@labournet_de Ich hab mit einem erfahrenen Vertreter des #FreundeskreisAsyl #Denzlingen gesprochen und einiges dazugelernt.
Seine Punkte waren:
1. #Kirchenasyl muss der letzte Notnagel sein. Vorher muss ein erfahrener Anwalt alles ausreizen und das genügt in den meisten Fällen schon, um den Termin für die #Abschiebung zu torpedieren.
2. Bessere Anlaufstellen sind Organisationen wie #proAsyl oder, wenn im Bundesland vorhanden, der #Flüchtlingsrat, zB @FluechtlingsratSachsenAnhalt.
3. Wenn alle Stricke reißen, sind die Kirchengemeinden am aktuellen Aufenthaltsort des Asylanten die Anlaufstellen, nicht irgendwelche Gemeinden in der Republik. Der persönliche Bezug ist sehr wichtig, für die Motivation nach innen und die Argumentation nach außen.
4. Kirchenasyl ist für alle Beteiligten anstrengend. Selbst wenn Pfarrer und Gemeindeteam zustimmen, muss die Betreuung und Versorgung immer gesichert sein und das bleibt wie überall immer am denselben Leuten hängen. Der Druck von außen ist nicht zu unterschätzen; #NIMBY kann sehr sehr hässlich sein. Auch für den Asylanten ist Kirchenasyl zermürbend, weil er auf unbekannte Zeit in den Gemeinderäumen gefangen ist.
In den 90er Jahren war Kirchenasyl wohl noch gängig; heute gibt's das fast nicht mehr. In St Jakobus Denzlingen war wohl vor ein paar Jahren schon alles vorbereitet, aber die Abschiebung ließ sich dann doch noch auf anderem Wege abwenden.
Ich hatte damit noch gar nix zu tun bisher, aber es war mal ein interessanter Einblick.
Im Netz sind alle Aufrufe zum #Deserteur #NikitaZvezdov offline genommen - heißt das, es hat sich bei ihm auch was ergeben @labournet_de?