..was mich an diesen Artikel von #MelyKiyak erinnert:

"Wir dachten damals wirklich, die nieder­sächsische CDU wäre das grösste anzunehmende Unglück unseres Lebens. Was waren wir für Dummköpfe."

https://www.republik.ch/2025/02/22/briefe-an-bettina-freiheit-aus-dem-tante-emma-laden

«Briefe an Bettina»: Freiheit aus dem Tante-Emma-Laden

Deutschland am Vorabend der Neuwahlen: Mely Kiyak über anständige CDUler und Grüne, die Afghanen abschieben.

Republik
"Die betroffenen Arten spüren den Wetterumschwung immer ein bisschen früher. Sie sind wie Vögel“, schreibt Mely Kiyak. Seit 15 Jahren warnt sie vor dem Aufstieg des Faschismus. Sie schreibt mal wütend, mal witzig, mal polemisch, mal zynisch (ein Lachen am Abgrund), aber immer seismographisch genau in der Beobachtung und geschliffen im Wort.
Diese Beiträge von Kiyak tun weh zu lesen. Und das ist gut so. #Bücherwabe #bucher #books #livre #politics #politik #chemnitz #antifa #Faschismus #melykiyak

@FranzB
„Eine Million Syrer leben seit einem Jahrzehnt unter uns. Aber wir sind völlig uninformiert (vielleicht auch desinteressiert?) über diese Menschen, die einen unendlichen Fundus an Kultur, Geschichte und politischen Erfahrungen in sich tragen. … Auch das ist der Grund, weshalb in der deutschen Öffentlichkeit Migration ein Spielfeld übelster Propaganda geworden ist.“

Immer wieder bewundernswert, wie es #MelyKiyak schafft, mit einfachen und klaren Worten die Menschenverachtung in unserem politischen Diskurs bloßzulegen.

@OttoBrennerStiftung
An Mely Kiyaks großartige Festrede zum Otto-Brenner-Preis erinnere ich mich noch, als wäre es gestern gewesen:
https://inv.nadeko.net/watch?v=NdDJmg5Pgc0

Erschreckend, wie aktuell diese Rede ist.

#MelyKiyak #OttoBrennerPreis #Rassismus #Demokratiewachsamkeit

Festrede von Mely Kiyak – Otto Brenner Preis 2016

Mely Kiyak, Publizistin und Kolumnistin, hielt im Rahmen der Verleihung der Otto Brenner Preise 2016 die Festrede.

OttoBrennerStiftung | Invidious

Wir haben noch immer die Rede von Mely Kiyak auf der Otto Brenner Preisverleihung 2016 im Ohr.

📖 Die Begründung der Jury des Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste 👇
www.adk.de/de/news/?we_objectID=67571

🎤 Die Festrede von 2016: www.otto-brenner-preis.de/dokumentation/2016/preisverleihung/

#Journalistenpreis #Preis #MelyKiyak

(5)

Seit Dienstag bin ich krank. Gestern bin ich deswegen auch zu Hause geblieben. Aber heute Nacht habe ich gut geschlafen, es gibt dringende Dinge zu erledigen, also werde ich eine begrenzte Anzahl von Stunden arbeiten. Dabei mit dem Wagen fahren, um wieder Kisten mit Töpfen und Tassen in die neue Wohnung zu bringen. Am Dienstag habe ich damit angefangen, während ich auf den Handwerker wartete. Es kommen jetzt fast täglich Handwerker, um das durchgerostete Rohr zu ersetzen, um einen Abfluss zu montieren, um Rauchmelder anzubringen. Nur der Tischler, der dafür sorgen soll, dass die Tür zu meinem Zimmer richtig schließt, meldet sich nicht. Dafür entdecke ich, dass die Ablage unter dem Spiegel im Bad schief ist. Es beginnt mit einem Finger Breite Abstand zu den Fliesen und endet mit zwei Fingern Abstand.

Zwischen Umzug und Handwerkern bleibt das Unbegreifliche unfassbar. Nur die Art es nicht zu begreifen mäandert.

Seit ich bei Mely Kiyak gelesen habe, dass es bei den Aleviten Brauch ist, dass die Kinder den toten Eltern die Hand auf den Körper legen, um sie hinüber zu geleiten, wünsche ich mir das von meinen Kindern. Sie sollen meinem Leichnam die Hände auflegen, um mich so nach drüben zu geleiten. Aber erst einmal wird Kind 1 schon unfassbare 22 Jahre und Kind 2 bleibt eine Quelle steter Sorge.

Nahezu jeden Tag laufe ich hier die Treppen hinauf und wieder herunter und finde Dinge, die ich längst vergessen hatte. Ein Hängeregister voll mit Sanisbar. Unzensierte über 100 Seiten. Ich stelle mir, wie jemand nach meinem Tod dieses Register findet und sich festliest.

Das Zimmer oben sieht fast aufgeräumt, fast geräumt aus. Ich habe die Regale abgeschraubt, die Kommode geleert, Kisten nach unten in eins der ehemaligen Kinderzimmer gestellt. Ich frage mich immer wieder, wie so viel Kram in ein einziges, relativ kleines Zimmer passt.

Ich habe Lisa Goldschmidts „Ursprünge“ noch einmal gelesen, eins der Bücher, die ich immer wieder anders lese, bei dem sich immer neue Lesearten entwickeln, eines dieser Bücher, mit denen ich nicht fertig werde. Ich lese allgemein zu wenig und zu viel durcheinander. Nachdem mir der Band von Nancy Campell mit Gedichten, die Anja Utler übersetzt hat, so gut gefallen hat, habe ich mir „Fünfzig Wörter für Schnee“ ausgeliehen, was mich aber nicht annähernd so fasziniert. „Überwachen und Strafen“ von Foucault lese ich immer noch. Vielleicht werde ich niemals fertig mit der Lektüre, oder es ist einfach gerade kein guter Zeitpunkt dieses Buch zu lesen. Also lese ich „Meine Mutter lacht“ von Chantal Ackermann und verliere mich sofort in der Sprachmelodie.

Ich würde mich gern wieder mehr um mich kümmern. Mehr Zeit und Sorgfalt auf meine Ernährung verwenden, auf Bewegung und die Art mich anzuziehen.

Les Misérables als Serie gesehen, an einigen Stellen habe ich mich gefragt, wie viel besser das Victor Hugo wohl im Buch gelöst hat. Denn das Buch, muss ich zu meiner Schande bekennen, habe ich noch nicht gelesen.

Als ich anfing über die Sache mit meinem Kind zu schreiben, dachte ich, ich kann nur so damit zurechtkommen, nur indem ich darüber schreibe. Jetzt seit Wochen kein Satz. Es ist vollkommen ungewiss, ob ich jemals weiter schreiben werde, ob das alles nicht vielleicht eher das Ende meines Schreibens an sich ist.

#ChantalAckermann #MelyKiyak #Umzug #VictorHugo

"Vor Jahren, als es die #AfD noch nicht gab, als wir noch im kurzen Zeitfenster waren, wo sich organisierter Widerstand gelohnt hätte, seid Ihr, die ihr Kolumnen abonniert oder uns auf Lesungen applaudiert habt, zurück zu euren Nazicousins, Nazitanten und Nazipapas nach Hause gegangen, um sie bei allernächster Gelegenheit gegen uns zu verteidigen. DAS wäre die Zeit gewesen, enger zusammen zu rücken."

Lest es nochmal, was #melykiyak schrieb.
https://kolumne.gorki.de/kolumne-135/

– Es ist alles gesagt

(03)

Früher habe ich jeden Tag etwas gepostet. Manchmal nur ein paar Sätze, manchmal meine Eindrücke von Büchern oder Kunstwerken, später, als ich für Fixpoetry schrieb, die eine oder andere Rezension. Inzwischen vergeht manchmal viel Zeit zwischen meinen Einträgen. Ich prüfe, was in die Öffentlichkeit darf und was zu intim ist. Was gar nicht einmal mir zu intim ist, was aber die Rechte der anderen, um die ich mich sorge, verletzen könnte. Es ist darum manchmal mühsam geworden zu bloggen und doch möchte ich nicht damit aufhören. Warum eigentlich? Ich habe mir die Frage schon häufig gestellt, warum ich das eigentlich tue. Will ich Aufmerksamkeit? Bestimmt. Gibt es noch mehr Gründe? Ja. Ich glaube es geht mir tatsächlich um Verbundenheit. Ich gebe einen Teil von mir; Gedanken, Sorgen, Freude, Ängste, in Form eines Textes frei, und erhoffe mir, dass das was ich geschrieben habe, irgendwo räsoniert, dass es jemanden gibt, der oder die das liest und sich verstanden fühlt, oder die denkt, oh, das ist bei mir ganz anders, aber ich nehme das mit Interesse zur Kenntnis. Ich hoffe vielleicht sogar in den besten Momenten, bei den gelungensten Texten von mir, könnte es meinen Leser:innen so gehen, wie es mir geht, wenn ich Mely Kiyak lese, und jetzt sollte ich wohl schreiben, was ich damit meine. Wie es mir geht, wenn ich Mely Kiyak lese. Ich fühle mich verstanden, ich fühle mich als Teil der Menschheit, ich fühle diese ganze sehr komplizierte und häufig schmerzhafte Angelegenheit am Leben zu sein, ich fühle wie das ist, wenn man zweifelt und trotzdem weitermacht, ich fühle die ungeheure Kraft des darüber Schreibens, des die Scham Überwindens, des sich selbst ernst Nehmens, ohne sich über die anderen zu stellen. Ich fühle Verbundenheit. Und das ist ein großer Trost, eine Inspiration und eine Ermutigung.

#MelyKiyak #Verbundenheit

(02)

Ich lese Mely Kiyaks neue Kolumne in der Schweizer Zeitschrift „Republik“: Briefe an Bettina, ich lese mich davon ausgehend durch ihre Serie, die Testamente übertitelt ist. Ich kann nicht aufhören zu lesen, ich kann nicht aufhören zu denken: wie kann man nur so großartig schreiben? Ich kann nicht aufhören zu denken, jemand wie Mely müsste unsterblich und unverwundbar sein, weil wir, weil zumindest ich, sie so sehr brauchen. Ich weiß natürlich gleichzeitig, dass es gerade diese Verwundbarkeit und Sterblichkeit ist, die sie schreiben lassen, wie sie schreibt.

Ich lese z.B. wie sie schreibt:Du mochtest es immer, wenn ich schrieb, dass man der Ästhetik des Ekeligseins eine Ästhetik des Menschseins entgegensetzen müsse. Es darf aber nicht bei der Forderung bleiben, man muss sich mit hineinwerfen und es auch machen, gestalten, anbieten“ und fühle mich ertappt. Ja, genau, denke ich, das ist es, man darf nicht bei der Forderung stehen bleiben. Ich tue das häufig, ich denke häufig: sollte, müsste, und tue dann nichts. Gestalte nicht, biete nicht an. Es ist gut, daran erinnert zu werden. Es ist gut, sich ertappt zu fühlen.

Es tut gut zu lesen, wie Menschen sich vor einem Publikum ihre vermeintlichen Schwächen eingestehen, wie sie von Zweifeln, Selbstzweifeln reden, von Verunsicherung, von Krisen, eben davon, dass auch sie, die scheinbar (oder auch wirklich) Erfolg haben, mit Ängsten konfrontiert sind, mit Überforderung, dass auch sie mehr Fragen als Antworten haben. Oder vielleicht kann ich es so zusammenfassen: dass auch sie Teil eines Ganzen sind, dass wir alle nur überleben, nur kreativ sein können, wenn wir uns immer wieder bewusst machen, dass wir zusammengehören, dass wir ein Teil eines Ganzen sind, dass es um Verbindung geht. Dass es immer um Verbindungen geht. Darum als einsamer Einzelner, als einsame Einzelne immer wieder zu begreifen, dass wir verbunden sind, dass wir nichts sind ohne die anderen, aber wichtig als winziges Atom innerhalb der Verbindung, die alles ist.

Verbunden also auch mit dieser schrecklichen Vergangenheit, in der Menschen wie Dietrich Bonhoeffer in einer aussichtslosen Lage Zeilen verfassen konnten, die noch heute trösten, verbunden mit den zeitlos traurig-schönen Versen von Mascha Kaléko, und dem Leid, das den Menschen in syrischen Foltergefängnissen zugefügt worden ist. Ich habe vor einigen Tagen ein Feature über Saydnaya gehört. Ich musste abbrechen, weil ich es einfach nicht mehr aushalten konnte. Die Menschen, die dort gefoltert wurden, sterben mussten, hatten diese Möglichkeit nicht.

#DietrichBonhoeffer #Kolumne #MaschaKaléko #MelyKiyak #Republik #Saydnaya #Verundenheit

Tiefen­entspannung mit King Kong

Ein Trost, ein Halt, ein Irgendwas. «Briefe an Bettina», Teil 1.

Republik

#melykiyak:
"Wir könnten, sobald jeder Flüchtling europäischen Boden betritt, seine Flucht für beendet und ihn zu einem freien Bürger mit Bürgerrechten erklären. Das ist eine politische Entscheidung. Zuvor aber müssen die richtigen Worte verwendet werden. Weglaufen vor Bomben ist nicht illegal. Flucht ist keine Migration. Weglaufen ist ein Menschenrecht. Menschen auf ihrer Fluchtroute einzufangen und zu inhaftieren ist nicht rechtens. Dafür gibt es uns Autoren. Wir erinnern an die richtigen Worte."

Hinweis vor dem öffnen des Links: Hauptthema ist Sterben

https://taz.de/Autorin-Mely-Kiyak-ueber-den-Tod/!5987801/

Autorin Mely Kiyak über den Tod: „Ich halte vom Sterben sehr viel“

Mely Kiyak wurde bekannt mit politischen Kolumnen. Seit einer schweren Erkrankung will sie sich auf Literatur konzentrieren und das Schöne im Leben.