWO-Bezirksverband läuft nicht alles so, wie es die Betriebsräte fordern. “In den letzten Jahren sind zwei Seniorenheime geschlossen worden, eines davon dauerhaft”, berichtet Frank Lüdeking. Getroffen hat es 2024 das AWO-Heim “Am Katzenbuckel” in Herne, so Lüdeking. Zwar erhielten etwas 95 Prozent der betroffenen Mitarbeiter*innen eine neue Stelle in benachbarten AWO-Heimen. Doch habe die AWO den GBR über die Schließung nicht informiert. “Wir haben das aus der Presse erfahren”, so Lüdeking. “Das finde ich persönlich schwierig.”

Dieser Beitrag ist eine Übernahme von ver.di-publik, mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.

„Kaffee & Spekulatius“ – mitMENSCHENleben e.V. besucht Seniorenheime · Leipziger Zeitung

Die Vorweihnachtszeit ist für die meisten Menschen eine fröhliche Zeit. Was bedeutet sie aber für alte Menschen in Seniorenheimen? Besonders für Menschen,

Leipziger Zeitung
Warum ist es eigentlich so schwer, von den vielen Milliarden, die eine Regierung an Krediten aufnimmt, ein wenig für Klimaanlagen in Krankenhäuser und Seniorenheime zu investieren? Wenn die Boomer weiter wählen gehen und deren Eltern dort Hilfe bekommen, sollte eigentlich Politiker, die von Wählerstimmen abhängig sind, solche Themen selbst anpacken... >>[...] Krankenhäuser und Pflegeheime sind nach Einschätzung von Experten nicht gut genug auf Hitze vorbereitet. Die meisten Kliniken hätten keine Klimaanlagen oder ähnlich wirksame Kühlsysteme, sagte die Vize-Chefin der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Henriette Neumeyer, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Grund sei ein jahrzehntelanger Investitionsstau.

Die meisten Kliniken griffen daher auf einfache und wenig wirksame Mittel wie Verschattung und Ventilatoren zurück, sagte Neumeyer. Das belaste sowohl die Patientinnen und Patienten als auch die Beschäftigten. [...]<<
https://www.tagesschau.de/inland/hitzewelle-hitzeschutz-krankenhaus-100.html
#klimakatastrophe #hitzetote #Hitzewelle #HitzewelleDeutschland2025 #Kliniken #seniorenschutz #seniorenheime #Kredite #milliardenkredit #100milliarden
es fehlen Erinnerungen an die Politiker durch viele Bürger
es ist den Politikern vermutlich egal
es tut sich doch was, aber zu wenig
sonstiges
Poll ends at .
Kritik an fehlendem Hitzeschutz in Pflegeheimen

Deutschland stehen zwei heiße Tage und viel Sonne bevor. Was die einen freut, ist für andere eine starke Belastung: Experten kritisieren fehlenden Hitzeschutz vor allem in Krankenhäusern und Pflegeheimen.

tagesschau.de
Fast 9.000 Dortmunder betroffen: Blindgänger-Entschärfung am Sonntag

In Dortmund laufen die Vorbereitungen auf möglicherweise gleich vier Bombenentschärfungen in der südlichen Innenstadt.

wdr.de

Ausländerfeindliche österreichische Pensionistin die sich im Seniorenheim plötzlich mit der Tatsache konfrontiert sehen das sie von einer afrikanischen Pflegerin betreut werden.
Und die sind so arg das sie trotzdem und im vollen Bewusstsein weiter nichts gutes in der Person die sich um sie kümmert sehen können.
Nur weil sie keine "Österreicherin" ist.

Fragt sich nur wo den die tollen Österreicher sind, die sie so viel mehr mag...

#auslanderfeindlichkeit #osterreich #Seniorenheime #pflege

Nach #Schwandorf, #Magdeburg und #Aschaffenburg sollten wir endlich für eine bessere Versorgung psychisch Kranker sorgen.
Sachdienliche #Politik statt Hetze und Vereinnahmung

Und auch dringend mal über die Betreuungs-, Pflege- und Wohnsituation unserer Alten reden. Es betrifft immer mehr!
Das Konzept der Alten-Gettos (#Seniorenheime) halte ich für im Grundsatz falsch, für entwürdigend (#Abschiebung statt #Inklusion) und für der menschlichen Psyche nicht dienlich ...

https://www.nordbayern.de/oberpfalz/versuchtes-totungsdelikt-in-bayern-77-jahriger-rastet-in-seniorenheim-aus-und-greift-zum-messer-1.14561401

Versuchtes Tötungsdelikt in Bayern? 77-Jähriger rastet in Seniorenheim aus und greift zum Messer

Weiding - In einer Einrichtung für betreutes Wohnen in der Oberpfalz eskalierte eine Auseinandersetzung zwischen Männern. Ein Bewohner stach mit einem Messer auf seinen Kontrahenten ein.

Nordbayern.de
Wegen Korruptionsverdacht haben Polizei und Staatsanwaltschaft Räume der Stadt Wuppertal und zwei Bauunternehmern durchsucht.#Wuppertal #Korruption #Bauprojekt #Seniorenheime #Stadt
Wuppertal: Korruption bei Bau-Projekten an Seniorenheimen?
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Wegen Korruptionsverdacht haben Polizei und Staatsanwaltschaft Räume der Stadt Wuppertal und zwei Bauunternehmern durchsucht.

wdr.de

Pflegeheime: Senioren oft abgeschnitten vom Internet

#InternetSeniorenheime
#Internet
#Seniorenheime

https://flip.it/8SI98k WeLT 30.11.24

Pflegeheime: Senioren oft abgeschnitten vom Internet

Auch für alte Menschen zählt ein Internetanschluss zur elementaren Infrastruktur in den eigenen vier Wänden. Bewohner von Pflegeheimen müssen darauf aber oft verzichten. Die Folgen sind gravierend – und gehen weit über fehlende Videotelefonate hinaus.

WELT

Sparmaßnahmen: Massive Kürzungen bei Freiwilligendiensten?

In Hamburg könnten rund 1.000 Stellen und damit Angebote - unter anderem in Kitas, Seniorenheimen und Jugendeinrichtungen wegfallen.

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/Sparmassnahmen-Massive-Kuerzungen-bei-Freiwilligendiensten-,hamj149952.html

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Sparmaßnahmen: Massive Kürzungen bei Freiwilligendiensten?

In Hamburg könnten rund 1.000 Stellen und damit Angebote - unter anderem in Kitas, Seniorenheimen und Jugendeinrichtungen wegfallen.

NDR Mediathek

Bezirk Altona: Linke will Flüchtlinge in leeren Seniorenheimen unterbringen

In Flottbek und Nienstedten stehen drei Altenheime leer. Der Hamburger Senat setzt auf die Unterbringung von Flüchtlingen vor dem Botanischen Garten.

https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Bezirk-Altona-Linke-will-Fluechtlinge-in-leeren-Seniorenheimen-unterbringen,fluechtlinge7352.html

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Bezirk Altona: Linke will Flüchtlinge in leeren Seniorenheimen unterbringen

Allein in Flottbek und Nienstedten stehen drei Altenheime leer. Die Fraktion der Linken im Bezirk Altona fordert nun, sie mit Flüchtlingen zu belegen. Doch der Hamburger Senat setzt eher auf eine Unterbringung vor dem Botanischen Garten.