Habermas, Post-Truth Philosopher, Dies Aged 96

Jürgen Habermas, known for his ideas on democracy and public discussion, died at 96. His work explored how people talk and agree.

#JürgenHabermas, #Philosophy, #Democracy, #PublicSphere, #RIP

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Jürgen Habermas, a very important thinker about how societies work and democracy, has passed away at age 96. He wrote many books that explained how open talk helps people make decisions together.

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Famous Philosopher Jürgen Habermas Dies at 96

Jürgen Habermas, known for his ideas on democracy and public discussion, died at 96. His work explored how people talk and agree.

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Abwickler oder Vollender?

Habermas und die Kritische Theorie

Gerhard Schweppenhäuser plädiert heute in der FAZ für die erste der beiden Deutungen: Habermas hat die Kritische Theorie durch seine Kommunikationstheorie nicht „vollendet“, sondern sie mit einer eher ausgedünnten Rationalitätstheorie von einem auch sozialökonomisch tieferen Verständnis der Moderne weggeführt.

Das passte und passt – so ließe sich ergänzen – auch ganz gut zu einer sozialdemokratischen Politik, die zunehmend unkritisch über die Verwerfungen der ökonomischen und dann auch ökologischen Grundlagen des sozialen Seins hinwegblickte. Habermas war – ähnlich wie übrigens auch Grass in der Literaturgeschichte – nicht der Titan der Geistesgeschichte, zu dem ihn ein sozialdemokratisches Umfeld (s. gestern in der SZ) nun stilisiert.

Schweppenhäusers Fazit: „Habermas’ Theorie ist in vielerlei Hinsicht interessant und wichtig, aber sie ist eben keine Kritische Theorie.“

@timrichards

The Fediverse is our coffee house! (Minus the coffee.)

#CoffeeHouses #PublicSphere #JürgenHabermas #MastodonCulture

Martin Walser: Über Deutschland reden (1988) – Liberal Konservativ Lesen

A propósito de Jürgen Habermas y su legado - LoQueSomos

Sobre la esfera pública de la comunicación interactiva, A propósito de Jürgen Habermas y su legado, Escuela Crítica de Frankfurt,

LoQueSomos

Kritik und philosophische Engführung

Zum Tod von Jürgen Habermas

Nancy Fraser, die bekannte Sozialphilosophin, rekapituliert ihren Weg mit und gegen Habermas. Ich erkenne darin viele meiner eigenen Inspirationen durch und meiner Bedenken gegen den Ansatz dieses großen Vertreters der Frankfurter Schule wieder.

Auch für mich liegt eine grundlegende Übereinstimmung mit Habermas darin, dass philosophische und sozialwissenschaftliche Theorie einen kritischen Anspruch haben muss, der nicht zuletzt die Dimension von sozialer und politischer Praxis im Auge behält. Dieser Anspruch ist bei Habermas weithin zu finden und das macht ihn in meinen Augen zu einem sehr respektablen Vertreter seiner Zunft.

Die unübersehbare Verengung des Denkens der Frankfurter Schule auf den Versuch, eine weithin bloß normative Fundierung des Erforschens und Nachdenkens über unsere Welt zu liefern, ist dagegen ein großes Manko seines Ansatzes. Dass die Frankfurter Schule in einem emphatischen Sinne auch Sozialforschung betreiben wollte, versandete bei Habermas. Nancy Fraser listet die vielen blinden Flecken auf, die daraus resultierten und die durch andere Ansätze und durch andere Denkerinnen und Denker gefüllt werden mussten und müssen.

Für mich besonders schmerzlich ist die große Blindheit der neueren Frankfurter Schule gegenüber der ökologischen Frage. Während bei älteren Vertretern wie Adorno Zugänge zur Reflexion auch der natürlichen Grundlagen unseres Seins noch vorhanden sind, wurden sie bei Habermas durch die normativ-kommunikative Engführung seines Denkens weithin verbaut. Darin sehe ich eine fundamentale und ganz systematische Schwäche seines Ansatzes.

Politisch-praktische Defizite in seinem Denken wurden dann in seinen unklaren Stellungnahmen zum Ukrainekrieg überdeutlich. Als eine klare Stellungnahme gegen Putins Aggression und gegen die Gefahr einer Appeasementpolitik nach Münchner Vorbild das Vordringliche gewesen wäre, mäanderten Habermas‘ Stellungnahmen unklar dahin – ähnlich, wie bei anderen Sozialdemokraten, die gefangen blieben in den Ausläufern einer Entspannungspolitik, die in den 1970er Jahren und auch noch danach große und wichtige Beiträge leistete, aber spätestens seit der russischen Okkupation der Krim 2014 obsolet geworden war. Der Tod des Denkers könnte so auch das Ende eines langen Jahrhunderts sozialdemokratischen Philosophierens markieren.

Kritik und philosophische Engführung – Beueler-Extradienst

#GroßraumPhantastik mit #JürgenHabermas. Ab und zu schreibt er ›Banalitäten‹ so schön hin, dass meine Denker-Depression ganz romantisch zu seufzen beginnt.

»Das wichtigste Reflexionshindernis {zur Überwindung von Dissensen in Gerechtigkeitsfragen} ist ein unbewegliches kollektives Selbstverständnis, das die Bereitschaft blockiert, *von den eigenen Hintergrundüberzeugungen hypothetisch Abstand zu nehmen*.«
—»Auch eine Geschichte der Philosophie« (2019/2022), I, S. 128, wbgEdition.