Bock: Keine dieser Erkrankungen, über die wir sprechen, weder schizophrene noch affektive Psychosen, sind Erbkrankheiten. Das behauptet doch auch kein Mensch mehr ernsthaft. Wenn man die Genetiker genau befragt, dann sagen sie, die Erklärungsrate ihrer Forschung bewege sich zwischen zwei und drei Prozent. Dafür verpulvern sie Milliarden an Forschungsgeldern.
Warum ist das so?
Bock: Weil industrielle Interessen dahinterstecken. […] Nach der angeblichen »Dekade des Gehirns« ist Ernüchterung eingekehrt. International sehr renommierte Psychiater wie Stefan Priebe und Kollegen raten eher dazu, den Menschen wieder als soziales Wesen wahrzunehmen.
-- aus: Eine Frage der Haltung: #Psychosen verstehen und psychotherapeutisch behandeln: Thomas Bock und Gerhard Dieter Ruf im Gespräch mit Uwe Britten (2018)
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#Schizophrenie