AbL protestiert gegen die geplante Streichung der Weideprämie in den Öko-Regelungen.
Die Bundesregierung plant offenbar ein Gesetz zum Bürokratierückbau in der Landwirtschaft. Darin enthalten ist auch eine Streichung der 2024 vom Deutschen Bundestag im GAP-Direktzahlungen-Gesetz verankerten Öko-Regelungen für die Förderung der Weidehaltung von Milchkühen und des Biotopverbundes.
Aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V. ist die geplante Streichung keineswegs „Bürokratieabbau“ und wäre eine weitere wirtschaftliche Schwächung jener Milchviehbetrieben mit Weidehaltung, welche sich die Gesellschaft mehrheitlich wünscht.
Kirsten Wosnitza, AbL Weidehalterin der AbL Fachgruppe GAP mit Milchkühen in Schleswig-Holstein, erklärt:
„Bei den zusätzlichen Öko-Regelungen handelt es sich um freiwillige Förderangebote, die auf keinem einzigen Betrieb, der diese nicht beantragt, einen Mehraufwand bedeuten. Wer bei der geplanten Streichung mit Bürokratierückbau argumentiert, der will diese Form der Tierhaltung nicht fördern, macht sich aber argumentativ unglaubwürdig.“
Die AbL kritisiert zudem, dass die geplante Streichung das genaue Gegenteil der gerade von Bundesminister Alois Rainer regelmäßig betonten Notwendigkeit der Schaffung von Planungssicherheit sei. Viele Weidehalterinnen und Weidehalter hätten seit 2024 mit den angekündigten Fördergeldern gerechnet und würden seither Jahr um Jahr vertröstet. Dass im Koalitionsvertrag der Bundesregierung sowohl eine Ausweitung der Förderung der Weidehaltung als auch der Einkommensanreize für die Erbringung von Klima-, Umwelt- und Tierwohlleistungen im Zuge der GAP angekündigt seien, klingt für Kirsten Wosnitza vor der dem Hintergrund des Gesetzentwurfes wie „blanker Hohn“. Gleiches gilt für die Äußerungen von Bundesminister Rainer das Kulturgut Weidehaltung schützen und fördern zu wollen. „Wer so etwas sagt und dabei glaubhaft sein möchte, der streicht keine bundesweite Weideprämie“, so Wosnitza.
Die AbL sieht sich mit ihrer Forderung nach einer Stärkung der Weidehaltung keineswegs allein. Rund 150 Verbände haben inzwischen einen gemeinsamen Aufruf an die Bundesregierung unterzeichnet. Die zeichnenden Verbände fordern, der Weidehaltung politisch und ökonomisch endlich die Bedeutung zu geben, die sie aufgrund ihrer überragenden Leistungen für den Umwelt-, Klima-, und Tierschutz verdient.
Kirsten Wosnitza, die mit ihrem Mann neben rund 100 Kühen auch 30 Schafe auf der Weide hält, fordert daher abschließend:
„Der Deutsche Bundestag darf der Streichung der beiden beschlossenen Öko-Regelungen im weiteren Prozess nicht zustimmen, sondern muss diese im anstehenden parlamentarischen Verfahren wieder aus dem Gesetzentwurf entfernen.“
Hintergrund:
Das Papier des aus über 150 Verbänden bestehenden Weidebündnis: https://gruenlandverband.de/wp-content/uploads/2026/05/Position-Weidetierhaltung-18052026.pdf






