Radio Nordseewelle: Cyberangriff legt Infrastruktur von Lokalsender lahm

Radio Nordseewelle wurde Opfer eines schweren Cyberangriffs, Hardware wurde zerstört und musste teils komplett neu aufgebaut werden.

TARNKAPPE.INFO
Am letzten Freitag im Monat macht unser #lokalsender #radiohochstift in #Paderborn einen #freutag
Heute spielen Sie den ganzen Tag Musik ausse #80er
SO kann der Tag beginnen.
Seid tapfer heute, morgen ist schon Wochenende 😉👋
#gutenmorgentroet
Neuer Lokalsender „Radio Deck 1“ startet am 1. Juli in Hamburg

Am 1. Juli 2025 geht in Hamburg ein neuer nichtkommerzieller Radiosender an den Start: „Radio Deck 1“ will mit einem breit gefĂ€cherten Musik- und

RADIOSZENE | Das Insidermagazin fĂŒr Radiomacher
#Digitalradio đŸ‡©đŸ‡Ș
„#extraRadio“, der kleine #Lokalsender fĂŒr #Hochfranken (#HoferLand, #Fichtelgebirge) mit wechselhafter #Geschichte, hat einen #Relaunch vollzogen, auch die #Website wurde neu ausgerollt.
Das #Programm ist seit 1987 auf #Sendung, jedoch erst seit 2017 als 24h-Angebot.

Ich habe bei #weact unterschrieben

#EvaFlecken v #LMSBerlinBrandenburg
Keine #Medienplattform f #Rechte: Entzug d #Sendelizenz f #tvberlin

Ich bin zutiefst besorgt darĂŒber daß & wie #Lokalsender tv.berlin offenbar immer wieder Rechten eine mediale Plattform i.d. #Bundeshauptstadt bietet, mittels derer sie #menschenverachtende,#frauenfeindliche, #queerfeindliche, #rassistische & #antisemitische Inhalte verbreiten.

âžĄïž https://weact.campact.de/petitions/keine-medienplattform-fur-rechte-entzug-der-sendelizenz-fur-tv-berlin
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@OmasgR

Keine Medienplattform fĂŒr Rechte: Entzug der Sendelizenz fĂŒr tv.berlin

Zwischen Teleshopping und Erotikclips: Der Lokalsender tv.berlin gibt Rechtsextremen eine Plattform. @Medienanstalt.BB muss die Sendelizenz entziehen! ✍ Jetzt Petition unterzeichnen

WeAct
@Purzelinenlotte irgendwie habe ich gehofft, dass ich mich gestern irgendwie vertan habe, mit den Ergebnissen in meinem #wahlkreis
Leider hat heute morgen beim #kaffee ☕und Ziggi 🚬 mein #lokalsender im #radio den scheiss bestĂ€tigt.
Ich wĂŒnsch trotzdem nen tollen Wochenstart @all
#gutenmorgentroet

Als Correctiv seine Recherche ĂŒber das rechte Geheimtreffen am Stadtrand von Potsdam veröffentlichte, hörten viele den Namen Silke Schröder zum ersten Mal. Die Berliner Immobilienmaklerin, damals noch Vorstandsmitglied des Vereins deutsche Sprache (VDS), war im November mit dabei, als sich Neonazis und AfD-Politiker, aber auch Mitglieder der CDU und der erzkonservativen Werte-Union trafen, um ihre PlĂ€ne zur „Remigration“ zu erörtern, zur massenhaften AusbĂŒrgerung von Menschen aus Deutschland, sowohl solchen ohne deutschen Pass, aber auch von deutschen StaatsbĂŒrger:innen. Sie habe als Privatperson eine Privatveranstaltung besucht, bestĂ€tigte Schröder damals ihre Teilnahme.

Keine Unbekannte war Silke Schröder bereits zuvor fĂŒr Stammzuschauer:innen eines lokalen Berliner Fernsehsenders: bei tv Berlin firmiert oder firmierte sie seit Jahren als Gastgeberin eines Talkformats namens „Politicum“. GĂ€ste in ihrer zuletzt Ende 2023 ausgestrahlten Sendung waren dort unter anderem der ehemalige SPD-Politiker Thilo Sarrazin, dessen Botschaft sie unter der Überschrift „Die Wahrheit ist ĂŒberparteilich“ verbreitete, der TV-Moderator Peter Hahne, Ex-Geheimdienstchef Hans-Georg Maaßen, die Pegida-nahe Dresdner BuchhĂ€ndlerin Susanne Dagen oder auch die brandenburgische CDU-Politikerin Saskia Ludwig.

BĂŒhne frei fĂŒr Steimle: Reclam-Verlag geht Neu-Rechten auf den Leim

Rechtes Netzwerk, rechte Narrative

Botschaft und Masche all dieser Sendungen Ă€hneln sich: GenĂ€hrt wird die VerschwörungserzĂ€hlung, nach der man in Deutschland fast nichts mehr sagen dĂŒrfe, laut der eine „Sprachpolizei“ alles mit einer „Nazi-Keule“ erschlage. So lief es auch im September 2022, als Silke Schröder den Chefredakteur des rechten österreichischen TV-Senders Auf 1, Stefan Magnet, in die Sendung holte. 38 Minuten lang durfte sich Magnet in einem gefĂ€lligen GesprĂ€ch ausbreiten, Schröder und er spielten sich die BĂ€lle zu: Es war die Rede von „manipulativen Berichten in öffentlich-rechtlichen Medien“, Stimmung wurde gemacht gegen sogenannte „Mainstreammedien“, das temporĂ€re Verbot von RT in der EU wurde „Zensur“ genannt.

Doch nicht nur in ihrer eigenen Talkshow stand Silke Schröder bei tv Berlin regelmĂ€ĂŸig vor der Kamera. Immer wieder ließ sie sich auch von Roland Tichy fĂŒr dessen Sendung „Tichys Ausblick“ ins Studio des Lokalsenders einladen, im Mai 2021 diskutierte sie dort zusammen mit Maaßen und dem nach rechts abgedrifteten sĂ€chsischen Kabarettisten Uwe Steimle.

Alles passt hier zusammen, es ist eine braune Soße: Schröder ist auch Kolumnistin des AfD-nahen „Deutschland-Kuriers“, eine Rolle, die sie teilt unter anderem mit Maximilian Krah, dem Spitzenkandidaten der AfD bei der Europawahl, und dem ultrarechten bayerischen AfD-Bundestagsabgeordneten Petr Bystron. Neun Tage vor dem von Correctiv enthĂŒllten Geheimtreffen in Potsdam ĂŒberschrieb Schröder ihre WochenrĂŒckblick-Kolumne fĂŒr den „Deutschland-Kurier“ mit den Worten „Remigration oder Islamisierung – Europa am Scheideweg“ – und gab damit ein Stichwort fĂŒr die Diskussion in dem GĂ€stehaus am Potsdamer Lehnitzsee.

Scharnier zwischen bĂŒrgerlicher Mitte und der extremen Rechten

Schröder nimmt so eine Scharnierfunktion ein zwischen bĂŒrgerlicher Mitte und der extremen Rechten – und der Lokalsender tv Berlin spielt dabei sehr systematisch mit. Auch andere folgen dort dem diesem Konzept, zum Beispiel der ehemalige Berliner CDU-Landeschef und frĂŒhere Innensenator Frank Henkel, der vor wenigen Tagen in einem „tv.berlin Spezial“ Ex-VerfassungsschĂŒtzer Maaßen als Bundesvorsitzenden der Werte-Union dessen PlĂ€ne fĂŒr eine ParteigrĂŒndung vorstellen ließ. Zwar halte er den thĂŒringischen AfD-Chef Björn Höcke fĂŒr „denkbar schwierig“ und sehe, dass er in der Öffentlichkeit „als Radikaler hingestellt“ werde, sagte Maaßen im Interview mit Henkel. Dennoch werbe er fĂŒr GesprĂ€che mit allen – also auch mit Höcke: „Ich halte Brandmauern fĂŒr undemokratisch.“

Auch der Sender tv Berlin kennt also offenkundig keine Brandmauer nach rechts. Das zeigt sich nicht nur mit Blick auf Silke Schröder, sondern beispielsweise auch an einer weiteren Personalie: Frank Wahlig. Der ehemalige ARD-Hauptstadtreporter ist regelmĂ€ĂŸig in Talkrunden bei tv Berlin zu Gast. Aber das in seiner neuen Rolle als „Hauptstadtkorrespondent“ des AfD-nahen Kanals Kontrafunk, eines Parallelmediums mit Sitz in der Schweiz. Wahligs Mission zu den Demonstrationen gegen rechts in Deutschland: Dort versammele sich ein „komisches Sammelsurium“, es werde angefeuert aus einem linksradikalen und einem klerikalen Lager, Ă€hnlich wie bei FĂŒrbitten in einem Gottesdienst wĂŒrden bei den Demonstration-Parolen skandiert, um „die Opposition im Bundestag“ zu dĂ€monisieren und zu verdammen. „Man hat den Eindruck, dieses Volk wird hysterisch“, fasste Wahlig vor wenigen Tagen bei Kontrafunk seine Haltung zusammen.

„Sprachrohr fĂŒr Impfskeptikerinnen, Maßnahmen-Gegner und AfD-AnhĂ€nger“

Betreiber des 2022 begrĂŒndeten Internetradios Kontrafunk ist Burkhard MĂŒller-Ulrich, der frĂŒher unter anderem fĂŒr den Deutschlandfunk und den SĂŒdwestrundfunk tĂ€tig war, sich aber ebenso wie Wahlig mit den öffentlich-rechtlichen Medien ĂŒberworfen hat. Auf der Plattform X stellt sich das AfD-Mitglied MĂŒller-Ulrich vor als „Dieselfahrer, Waffenbesitzer, Vielfahrer“. Die Schweizer Zeitung „Blick“ beschrieb den Internetsender zur GrĂŒndung 2022 als „Sprachrohr fĂŒr Impfskeptikerinnen, Maßnahmen-Gegner und AfD-AnhĂ€nger“. Kontrafunk war gerade 30 Stunden online, als der rechtsextreme AfD-Politiker Höcke den Sender auf Twitter als „echte Alternative“ zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk und „Radio des bĂŒrgerlichen Widerstands“ lobte. Zufall oder nicht: Spenden sammelt Kontrafunk auf einem Konto bei der Volksbank Pirna – einem Geldinstitut, bei dem auch das BĂŒndnis Sahra Wagenknecht und russische Staatsmedien ihre Konten haben.

Nach der Debatte um das von Correctiv enthĂŒllte Treffen mit Rechtsextremist:innen kam Silke Schröder ihrem Ausschluss aus dem Verein Deutsche Sprache zuvor, indem sie von ihrem Vorstandsamt zurĂŒcktrat und den Verband verließ. Sie selbst nannte die Recherche von Correctiv „faktenbefreit“ und sprach von einer „Schmierenkampagne“. MĂŒller-Ulrich setzte in einem Kommentar auf Kontrafunk noch einen drauf und nannte die Distanzierung des VDS von Schröder „eine SĂ€uberung“ aus „Angst vor dem tobenden Mob“, der Verband habe sich „sozialistischen Regierungskampftruppe Correctiv“ und einer „linken Blase“ gebeugt. So wĂ€scht eine Hand die andere.

Und tv Berlin, wie sieht der Lokalsender seine Bestimmung in diesem Netzwerk?

Welche Rolle spielen Reichweite und Einschaltquote bei der Auswahl der GĂ€ste und Moderator:innen – selbst wenn oder gar weil sie extrem rechts sind? Der Chefredakteur des Senders, Dursun Yigit, beschrieb seinen Kanal 2021 als „Infotainment-Sender“, mithin als „gute Mischung“ aus Information und Entertainment. Fragen jetzt zur Rolle etwa von Silke Schröder und Frank Wahlig, die sich in seinem Programm als TĂŒröffner nach rechts betĂ€tigen, lĂ€sst er unbeantwortet. Die Videos der Talks mit Schröder und Wahlig sind weiterhin auf dem YouTube-Kanal von tv Berlin sowie teilweise auch beim Lokalsender Hamburg 1 zu finden, mit dem tv Berlin wirtschaftlich verbunden ist. Allerdings nahm tv Berlin die Sendungen von Schröders Talkformat „Politicum“ aus der eigenen Mediathek. „Diese Rubrik hat zurzeit keine Nachrichten“, heißt es dort aktuell. Sollte das als Distanzierung gemeint sein, wĂ€re sie klammheimlich erfolgt.

Die Sprecherin der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb), Anneke Plaß, sagte dem Volksverpetzer: „Die mabb sichtet im Rahmen ihrer ZustĂ€ndigkeit kontinuierlich Angebote mit Sitz in Berlin und Brandenburg, fĂŒhrt Schwerpunktanalysen durch und reagiert auf Beschwerden aus der Bevölkerung.“ Programmbeschwerden wegen der Auftritte von Menschen aus dem rechtsradikalen Milieu in den Sendungen von tv Berlin lĂ€gen der mabb bisher nicht vor.

Artikelbild: tilialucida

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