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Das Schreiben mit der Hand fehlt mir, sage ich im Spanischunterricht und obwohl ich sonst kaum einen geraden Satz formulieren kann, drücke ich mich bei dieser Gelegenheit fehlerfrei und verständlich aus.
Am nächsten Morgen sitze ich in der Küche, verteile Zeitschriften und Lernmaterial quer über den Tisch nach einer Ordnung, die für andere chaotisch aussehen muss. Ich lese die wunderbaren Gedichte von Jürgen Brocan und die Schlagzeilen der Zeitungen, ein Abgesang auf die SPD und ein Vorschlag in Würde zu altern. „Das Wunder von Budapest“ und die Frage wem Jesus gehört. Auf der anderen Seite thematische Wortfelder zu Körper, Büro und Geschäften.
Vor dem Fenster, der Himmel verdunkelt sich zusehens, geht der Vater mit seinen zwei Kindern, es sieht aus als hätte er alle Dunkelheit fest in sich eingeschlossen, damit die Kinder leuchten dürfen.
#Gedichte #Schreiben #Ungarn