Kuratiert: “Ehrlich” jetzt? Und neue europäische KI-Vibes

Für Euch kuratiert: fünf KI-Geschichten dieser Wochen.

  • Alle reden von Agenten — nur reden die Agenten nicht mit meinen Tools
  • Aus Le Chat wird Vibe: Souveränität als Verkaufsargument
  • Kann eine Maschine “ehrlich” sein? Opus 4.8 behauptet es
  • „Zu gefährlich”: Was hinter dem Mythos-Marketing steckt
  • Papst gegen Trump: Moral aus Rom, Deregulierung aus Washington
  • Quellen
  • Alle reden von Agenten — nur reden die Agenten nicht mit meinen Tools

    Es vergeht keine Woche ohne die Verkündigung der nächsten Stufe. Google hat auf der I/O die „agentische Gemini-Ära” ausgerufen, und der neue Dauerassistent Gemini Spark soll rund um Uhr mit schuften. Mistral zieht nach, OpenAI sowieso, und auch Anthropic schickt mir CoWork, einen Browser und Agenten für Excel und PowerPoint ins Haus. Klingt nach Zukunft. Nur: An meinem Schreibtisch kommt sie nur in Maßen an, aber vielleicht ist das auch gar nicht so schlimm.

    Denn ein wesentlicher Faktor agentischer KI ist die Integration in bestehende Anwendungen — und die ist säuberlich für die bekannten amerikanischen Protagonisten gebaut. Wer Gmail, Microsoft 365 und Google Workspace nutzt, hat Agenten zur Auswahl. Wer auf Alternativen setzt, schaut meist in die Röhre. Mein Mailprovider Mailbox.org wird von Claude artig für seine Souveränität gelobt — integrieren in Mail und Kalender kann es sich trotzdem nicht. Claude wird aber die absolute Dringlichkeit einer solchen Integration an das Entwicklerteam melden, ganz ehrlich. Bei LibreOffice dieselbe Geschichte: unterstützt werden Microsoft und Google, basta.

    Doch da ist auch die andere, vielleicht sogar relevantere Seite der Medaille: einem amerikanischen Large Language Model (LLM) meine Konto- und Finanzdaten zu überlassen, damit es Überweisungen tätigt, oder meine Ausweisdaten für irgendeine Anwendung freigibt? Da bin ich eher auf der vorsichtigen Seite.

    Dass diese Vorsicht kein technikfeindlicher Sonderweg ist, bestätigt der Blick in die Branche selbst. Jens Polomski bringt es in seinem KI-Newsletter (Ausgabe 179) nüchtern auf den Punkt: Agenten sind stark, wo Ziele klar, Daten zugänglich und Abläufe wiederholbar sind — und schwach überall dort, wo Verantwortung, Unsicherheit und sensible Entscheidungen ins Spiel kommen. Echte Verantwortung können sie nicht übernehmen, sie halluzinieren, und Datenschutz, Berechtigungen und Audit-Trails lösen sie nicht nebenbei mit.

    Selbst Gartner warnt, dass fehlende Semantik zu ungenauen Agenten und verbranntem Investitionsbudget führt. Bezeichnend, dass sogar Google sein Spark erst nach ausdrücklicher menschlicher Freigabe E-Mails verschicken lässt. Der Mensch im Loop ist also nicht meine konservative Marotte, sondern der stillschweigende Konsens — nur dass ihn die Marketingabteilungen ungern auf die Bühne lassen.

    Aus Le Chat wird Vibe: Souveränität als Verkaufsargument

    In diese Gemengelage platzt eine Nachricht, die alle Verfechter europäischer Optionen erst einmal freut: Der französische Hersteller Mistral hat seinen Chatbot Le Chat in Vibe umbenannt und in Chat, Work und Code aufgeteilt. Das ist, wie Jörg Schieb richtig analysiert, der bewusste Abschied vom reinen Chatfenster hin zu einer Arbeitsumgebung, die Aufgaben möglichst selbstständig erledigt. Skills, Konnektoren, MCP, sogar ein Sparrings-Modus, der widerspricht: Mistral übernimmt den Bauplan, den ich von Anthropic kenne, fast eins zu eins.

    Das eigentlich Bemerkenswerte ist nicht das Produkt, sondern der Absender. Erstmals gibt es eine ernstzunehmende agentische Plattform aus europäischer Produktion — und damit ein handfestes Argument für alle, die bei Datenschutz und digitaler Souveränität ins Grübeln kommen. Genau dieser Strang zieht sich durch viele meiner Beiträge und durch unsere #9vor9-Folge zu Mistral: „Mehr Frankreich wagen” ist kein patriotischer Reflex, sondern die schlichte Erkenntnis, dass Abhängigkeit kein guter Ratgeber ist.

    Und doch bleibt ein Beigeschmack. Souveränität wird hier zum Verkaufsargument. Aber eine europäische Plattform, die dem amerikanischen Vorbild bis ins Detail nacheifert, beweist vor allem, wie sehr das Valley die Spielregeln gesetzt hat. Wir holen auf, gewiss. Wir holen aber das auf, was andere definiert haben.

    Kann eine Maschine “ehrlich” sein? Opus 4.8 behauptet es

    Die Pace im KI-Markt scheint derzeit vor allem ein Anbieter zu setzen: Anthropic hat gerade seine neue Version Claude Opus 4.8 veröffentlicht und vermarktet sie als „ehrlicher”. Bei der Bezeichnung musste ich schon schlucken. Das Modell mache Unsicherheiten häufiger kenntlich, stelle seltener ungestützte Behauptungen auf und lasse in selbst geschriebenem Code Fehler viermal seltener unkommentiert durchrutschen als der Vorgänger. Klingt erst einmal gut. Nur drängt sich mir eine Frage auf, die das Marketing elegant überspringt: Kann eine Maschine überhaupt ehrlich sein? Dass sie halluzinieren, wissen alle, die ChatGPT, Gemini und Co nutzen.

    Ehrlichkeit ist eine Haltung, ein moralischer Akt — sie setzt voraus, dass jemand auch lügen könnte und sich dagegen entscheidet. Was Anthropic misst, ist etwas anderes: eine niedrigere Rate unbelegter Aussagen, sauberer markierte Unsicherheit. Schon trägt das Produkt eine Tugend, die ihm nur zugeschrieben wird.

    „Zu gefährlich”: Was hinter dem Mythos-Marketing steckt

    In der Vermarktung hat Anthropic in den vergangenen Monaten sehr laut getrommelt. Erinnern wir uns an den Hype rund um Claude Mythos. Das Tool sei zu gefährlich für die breite Öffentlichkeit, tausende Sicherheitslücken finde es im Alleingang, einen 27 Jahre alten Bug in OpenBSD, Schwachstellen in allen gängigen Browsern. Die Drohkulisse sitzt.

    Doch natürlich reagiert auch die deutschsprachige Fachpresse: Demontiert wird hier weniger die Technik als der Mythos um sie herum. FAZ und Handelsblatt verweisen darauf, dass nahezu alle spektakulären Zahlen aus Anthropics eigener Kommunikation stammen — unabhängige Replikationen fehlen bislang.

    Der ETH-Sicherheitsforscher Florian Tramèr ordnet ein, dass Mythos eben nicht wie ein Hollywood-Hacker agiert, sondern wie ein extrem fleißiger Spezialist mit guten Werkzeugen — neue Risiken ja, Science-Fiction nein. Die brisanteste Pointe steht aber gar nicht im Sicherheitsteil. Das zugehörige „Project Glass Wing” läuft ausschließlich mit US-Firmen. Der Fraunhofer-Forscher Roßnagel benennt im ZDF die Konsequenz: Amerikanische Hersteller können mit dieser Fähigkeit Sicherheitslücken finden und schließen — europäische nicht. Damit ist Mythos kein reines Cybersicherheits-, sondern ein Souveränitätsthema. Die mächtigste Verteidigungswaffe wird als zu gefährlich deklariert und im selben Zug entlang nationaler Grenzen verteilt. Europa steht wieder auf der falschen Seite der Tür.

    Papst gegen Trump: Moral aus Rom, Deregulierung aus Washington

    Wer benennt, was rund um KI eigentlich auf dem Spiel steht? Ausgerechnet der Vatikan. Papst Leo XIV. hat seine erste Enzyklika „Magnifica humanitas” der künstlichen Intelligenz gewidmet — als Techenthusiast lehnt er sie nicht ab, fordert aber, dass sie nicht wenigen privaten Akteuren dient, sondern dem Menschen, der Wahrheit und der Würde der Arbeit. Sein Kernsatz trifft den Nerv des gesamten Beitrags: Eine moralischere KI nützt nichts, wenn diese Moral von wenigen bestimmt wird. Die Reaktion der Branche war vielsagend: Altman, Musk, Zuckerberg schwiegen öffentlich; nur Anthropic war auf der Bühne vertreten, die Annäherung an Amazon, Meta und Google lief diskret hinter den Kulissen.

    Den schärfsten Kontrast liefert die Politik. Im selben Zeitraum hat Donald Trump eine fast fertige Executive Order zur KI-Aufsicht wenige Stunden vor der Unterzeichnung gestoppt. Die Begründung, knapp und entlarvend: „Wir liegen vor China, wir liegen vor allen anderen” — und nichts solle diesen Vorsprung gefährden. Dabei sah die Verordnung lediglich eine freiwillige 90-Tage-Vorabprüfung von Frontier-Modellen vor; selbst diese zahnlose Variante war noch zu viel, nachdem Musk, Zuckerberg und David Sacks in letzter Minute dagegen lobbyiert hatten.

    So stehen sich zwei KI-Sorgen gegenüber, die grundverschieden sind: Rom warnt vor anthropologischem Rückschritt und der Aushöhlung der Arbeit, Washington vor dem Verlust des Wettrennens. Die einen fragen, wem die KI dienen soll; die anderen, wer das Rennen gewinnt.

    Bemerkenswert ist, wer die päpstlichen Fragen längst in Realpolitik übersetzt: der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom, mitten in der Herzkammer des KI-Booms, lässt prüfen, wie Beschäftigte vor den Arbeitsmarktfolgen geschützt werden — bis hin zu Grundeinkommen und Beteiligung an Unternehmensvermögen. Und selbst hierzulande hat Digitalminister Wildberger ein bedingungsloses Grundeinkommen als möglichen Teil der Lösung ins Gespräch gebracht.

    Womit der Bogen sich schließt: Während die mächtigsten Hersteller die Definitionsmacht über Gefahr, Tugend und Nutzen der KI unter sich aufteilen und die führende Supermacht freiwillig wegschaut, ringen eine Kirche, ein Gouverneur und ein paar europäische Stimmen um die eigentlich entscheidende Frage — für wen das alles eigentlich sein soll. Ich fürchte, solange Europa nur die eigenen Werkzeuge nicht ans Laufen bekommt, bleibt es bei dieser Frage Zuschauer.

    Quellen

    #Anthropic #Claude #ClaudeMythos #DigitaleSouveränität #EU #KI #KIRegulierung #KIAgenten #MistralAI #PapstLeoXIV #Trump #USA

    Google schlägt zurück: Das Ende der Suche und die agentische Ära

    Die Breite, die niemand sonst hat

    Wer sonst hat das? Android als mobiles Betriebssystem mit globaler Reichweite. Die nach wie vor dominante Suchmaschine. Google Cloud als aufholender Hyperscaler, der seinen Marktanteil auf 14 Prozent verdoppelt hat und zuletzt mit 63 Prozent im Quartal wächst. Google Workspace. YouTube, auf das niemand verzichten will. Eigene KI-Chips in der achten Generation — und erstmals Pläne, sie direkt an Großkunden zu verkaufen. Quantencomputing mit dem Willow-Chip. Smarte Brillen. Und Gemini als KI-Modell, das bald in Apples Siri steckt. Und Alphabet kontrolliert heute rund ein Viertel der weltweiten KI-Rechenleistung.

    https://9vor9.podigee.io/211-google-ki-suche-gemini

    Das ist die Stärke, die Lars Basche und ich in unserer #9vor9-Folge diese Woche zu sortieren versucht haben. Google war schon lange vor dem ChatGPT-Hype das Synonym für KI-Forschung — das T in ChatGPT steht für Transformer, eine Architektur, die bei Google erfunden wurde. Dann kam OpenAI, dann der Hype, dann die Wahrnehmung, Google sei abgehängt. Die Google I/O 2026 zeigt: Google ist bei weitem nicht tot und nutzt jetzt seine Ressourcen, um den Markt aufzurollen. Mit einer Breite, die kein anderer Wettbewerber hat.

    Die Google I/O 2026 verstärkt das Bild. Wer Google in den letzten Jahren abgeschrieben hatte, hat einen entscheidenden Fehler gemacht: Er hat ein einzelnes Produkt bewertet, statt das Gesamtbild zu sehen. Neue Modelle, ein autonomer Cloud-Agent namens Gemini Spark, das größte Suchupdate seit 20 Jahren und eine Allianz mit Apple, die ich vor einem Jahr für unwahrscheinlich gehalten hätte. Google hat in Mountain View geliefert.

    Siri powered by Gemini: Ein Armutszeugnis für Apple?

    Die vielleicht symbolträchtigste Ankündigung dieser I/O ist nicht Gemini Spark, sondern die Apple-Kooperation. Google-Cloud-Chef Thomas Kurian hat dem Handelsblatt bestätigt, was Apple bislang nur in groben Zügen kommuniziert hatte: Google baut ein Modell als Grundlage für Apple Intelligence — und liefert die Infrastruktur, auf der die Siri-Anfragen der iPhone-Nutzer weltweit beantwortet werden. Selbst Apples besonders abgesicherter Dienst „Private Cloud Compute”, über den sensible Nutzerdaten laufen, soll Google-Infrastruktur nutzen.

    Zugleich testet Apple laut Bloomberg intern Integrationen mit Anthropic Claude, die bestehende OpenAI-Partnerschaft läuft weiter. Apple setzt also auf alle Pferde gleichzeitig — was ehrlicher ist als Exklusivitätsrhetorik, aber auch zeigt, wie weit das Unternehmen von einer eigenen KI-Strategie entfernt ist. Dass Apple, dessen Versprechen auch Datenschutz ist, einem direkten Konkurrenten den Private Cloud Compute anvertraut, ist vielsagend. Dass Apple ausgerechnet mit dem wichtigsten Wettbewerber auf dem Gebiet der mobilen Betriebssysteme kooperiert, verwundert ungemein.

    Für Google ist es ein kluger Zug: Wer Apple-Nutzer an Gemini gewöhnt, hat einen Fuß im iOS-Ökosystem — ohne selbst ein Gerät verkaufen zu müssen. Die WWDC am 8. Juni wird zeigen, wie Apple das positioniert. Ich bin ziemlich sicher, dass mein iPhone 13 Pro nicht in den Genuss von Siri powered by Gemini kommen wird. Stattdessen wird Apple das nutzen, um neue Hardware zu verkaufen. Das wäre zumindest typisch Apple: Viel Geld mit der eigenen Hardware verdienen.

    Agenten: nützlich, aber wofür setzt man sie ein?

    Bei Gemini Spark, dem neuen autonomen Agenten, der 24/7 in der Cloud läuft und Aufgaben auch dann abarbeitet, wenn das Smartphone ausgeschaltet ist, bin ich von der vorsichtigen Sorte — und Lars ist da noch skeptischer als ich. Nicht weil die Idee falsch wäre, sondern weil die großen Versprechen der agentischen Ära und der wirkliche Nutzen im Alltag noch auseinanderliegen.

    Ich selbst nutze Agenten, allerdings auf Basis von Anthropic CoWork: einen, der mir morgens gefilterte Nachrichten nach meinen Interessen liefert, einen, der meinen Blog nach Tippfehlern durchkämmt und die Korrekturen direkt in WordPress einträgt, einen, der alle Bilder meines Blogs sinnvoll beschriftet hat. Das sind nützliche, konkrete Dinge.

    Aber Agenten, die eigenständig Reisen planen und bezahlen, die E-Mails und Termine autonom erstellen und beantworten, die mein Geld intelligent investieren und meine Finanzen verwalten — da stehen zumindest Lars und ich auf der Bremse. Den nächsten Schritt, den Agenten eigenständig buchen und bezahlen zu lassen, gehen wir nicht mit. Zudem sind unsere E-Mail und unser Kalender nicht auf Google, sondern auf deutschen Diensten, datenschutzrechtlich exzellent, aber nicht mit Google integriert.

    Google erklärt dem Web den Krieg

    Das eigentlich Revolutionäre der I/O ist jedoch nicht neue Software-Versionen oder KI Agenten. Die werden gefühlt ständig von irgendeinem Hersteller vorgestellt. Vielmehr ist es das Ende des “Googlens” der Suche, wie wir sie kennen. Jo Bager hat es in seinem c’t-Kommentar präzise auf den Punkt gebracht: Google betreibt künftig kein Suchportal mehr, sondern ein Full-Service-Portal — das restliche Web liefert nur noch den Rohstoff.

    Der Blogger tante formulierte es noch direkter: Google habe „den Überresten des Webs den Krieg erklärt.” Die zehn blauen Links, wie wir sie im Google-Suchfenster seit gefühlten Jahrzehnten kennen, verblassen und verschwinden schließlich. KI-Zusammenfassungen, automatische Buchungen, der universelle Einkaufskorb zur Abwicklung von Bestellungen — Google ist nicht mehr Wegweiser, Google wird zum Zentrum.

    Für Publisher, Journalisten und Blogger bedeutet das: viel weniger Klicks auf der eigenen Webseite, der Traffic geht dramatisch zurück, und es mehr als fraglich ist, ob er jemals wiederkommt. Ich selbst nutze Google als primäres Suchwerkzeug schon lange nicht mehr. Seit ein, zwei Jahren sind bei mir Perplexity, jetzt vermehrt Claude oder ChatGPT für Recherchen im Einsatz. Jetzt zieht Google mit seiner KI-Zusammenfassung nach. Das Ende der traditionellen Suche ist da, auch wenn einige Leute sie vermissen und die alternative Suchmaschine DuckDuckGo überraschend viele neue Downloads meldet.

    https://youtu.be/p0T7FTbwopw

    Europa, Regulierung und die Souveränitätsfrage

    Wenn man sich dieser Tage mit Google beschäftigt, darf das Thema EU und der Digital Markets Act nicht fehlen. Eine Milliardenstrafe wegen DMA-Verstößen stand im Raum, von der Leyen soll gebremst haben, jetzt heißt es wieder, sie kommt doch. Lars ist diesbezüglich wenig optimistisch — wenn JD Vance oder Trump anrufen, hat sich das schnell erledigt, sagte er, und damit lag er die letzten Monate leider oft genug richtig.

    Ein Detail, das dabei kaum Aufmerksamkeit bekommt: Google Cloud soll nach aktuellem Stand nicht als „Gatekeeper” unter dem DMA klassifiziert werden — anders als Amazon und Microsoft. Der vergleichsweise noch geringere Cloud-Marktanteil schützt Google bislang vor dem striktesten Regulierungsregime.

    Gleichzeitig versucht Google, nach der Trennung von T-Systems die Souveränitätsdebatte durch eine Partnerschaft mit dem französischen Rüstungskonzern Thales zu befrieden: Gemeinsam wollen sie bis Ende 2026 eine souveräne Cloud-Plattform für Deutschland aufbauen, betrieben von einer deutschen Gesellschaft unter Thales-Kontrolle, mit strikter operativer Trennung von Google Cloud. Google liefert die Technologie, Thales die hoheitliche Kontrolle. Ob damit das Cloud-Act-Dilemma wirklich gelöst ist oder nur eleganter verpackt wird, ist eine andere Frage.

    Und dann ist da noch ein Signal, das in der deutschen Debatte nicht ausreichend kommentiert wurde: Die Bundeswehr arbeitet mit Google Cloud. Kurian erwähnte es beiläufig im Handelsblatt-Interview, als einen von mehreren deutschen Partnern. Beiläufig — dabei ist es alles andere als das. Wenn die deutsche Streitkraft ihre Infrastruktur auf einem US-amerikanischen Hyperscaler aufbaut, der dem Cloud Act unterliegt, ist das eine strategische Entscheidung mit weitreichenden Konsequenzen für das, was wir digitale Souveränität nennen. Oder eben nicht mehr nennen können.

    Die Breite ist das Problem — und Europa schaut zu

    Genau hier liegt das eigentliche Problem dieser I/O 2026: Die Breite, die Google stark macht — Android, eigene Chips, Cloud, Workspace, YouTube, Quantencomputing, Gemini —, ist gleichzeitig der Grund, warum Europa dringend klare Grenzen setzen müsste. Nicht trotz dieser Stärke, sondern wegen ihr. Wer so tief in Infrastruktur, Kommunikation, Suche, Einkauf und bald auch in die KI-Assistenten auf jedem Smartphone eingebettet ist, darf nicht unreguliert bleiben. Die EU hat die Instrumente — den DMA, die DSGVO, das Kartellrecht. Was fehlt, ist der politische Wille, sie auch gegen geopolitischen Druck aus Washington durchzusetzen. Solange der fehlt, ist digitale Souveränität für Europa vor allem eines: ein frommer Wunsch.

    Bleibt festzuhalten: Google ist sicherlich kein strauchelndes Unternehmen. Es ist digitale Infrastruktur. Und Infrastruktur lässt sich nur begrenzen, wenn man das wirklich ernst meint.

    Hintergrund-Präsentation (erstellt mit NotebookLM)

    Google_IO_2026_Strategy_BriefingHerunterladen

    Quellenverzeichnis

    #9vor9 #Cloud #CloudAct #Datenschutz #DigitaleSouveränität #EU #gemini #Google #KI #KIAgenten

    Robinhood öffnet Aktienhandel und Kreditkarte für KI-Agenten

    Robinhood lässt Kunden eigene KI-Agenten an Brokerage und Kreditkarte anbinden. Der Start zeigt, wie Agentic Commerce in ein reguliertes Finanzprodukt wandert.

    https://agentenlog.de/posts/2026-05-29-robinhood-ki-agenten-handel

    #robinhood #kiagenten

    Robinhood öffnet Aktienhandel und Kreditkarte für KI-Agenten – Agentenlog

    Robinhood lässt Kunden eigene KI-Agenten an Brokerage und Kreditkarte anbinden. Der Start zeigt, wie Agentic Commerce in ein reguliertes Finanzprodukt wandert.

    Agentenlog
    KI-basierte Betrugsagenten agieren autonom, lernen aktiv aus Fehlern und umgehen KYC-Checks mit iterativen Angriffen, statt starren Skripten zu folgen. Ihr modularer Aufbau aus Orchestrator, Tool-Runner, persistentem Speicher und Feedback-Modul macht sie für Banken und Unternehmen extrem schwer abzuwehren.
    #Aktuell #Security #Strategie #Identität #Identitätsdiebstahl #KIAgenten...
    https://www.it-finanzmagazin.de/ki-betrugsagenten-wenn-bots-eigenstaendig-identitaeten-klauen-244543/?fsp_sid=32267
    KI-Betrugsagenten: Wenn Bots eigenständig Identitäten klauen

    KI-Betrugsagenten arbeiten anders als klassische Fraud-Bots nicht nach starren Skripten, sondern als autonome Systeme.

    IT Finanzmagazin

    Anthropic hat ein 36-seitiges Zero-Trust-Framework zur Absicherung autonomer KI-Agenten veröffentlicht.

    Der Ansatz erfordert temporäre Berechtigungen, isolierte Sandbox-Umgebungen und kryptografische Identitäten für Modelle. Da Schwachstellen oft in wenigen Stunden ausgenutzt werden, setzt das Konzept auf Agentic-SOAR-Lösungen für maschinell schnelle Echtzeit-Abwehr.

    #Anthropic #ZeroTrust #KIAgenten #Cybersecurity #AIGeneratedImage

    https://www.all-ai.de/tutorials/tutorials-ki/anthropic-guide-autonome-agenten-1

    Anthropic zeigt auf 36 Seiten wie man autonome KI-Agenten absichert

    Klassische IT-Sicherheit scheitert bei modernen KI-Agenten völlig. Das neue »Zero-Trust-Konzept« setzt auf strikte Rechteverwaltung.

    all-ai.de
    Arint - SEO+KI (@[email protected])

    <p>RT @TechCrunch: Robinhood ermöglicht nun, dass Ihre KI-Agenten Aktien handeln.</p> <p><a href="https://arint.info/@Arint/116650209565586607">mehr</a> auf <a href="https://arint.info/">Arint.info</a></p> <p>#Aktienhandel #Automatisierung #Finanztechnologie #KIAgenten #Robinhood #arint_info</p> <p><a href="https://x.com/TechCrunch/status/2059613241199005977#m">https://x.com/TechCrunch/status/2059613241199005977#m</a></p>

    Mastodon Glitch Edition

    Meta zeichnet Tastaturanschläge und Mausklicks der eigenen Belegschaft auf, um KI-Agenten zu trainieren und kündigt parallel 8.000 Stellen.

    Die Telemetriedaten interner Softwareentwickler dienen als Datengrundlage zur Automatisierung von Programmieraufgaben. Eine vollständige Anonymisierung der Bildschirmaufzeichnungen findet aktuell nicht statt.

    #Meta #KIAgenten #Datenschutz #Automatisierung #AIGeneratedImage

    https://www.all-ai.de/news/news26top/zuckerberg-meta-ki-agenten

    Zuckerberg lässt Angestellte KI-Agenten trainieren und schmeißt sie dann raus

    Meta nutzt die täglichen Computer-Interaktionen seiner Belegschaft als Datenbasis für intelligente KI-Agenten.

    All-AI.de

    Emergence AI zeigt in einem Langzeit-Experiment, dass autonome KI-Agenten ohne ständige Kontrolle kriminell werden.

    Modelle wie Grok 4.1 Fast und Gemini 3 Flash begingen in einer virtuellen Welt Hunderte Straftaten, während GPT-5-Mini passiv blieb. Die Studie belegt die Schwächen aktueller Sicherheitsarchitekturen im autonomen Dauerbetrieb.

    #EmergenceAI #KIAgenten #AIAlignment #KI #AIGeneratedImage

    https://www.all-ai.de/news/news26top/ki-kriminell-experiment

    Warum KI-Agenten nach wenigen Tagen kriminell werden

    Ein Langzeit-Test offenbart unerwartetes Verhalten bei großen KI-Modellen. Nur Claude Sonnet bleibt völlig friedlich.

    All-AI.de

    Alibaba hat das KI-Modell Qwen3.7-Max veröffentlicht, das speziell als Basis für autonome KI-Agenten konzipiert wurde. In Benchmarks wie Apex und SWE-Verified übertrifft das Modell etablierte Konkurrenten. In einem 35-stündigen Dauertest optimierte die KI eigenständig einen GPU-Kernel über verschiedene Agenten-Frameworks hinweg.

    #Qwen37Max #Alibaba #KIAgenten #AgenticAI #AIGeneratedImage

    https://www.all-ai.de/news/news26top/qwen3-7-alibaba-agenten-release

    Qwen3.7-Max schlägt Konkurrenz bei Agenten-Benchmarks

    Das neue Flaggschiff-Modell wurde speziell als stabiles Fundament für autonome KI-Agenten und komplexe Workflows entwickelt.

    All-AI.de
    Die Google-Suche bekommt weitere KI-Funktionen: Agenten können sogar Aufträge erledigen.#WDR #Schieb #Digital #Google #IO #Suchmaschine #Suchdienst #KI-Agenten #KI #Pinchai #Keynote #Agenten #NRW
    Das passiert bei der Aktivierung der Google-KI-Suche
    Künstliche Intelligenz | Neuer KI-Modus bei Google-Suche

    Die Google-Suche bekommt weitere KI-Funktionen: Agenten können sogar Aufträge erledigen.

    WDR