Ein stiller, präziser Roman über Nähe, Erinnerung, Einsamkeit und die Verbindungen zwischen Menschen.
Wie oft bei Strout passiert äußerlich wenig und emotional viel.
Im Zentrum stehen Figuren aus Maine: Lucy Barton, Olive Kitteridge und Bob Burgess.
Strout verknüpft ihre Leben in Gesprächen, Beobachtungen und alltäglichen Begegnungen.
Dabei entsteht weniger eine klassische Handlung als ein Mosaik menschlicher Erfahrungen.
Die Dialoge sind stets echt und ungezwungen und wie auch im wahren Leben reden Menschen des Öfteren aneinander vorbei, tasten sich vor, verschweigen Wichtiges.
Strout schreibt unspektakulär und zugleich tief berührend. Ein Satz kann plötzlich eine ganze Biografie öffnen. Immer wieder zeigt der Roman, wie sehr Menschen einander brauchen.
Figuren und Gespräche wirken wie Reflexionen über das Leben.
"Erzähl mir alles“ ist ein typischer Strout-Roman: gut beobachtet, melancholisch, warm und mit Freude an leisen Zwischentönen. Literarisch fein komponiert entfaltet sich hier wieder einmal
echte Könnerschaft.
Elizabeth Strout zu lesen, ist Glück, verpackt in Buchstaben.
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