Finger weg von Bildgeneratoren

Nicht alle KI-Bilder sind KI-Slop, findet unser Autor. Trotzdem rĂ€t er Redaktionen von Bildgeneratoren ab. Zu den GrĂŒnden gehören hohe unsichtbare Kosten und die gefĂ€hrliche Machtkonzentration der Tech-Konzerne. Ein Essay.

netzpolitik.org

Die Verbotspartei

Nein, die GrĂŒnen sind nicht gemeint. Obwohl auch GrĂŒne der hier vorzustellenden und zu kritisierenden Position anhĂ€ngen. Sie spielen aber faktisch nur eine geringe, weniger als eine Nebenrolle. Denn es geht um Regierungshandeln. Und wo sind die GrĂŒnen noch in der Regierung? BundeslĂ€nder, durch die der Rhein fliesst, fallen mir ein. Worum es geht, ist aber keine LĂ€ndersache: das berĂŒhmte “Social-Media-Verbot” fĂŒr Kinder und Jugendliche.

Ben Kutz/MDR-Altpapier nahm sich gestern des Themas an, hier sein Überblick: “Setzen wir gerade unsere Freiheit aufs Spiel? – Die Debatte um ein Social-Media-Verbot geht weiter und weiter. Ursula von der Leyen will das Verbot unbedingt, um jeden Preis. Das könnte uns sogar das freie Internet kosten.”

Nach meiner unmassgeblichen persönlichen Meinung ist sein Pathos nicht ĂŒbertrieben. Bei ihm bereits zitiert der immer auf Ballhöhe operierende Sebastian Meineck/netzpolitik, dessen Text ich auch hĂ€tte hier ĂŒbernehmen können, aber ich bin ja nicht auf Clickbaiting aus, also bitte hier entlang:

“‘Es ist meine Überzeugung’: Von der Leyen kommt eigenen Fachleuten zuvor und will Social-Media-Verbot – Bevor sich ihre Jugendschutz-Expert*innen dazu Ă€ußern können, fordert Ursula von der Leyen ein Social-Media-Verbot fĂŒr MinderjĂ€hrige plus Alterskontrollen. Unsere Analyse zeigt: Die KommissionsprĂ€sidentin folgt dem Playbook der australischen Regierung.”

Wer hier die Verbieter*innen sind, ist also mit Namen und Adressen dokumentiert.

Nachhilfe fĂŒr die Erwachsenen

Wie wenig medienkompetent die weit ĂŒber-14-jĂ€hrigen Politiker*innen hierzulande sind, das erklĂ€rt anhand der Verfassung und des Verfassungsgerichts “das grösste Arschloch der Welt” (Eigenbezeichnung) in der jĂŒngsten Ausgabe seines ZDF-Magazins (Video 34 min.).

Perlen in der Wand

Was passiert, wenn Zensor*innen durchziehen

mit Update nachmittags

Der immer kompetente Sebastian Meineck/netzpolitik berichtet wie immer streng sachlich aus dem Hamsterrad deutscher Porno-Zensor*inn*en: “MedienwĂ€chter wollen noch mehr Netzsperren fĂŒr Pornoseiten – Nach jahrelangem Ringen gegen Pornoseiten bekommt die Medienaufsicht neue Instrumente. Ab 1. Dezember darf und will die Behörde mehr Netzsperren anordnen und Zahlungen unterbinden. Porno-Produzentin Paulita Pappel vergleicht das Vorgehen mit autoritĂ€ren Regimen.” Bei diesem Anblick denke ich immer: schade um das schöne Geld. Die Wenigsten wissen, dass das emsige vergebliche Treiben deutscher Landesmedienanstalten von unser aller TV-HaushaltsgebĂŒhr bezahlt wird. In bessere TV-Programme, mit ihrer weitrĂ€umigen Luft nach oben, wĂ€re es wahrlich besser angelegt.

Was wird nun passieren, wenn sich die BehĂŒtungs- und Zensor*inn*entruppen kraftvoll zusammenschliessen und durchsetzen? Der grassierende Mangel an Medienkompetenz spricht dafĂŒr, dass es so kommen wird.

Eine Antwort findet sich beim WĂŒhlen in der Bezahlmauer von Jakob Augstein. Der MultimillionĂ€rssohn verrammelt seine Wochenzeitung Freitag gegen öffentliches Lesen. Ausser einen Beitrag aus dem Guardian, und der ist extrem lesenswert, praxisnah und gesĂ€ttigt mit Lebenserfahrung:

Gabriel V Rindborg/Guardian/Freitag: “Streaming-Dienste treiben Zuschauer zurĂŒck zur Piraterie – Filmfans wenden sich zunehmend VPNs und illegalen Streaming-Diensten zu. Schweden, Heimat von Spotify und The Pirate Bay, nimmt dabei eine Vorreiterrolle ein”.

Was der Gute zu den Auswirkungen der Mauerstrategie der Streamingdienste schreibt, das gilt in gleicher und noch weitreichender Weise fĂŒr Zensur und Verbotsversuche. Es sind die Kinder und Jugendlichen, auch Ihre persönlichen Kinder und Enkel*innen, die in der Technikkompetenz ihren Eltern, Lehrer*innen und den verbotssĂŒchtigen, greisen Politiker*innen immer 3-5 Schritte voraus sind. Leinenzwang oder “ohneesseninnettbett” wird es eher noch befeuern.

Hauptsache die Reflexe der Mehrheit der ahnungslosen alten Mehrheit sind bedient. Eine medieninkompetente politische Klasse simuliert Handeln. Die AfD sammelt und freut es. Die junge Minderheit wundert sich und wendet sich ab.

Merke: die Jungen verstehen schneller, sie sehen und hören alles, und mehr als wir Alten. Das hat nicht mit der Digitalisierung begonnen, sondern mit der menschlichen Evolution. Nicht die Medien sind das Problem, sondern die gesellschaftliche Wirklichkeit, die durch sie sichtbar wird.

Update nachmittags

Es sind noch Perlen dazugekommen. Die Medienwelt ist also nicht nur schlecht.

Vor gut einem Jahr kritisierte der Kollege Gilbert Kolonko hier in einem Leserkommentar “Heise wie Telepolis haben sich zu News-Fabriken entwickelt- Billig-News-Fabriken”. Damals fand ich das etwas hart, weil es Ausnahmen gab und gibt. Mein Gesamteindruck freilich, insbesondere was das unauffĂ€lligere weitgehend konformistische Agendasetting betrifft, hat sich Kolonkos Kritik immer mehr angenĂ€hert. Das peinliche Topping ist die immer penetranter sich wiederholende narzisstische SelbstbeweihrĂ€ucherung durch Chefredakteur Neuber. Der Arme muss sehr unter Druck stehen 


Wie kommichdrauf? Zwei lobenswerte Ausnahmen:

Zachary Paikin/Quincy-Institute, Responsible Statecraft/telepolis: “Kurswechsel in der Ukraine-Politik: EuropĂ€ische Spitzenpolitiker bereiten Kompromisse vor – Vor Alaska-Gipfel: Es gilt vorsichtiger Optimismus – solange die Hauptbeteiligten sich nicht selbst im Weg stehen.”

Bernard Schmid/telepolis: “MuslimbrĂŒder-Panik in Frankreich: Politik zwischen Feindbild und Doppelmoral – WĂ€hrend Paris Katar hofiert, wird die Angst vor islamistischen Netzwerken politisch aufgeladen – oft losgelöst von der RealitĂ€t.”

Beide Autoren befleissigen sich des Pozessdenkens und der materialistischen Analyse. Das ist das, was ich von qualifizierten Journalist*inn*en und Autor*inn*en erwarte. Und das auch hier im Extradienst nicht immer geliefert wird. Aber wir werden auch nicht dafĂŒr bezahlt 


Und schliesslich noch aus der uebermedien-Paywall entschlĂŒpft:

Die Ex-Beuelerin Annika Schneider schreibt: “Dubiose Telegram-Werbung: Der Kryptobot der ‘Tagesschau’ – Die ARD-Nachrichtensendung verdient in ihrem Telegram-Kanal an Werbung fĂŒr dubiose Fußballwetten mit – und merkt es nicht. Nach dem Hinweis einer Nutzerin und einer Anfrage von Übermedien will die Redaktion den Kanal nun abschalten.”

Aus Schneiders Darstellung geht hervor, dass die Sache der “Tagesschau” immerhin angemessen peinlich ist, und sie sich mitsamt der ARD als ertappte SĂŒnderin gibt. Dieses sittliche Gebaren ist der ARD im Falle ihrer Sportschau völlig fremd. Bei Berichten von Spielen der Deutschen Fussball-Liga (DFL), dem Kartell des Profifussballs der Herren, wird Sponsorenwerbung semikrimineller Wettanbieter gesendet, als gĂ€be es kein Morgen mehr. Weil es so in den nichtöffentlichen – noch nicht mal den RundfunkrĂ€t*inn*en zugĂ€nglichen – VertrĂ€gen steht. Und in denen steht, dass die ARD fĂŒr diese Werbung kein Geld bekommt, sondern im Gegenteil einen sehr grossen Haufen Geld, dessen Umfang geheimgehalten wird, bezahlt. Unser Geld!

Perlen in der Wand – Beueler-Extradienst

Am Beispiel des Bibers: Die trĂŒgerische Sicherheit von Alterskontrollen im Netz

Alterskontrollen fĂŒr alle lösen keine Probleme, sondern schaffen neue. Im Mittelpunkt vom Jugendmedienschutz sollte die Frage stehen, welche Informationsangebote den BedĂŒrfnissen von Jugendlichen gerecht werden. Ein Essay.

netzpolitik.org

Personalisierte Werbung gehört verboten

Daten­bro­ker fĂŒh­ren alle mög­li­chen Daten ĂŒber unser Ver­hal­ten zusam­men und sor­tie­ren uns in Ziel­grup­pen ein, die teil­wei­se so detail­liert sind, dass Wer­be­kun­den gezielt die SchwÀ­chen von Men­schen aus­nut­zen können. 

https://kaffeeringe.de/2023/12/28/personalisierte-werbung-gehoert-verboten/

#37C3 #IngoDachwitz #Microsoft #netzpolitikOrg #Reklame #SebastianMeineck #Werbung #Xandr

Personalisierte Werbung gehört verboten

Datenbroker fĂŒhren alle möglichen Daten ĂŒber unser Verhalten zusammen und sortieren uns in Zielgruppen ein, die teilweise so detailliert sind, dass Werbekunden gezielt die SchwĂ€chen von Menschen ausnutzen können.

kaffeeringe.de

“Hype” = Volksverdummung

Ein Fall fĂŒr Habermas – oder KlĂŒgere
Die Ökonomisierung aller Bereiche gesellschaftlichen Lebens macht im real existierenden Kapitalismus vor nichts halt. Der Bereich der Medien und Kampagnen gehört dabei zu den Avantgardebereichen, in denen sich vieles ablesen lĂ€sst, was zu kommen droht.Beispielhaft macht das Sebastian Meineck/netzpolitik in seinem [
]

https://extradienst.net/2023/06/02/hype-volksverdummung/

“Hype” = Volksverdummung

Ein Fall fĂŒr Habermas - oder KlĂŒgere Die Ökonomisierung aller Bereiche gesellschaftlichen Lebens macht im real existierenden Kapitalismus vor nichts halt. Der Bereich der Medien und Kampagnen gehört dabei zu den Avantgardebereichen, in denen sich vieles ablesen lĂ€sst, was zu kommen droht.

Beueler-Extradienst

Was davon ist links?

Best of 18. MĂ€rz 2023: Chinas politisches Vordringen zur No. 1 / Iran / Was ist links? / ZugunglĂŒck Griechenland / Netzpolitik

Thomas Pany/telepolis: “Putin und Xi Jinping: Gemeinsam gegen die Hegemonie des Westens – Das Treffen in Moskau soll ungewöhnlich lange dauern und eine ‘neue Art der Großmachtbeziehungen’ [
]

https://extradienst.net/2023/03/19/was-davon-ist-links/

Was davon ist links?

Best of 18. MĂ€rz 2023: Chinas politisches Vordringen zur No. 1 / Iran / Was ist links? / ZugunglĂŒck Griechenland / Netzpolitik Thomas Pany/telepolis: Putin und Xi Jinping: Gemeinsam gegen die Hegemonie des Westens - Das Treffen in Moskau soll ungewöhnlich lange dauern und eine 'neue Art der Großmachtbeziehungen' etablieren. Offen ist, was die Vermittlerrolle Chinas im Ukraine-Krieg bewirken kann. John P. Ruehl/Globetrotter/telepolis (dt.

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