Ich hab gestern auf den #LinkeBuchtage #RoswithaScholz in dem #SchwarzeRisse Buchladen gehört. Der Vortrag war auch daher interessant weil ich ihre Arbeit noch nicht wirklich kenne. Überrascht haben mich die grenzen die sie zu anderen #Feministinnen zog. Unter anderem distanziert sie sich von #SilviaFederici.
Wenn ich sie recht verstanden habe dann meint sie das die Abwertung von Care Arbeit notwendig ist. Die Assoziation von Care Arbeit mit Weiblichkeit ist dann das notwendig für das Patriarchat. Die Abwertung aber gleichzeitig auch darin begründet das Reproduktionsarbeit nicht mehrwertsschöpfend ist.
Mit dieser Abgrenzung zu Federici ist man direkt in dem Schlamassel der Krisis Gruppe drin der vorgeworfen wird an der Idee eines allgemeinen Gesetzes der Abnahme der Produktivrate von der Marx gesprochen hat festzuhalten.
Die Vehemenz mit der #MichaelHeinrich diese Idee zurückgewiesen hat war mir immer fraglich. Auch weil mir die Kritik an ihm auch einleuchtete. Die Kritik ist das das für Heinrich die Produktivitätssteigerung der Arbeit unbegrenzt sein müsste und nicht durch menschliche Kapazitäten begrenzt sei.
Ich müsste also jetzt eigentlich erst mal raus finden was Scholz meint mit Wert. Also sollte ich das Buch was sie vorgestellt hat wohl noch kaufen.
ich finde die Position die Scholz eingenommen hat faszinierend. Weil sie ist echt schwer zu verteidigen. Gleichzeitig gibt es schon auch bei mir das Gefühl das Federici es sich zu einfach macht. Das buch "Lohn-Patriachat" endet mit dem Satz: "Aber der Hauptunterschied ist, dass unsere Mütter [...] sexuelle Dienstleistungen in der Logik des Tausches verstanden [...] Heute aber arbeiten wir im Bett und in der Küche umsonst, [...] weil wir immer öfter sexuelle Dienstleistungen erbringen, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Das Sinnbild der emanzipierten Frau ist [...] die Frau, die immer verfügbar ist, im Gegenzug dafür aber nichts mehr verlangt." Das was hier beschrieben wird ist schrecklich. Aber ist die Lösung der der Haus- und Sexarbeitslohn? Die frage ist ja eher warum das nicht einfach der Fall ist wenn die Antwort so einfach ist. Und da habe ich das Gefühl das Roswitha Scholz vielleicht in eine ganz brauchbare Richtung denkt.
Kompliziert ist ihre Position aber auch weil man dafür irgendwie zwischen unterschiedlich gearteten Wertschöpfungen unterscheiden muss. Auf der einen Seite kapitalistischer Wertschöpfung und auf der anderen Seite Care Arbeit, also Frauenarbeit. Und dazwischen dann noch die nicht so recht wertschöpfende Arbeit der Manager und anderer "Lohn-Kapitalisten". Und das mag zwar intuitiv so wirken das man das unterscheiden kann aber so recht pin-pointen kann man den unterschied nicht.
#Feminismus