#LINKSDERWOCHE | 23/2026: ProduktivitÀt, Lean, Projektmanagement, Agile, Management und Leadership, Politik und Verwaltung
PRODUKTIVITĂT
Mythos Unverzichtbarkeit | Wider de Unverzichtbarkeitsreflex
Die aktuelle Podcastfolge von Ivan Blatter hat es in sich. Finde zumindest ich. Ein herrlicher Begriff, den er dabei benutzt: Unverzichtbarkeitsreflex. Passt. Alles drin. Hand aufs Herz: Sind wir wirklich bestĂ€ndig unverzichtbar? Können wir wirklich keinen zweiwöchigen Urlaub machen, ohne dass die Welt untergeht? Und selbst wenn dem so ist, ist das gesund? Ich persönlich finde es viel besser, wenn ich sagen kann, dass ich einen guten Job gemacht habe, und wenn ich fĂŒr vier Wochen in der Versenkung verschwinden kann, ohne dass etwas schiefgeht.
https://share.transistor.fm/s/8154df0a
Obsidian | Dynamische ProjektĂŒbersicht
Ich kann Obsidian-Nutzern den Blog von Thomas Mathoi nur empfehlen. Er zeigt immer wieder sehr anschaulich, wie Obsidian als âWissensinstrumentâ zur Steuerung von Projekten genutzt werden kann. Ich persönlich nutze ĂŒbrigens Taskboard fĂŒr die Organisation meines Personal Kanbans in Obsidian, da das Add-on Kanban schon lange keine Updates mehr erhalten hat, und bin damit ganz zufrieden. Der Versuch, ausschlieĂlich mit den âBoardmittelnâ zu arbeiten, war fĂŒr mich nicht ganz so befriedigend. Das ist aber sicherlich auch eine Frage des persönlichen Geschmacks.
Purpose und Leidenschaft | Weshalb beides zusammengehört
Purpose oder Sinnhaftigkeit gilt manchen ja als Mantra, wenn es um die Frage geht, worauf es ankommt. Nur mal ganz ehrlich: Nur weil eine Sache einen sinnhaften Zweck erfĂŒllt, bedeutet das nicht, dass ich mit Elan an die Sache gehe. Und umgekehrt: FĂŒr etwas eine Leidenschaft zu haben, bedeutet noch lange nicht, dass es einen sinnhaften Zweck erfĂŒllt. Beides einzeln betrachtet bringt uns nicht weiter. Beides zusammen dann schon eher. So verstehe ich Dan Rockwell. Und das ergibt fĂŒr mich persönlich sogar Sinn. Leidenschaft ist der Antrieb, der Zweck gibt die Richtung vor.
https://leadershipfreak.blog/2026/06/05/dont-confuse-passion-with-purpose/
Systemisches Denken | Haben wir es verlernt?
Wo ordne ich systemisches Denken ein? Es passt zu fast allen Themenkomplexen der Links der Woche. Daher habe ich mich entschieden, es hier unter âProduktivitĂ€tâ einzuordnen. Ăhnlich wie Ralf Keuper gewinne auch ich immer hĂ€ufiger den Eindruck, dass wir das systemische Denken zunehmend verlieren. Und nein, ich meine nicht die vielen systemischen Coaches, auch wenn es Parallelen geben mag. Mir geht es um das Denken in Systemen, das Denken in zweiter und dritter Ordnung usw. Dinge. Ăbrigens denken echte Lean-Freaks in Systemen. Das ist ein Markenzeichen der groĂen Denker des Toyota Production Systems. Das nur am Rande bemerkt. Was Keuper am Beispiel der Ăkologiebewegung beschreibt, scheint mir weit ĂŒber dieses Thema hinaus der Fall zu sein. Und nein, hier geht es nicht um die Frage von gut oder schlecht, sondern um die berĂŒhmte adaptive Feedbackschleife, die organisationelles und institutionelles Lernen ermöglicht.
LEAN
Entwickeln statt âMietenâ | Weshalb man die eigenen Mitarbeitenden entwickeln sollte
Uiuiui, Mark Graban schreibt allen Ernstes, man solle nicht nur Menschen mit Berufserfahrung einstellen, sondern Menschen, die sich entwickeln wollen. Das ist doch viel zu teuer! Tja, kurzfristig vielleicht. Langfristig ⊠Da er die Metapher vom GĂ€rtner, der seinen Garten hegt und pflegt, damit er sich entwickeln kann, bemĂŒht, dĂŒrfte die Botschaft relativ klar rĂŒberkommen. Wer nur Personal anmietet und nicht selbst entwickelt, bekommt am Ende des Tages nur âeingekaufteâ, keine selbstentwickelten Mitarbeiter und verliert so langfristig Wissen, Erfahrung und Kompetenz. Das ist langfristig ein hoher Preis.
https://www.leanblog.org/2026/06/develop-your-own-people/
Problemlösung im A3-Format | Der A3-Report als Werkzeug der kotinuierlichen Verbesserung
Es dĂŒrfte kaum einen Lean-Enthusiasten geben, der den A3-Bericht nicht kennt. In puncto kontinuierliche Verbesserung kommt man nicht an ihm vorbei. Aus gutem Grund. FĂŒr diejenigen, die den Ansatz noch nicht kennen, hier entlang und gut aufpassen. Beim nĂ€chsten Mal wird abgefragt.
https://leanbase.de/publishing/post/das-denken-auf-einem-blatt-papier-warum-die-a3-met
PROJEKTMANAGEMENT
Stakeholder | Die Bremser unter den Stakeholder und wie man die Bremse löst âŠ
Es gibt rund um jedes Projekt eine Vielzahl unterschiedlichster Anspruchsgruppen (Stakeholder), die sich in den sieben Typenbeschreibungen widerspiegeln, die Andrea Windolph hier zusammenfasst. Ihr Fokus in diesem Fall allerdings auf den âBremsernâ. Sie beschreibt die Typen und ihre Verhaltensweisen und gibt zu jedem Typ den jeweiligen Ansatz, um den Bedarfen und BedĂŒrfnissen gerecht zu werden, ohne das eigene Projekt lahmzulegen. Eine durchaus interessante Idee und AnsĂ€tze, die man aufgreifen kann und sollte.
https://projekte-leicht-gemacht.de/blog/methoden/stakeholder/7-stakeholder-bremser/
AGILE
Flughöhe und Meetings | Weshalb die Flughöhe, ĂŒber die wir reden wichtig ist âŠ
Nicht nur im Kontext selbstorganisierter Teams höre ich immer wieder, dass zu viele Meetings eine Belastung darstellen. Eine interessante Frage, die ich dabei auch immer wieder miteinbeziehe, ist die Flughöhe in den Meetings. Jede Flughöhe hat ihre eigenen Formate mit ihrem eigenen Fokus. Ein Schelm, wer dabei nicht an Obeya denkt. Pardon, aber das muss jetzt sein. Ich bin der Meinung, dass es durchaus hilft, Besprechungen sinnvoll zu gestalten, nĂ€mlich so, dass passend zur Flughöhe die geeigneten Personen mit am Tisch sitzen, die dazu etwas beitragen können. Ruedi Gysi fasst es ganz gut zusammen: âAuf welcher Flughöhe sind wir gerade â und ist das die, fĂŒr die wir hier sitzen?â Diese Frage wirkt zwar keine Wunder, aber fast đ
https://agilereflection.org/auf-welcher-flughoehe-redet-ihr-gerade/
Flowmetriken | Weshalb sie wertvoll sind
Als Kanban-Fan, Scrum-Enthusiast und Lean-AnhĂ€nger bin ich in Bezug auf âFlowmetrikenâ sicherlich voreingenommen. Daher finde ich den Diskussionsbeitrag von Yuval Yeret sehr interessant. Was auch sonst? Er beschreibt nĂ€mlich klar und deutlich, welchen Mehrwert Flowmetriken liefern und weshalb ich sie fĂŒr sinnvoll halte. Mehr muss ich nicht zum Anteasern mitgeben. Nachlesen könnt ihr es selbst an entsprechender Stelle.
https://www.scrum.org/resources/blog/why-focus-flow-metrics-problems-they-help-you-see
Miro-Templates | Man muss das Rad nicht neu erfinden âŠ
Es ist ein offenes Geheimnis, dass ich gerne visuell arbeite. Das heiĂt, ich arbeite auch mal gerne mit Miro, Conceptboard und Ă€hnlichen Tools. Dank einer groĂen Community gibt es einige gute Miro-Templates. Einige Klassiker sind die von Lars Richter aufgelisteten Miro-Templates, mit denen er gerne arbeitet. Und die sind gut. Man muss nicht immer alles selbst erfinden und entwickeln, sondern kann durchaus vorhandene Templates verwenden. In diesem Sinne: Schaut sie euch an!
https://scamper.blog/miro-templates/
Ignorierte Hebel | Was Teams bremst und welche Hebel helfen
Simon Flossmann bringt es auf den Punkt: âVielen Scrum-Teams fehlt nicht noch ein weiteres Werkzeug, ein zusĂ€tzlicher Prozess oder das nĂ€chste Meeting. Ihnen fehlt der Mut zu einem Ziel.â Dies untermauert er mit zehn Problemen, die ihm und anderen immer wieder in der Praxis begegnen. Wenn die Probleme klar benannt sind, lĂ€sst sich eigentlich jedes Problem lösen und der Hebel umlegen, oder?
MANAGEMENT UND LEADERSHIP
Kampf der Systeme | Das Schneller zieht vorbei âŠ
Meister Konfus hat einen Verwandten: Prozess-Konfuzius. Martin ĂztĂŒrk hat mittlerweile die 10. Ausgabe seines interessanten Newsletters ĂŒber LinkedIn veröffentlicht, der immer interessante Impulse bereithĂ€lt. So auch in dieser Ausgabe, in der er den Nagel auf den Kopf trifft: Wir erleben einen âKampfâ der Systeme, bei dem die schnelleren Systeme die Nase vorne haben. Ein gutes Produkt zu haben, reicht heute schon lange nicht mehr aus. Wichtig ist auch, schnell zu lernen und adaptiv vorzugehen. Wer auf Probleme mit mehr Regeln, mehr Vorschriften und mehr vom Gleichen reagiert, erzeugt unnötigen Ballast, der mehr bremst als hilft. Die Lösung ist nicht mehr Struktur, sondern andere Strukturen. Bedauerlicherweise werden viele nicken, doch nur die Wenigsten schaffen den BrĂŒckenschlag.
Meister Konfus | Die hohe Kunst der organisatorischen Selbstsabotage
Ich bin ein bisschen stolz, dass es Meister Konfus bereits zum zweiten Mal als Gastbeitrag im Blog der t2informatik geschafft hat. Zudem hat mich bereits die Bitte um einen dritten Gastbeitrag ereilt. Daher seht mir etwas Eigenwerbung nach. Meister Konfus, der legendĂ€re Meister der Konfusion und Verschwendung, widmet sich hier der hohen Kunst der organisatorischen Selbstsabotage. Im Falle einer MachtĂŒbernahme durch die Nicht-Alternative ist das ĂŒbrigens eine hervorragende Anleitung, zu der es hoffentlich niemals kommen wird.
https://t2informatik.de/blog/hohe-kunst-organisatorischen-selbstsabotage/
POLITIK UND VERWALTUNG
Verfassungstreue Beamte | Was sie mĂŒssen wissen, wenn die AfD eine Landesregierung stellt
Dass die Damen und Herren der Nicht-Alternative mit Meinungsfreiheit nur das Recht meinen, ihre eigene Meinung zu verbreiten, wĂ€hrend sie gleichzeitig alle anderen Meinungen unterdrĂŒcken wollen â selbst wenn diese mit hoher Evidenz untermauert werden â, dĂŒrfte jedem bekannt sein, der das groĂartige GlĂŒck hatte, mit Vertretern dieser Fraktion einen Diskurs zu fĂŒhren. Bedauerlicherweise sieht es gefĂ€hrlich danach aus, dass eben jene Gruppierung in mindestens einem Bundesland gute Karten haben könnte, die Mehrheit bei einer Landtagswahl zu ergattern. Das sind keine schönen Aussichten, insbesondere fĂŒr Staatsbedienstete, die ihren Eid auf das Grundgesetz ernst nehmen. Campact verdeutlicht sehr eindringlich, was dann droht. Noch ist der Abwehrkampf nicht verloren. Es liegt an uns. An jedem Einzelnen.
https://www.campact.de/blog/2026/06/afd-in-sachsen-anhalt-was-beamtinnen-jetzt-wissen-muessen
Antisemitimsus | Wie Tiktok Antisemtismus befördert
Ein groĂes Problem bei der Verbreitung rechtsextremistischer und antisemitischer Inhalte sind die sozialen Medien. Durch die geschickte Nutzung einschlĂ€giger Szenecodes erreichen sie ordentlich Reichweite â selbst dann, wenn dies laut den Gemeinschaftsregeln untersagt ist und deren Missachtung sanktioniert wird. Letzteres, so konnte ich in den letzten Tagen selbst feststellen, sollte man â zumindest im Kontext des Meta-Konzerns â nicht erwarten. Ganz im Gegenteil. Daher meine Empfehlung: EinschlĂ€gige Inhalte nicht bei der Plattform melden, sondern sauber dokumentieren und direkt bei den Strafverfolgungsbehörden anzeigen. Am Beispiel von TikTok zeigen die Belltower.News sehr eindrĂŒcklich, wie sich antisemitische Inhalte online verbreiten. Eine mehr als erschreckende Beobachtung.
Politische Liturgie | Ein neues VerstÀndnis von politischer Dienstleistung
Christian Wolff versucht, einen Weg zu finden, um der Nicht-Alternative den NĂ€hrboden zu entziehen. Er plĂ€diert dabei fĂŒr eine neue politische Liturgie. Mit anderen Worten ruft er dazu auf, ein neues VerstĂ€ndnis von politischer Dienstleistung zu etablieren, das folgende Elemente umfasst: eine kritische Bestandsaufnahme, die Erinnerung an und die Vergewisserung durch die eigene Programmatik, die Ăbertragung auf den Alltag mit Zuspruch und Anspruch, die Einbettung in das persönliche, gesellschaftliche und das Weltgeschehen, die StĂ€rkung und der Zusammenhalt, die Hinwendung zu den Menschen und die positive, auf Frieden ausgerichtete Auseinandersetzung mit Problemen. Ich persönlich tue mich etwas schwer mit der Metapher der Kirchenliturgie, muss ich zugeben, aber den inhaltlichen Punkten kann ich durchaus etwas abgewinnen.
https://www.blog-der-republik.de/politische-liturgie/
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