Deutsche Oper Berlin: „Tristan und Isolde“ und die Suche nach dem (Un)glück
Lynn Sophie Guldin
Am 1.11. ist er da, der Schreck eines jeden bundesdeutschen Vernunftbürgers – der Schokoladenweihnachtsmann im Supermarkt. Wenn der erste Advent erst in vier Wochen kommt, wer kauft dann diese Dinger? Nun, der Konsum einer Schokoladenware kann durchaus strategisch geschickt eingesetzt werden. Wer beispielsweise zum genau richtigen Zeitpunkt dem arglos lächelnden Gesicht den Kopf abbeißt und sich an Schokosplittern im Mund erfreut, der hebt seinen Blutzuckerspiegel vor jedem Tristan und Isolde-Akt an der Deutschen Oper genau richtig, um diesem (höflichst!) Monsterstück maximale Konzentration zu ermöglichen. (Rezension der Premiere v. 1. November 2025) […]
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Hier galt’s der Kunst und nicht dem Skandal: Rückblick auf die Bayreuther Festspiele 2025
Phillip Richter
Die diesjährigen Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth sind so harmonisch wie schon lange nicht zu Ende gegangen. Die Zeiten der großen Skandale wie etwa dem umstrittenen Hakenkreuz-Tattoo von Evgeny Nikitin, dem Hitlergruß von Jonathan Meese oder Führer-Diskussionen im Libretto des Lohengrins scheinen vorüber zu sein. Auch eine mit fadenscheinigen Begründungen absagende Primadonna sowie pikiert vom Grünen Hügel abreisende Dirigenten hat es im Sommer 2025 nicht gegeben. Selbst die Neuinszenierungspremiere der Meistersinger von Nürnberg wusste kaum anzuecken und wurde wohlwollend bis enthusiastisch bei den Wagnerianern aufgenommen. Redakteur Phillip Richter von DAS OPERNMAGAZIN wagt einen Rückblick auf einen friedlichen Festspielsommer voller gesanglicher Stärken und einen Ausblick auf das 150-jährige Festivaljubiläum im Jahr 2026. […]
Mein lieber Herr Gesangsverein – „Die Meistersinger von Nürnberg“ bei den Bayreuther Festspielen
Adele Bernhard
[caption id="attachment_30934" align="alignleft" width="300"] Bayreuther Festspiele 2025 / DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG/Ensemble und Chor der Bayreuther Festspiele/Foto © Bayreuther Festspiele/Enrico Nawrath[/caption]
Mit seiner Neuinszenierung von Die Meistersinger von Nürnberg bei den Bayreuther Festspielen 2025 tritt Matthias Davids in große Fußstapfen: Davon abgesehen, dass das Werk bis ins 21. Jahrhundert hinein strikt Familien- und Chefsache war, steht Davids auch vor der Herausforderung, Barrie Koskys meisterhafter Inszenierung von 2017 nachzufolgen. Die Aufgabe bewältigt Davids spielerisch leicht, mit einem Händchen für die Komödie und viel Inspiration aus dem echten Leben. (Rezension der Vorstellung v. 14. August 2025)
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