Adam Kay – „This is going to hurt“ (Serie, 2023)

Ich mag Arztserien. Hauptsächlich weil wir, meine Freunde und ich, gerne Trinkspiele zum Thema „Wie unrealistisch ist das schon wieder…?“ abhalten, und jede Ausrede einen Abend am Fernseher zu verbringen ist eine Gute. Ich mag auch Adam Kay. Er ist ein Freund, den ich auch im Privaten recht gut kenne, und dessen Kampf für bessere Arbeitsumstände und Rechte für „Junior Doctors“ ich feiere und unterstütze. — Ein Beitrag von @mikka (ZDFneo, Wh.)

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Terrence Malick – „In der Glut des Südens“ (1978)

Ein Film, der schon wirkt wie eine frühe Inkarnation eines späteren Mythos. Seine Bilder sind viel klarer als seine Gedanken, die Landschaft spricht lauter als seine Figuren. Und genau darin liegt eine große soziale und politische Unruhe. Für mich ist es ein Meisterwerk überragender Schönheit, das auch deshalb zum Kultfilm wurde, weil sein Regisseur sich danach über Jahrzehnte der Öffentlichkeit verweigert hat. Mit Richard Gere, Brooke Adams, und Sam Shepard. (ARTE, Neu!)

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Don Siegel – „Ein Fressen für die Geier“ (1970)

Alles andere als ein „klassischer“ Western. Auch wenn mit Don Siegel ein Genreveteran Regie geführt hat und mit Clint Eastwood ein kommender Superstar ganz oben auf den Plakaten stand. Es ist allein Shirley MacLaine, die diesen Film zusammenhält. Sie ist das Zentrum, der Störfaktor, das Maultier, das den Regeln des Genres nicht gehorcht. Don Siegel wusste, dass er eine Figur braucht, die Eastwoods Fassade sprengt. Und mit MacLaine bekam er genau das – eine scharfe, ironische, unberechenbare Geheimwaffe. (ARD)

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Steven Knight – „No Turning Back“ (2013)

Nur ein Mann in einem Auto. Auf einer zweistündigen Fahrt von Birmingham nach London. Das ist schon die zusammengefasste Rahmenhandlung dieses Filmes. Ein Film für unser Kopfkino. Wir sitzen auf dem Rücksitz und haben Zeit nachzudenken. Über richtig und falsch und die Konsequenzen und Moral von Entscheidungen. Brillant! (3Sat, Wh.)

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Mark Pellington – „Arlington Road“ (1999)

Ein ziemlich harter Thriller über Terror, Misstrauen und die Angst vor den Nachbarn – inszeniert in einer Vorstadt, wie sie für das amerikanische Kino der späten 1990er Jahre typisch ist. Mark Pellingtons Film handelt von einem Mann, der überall Gefahren sieht – und womöglich vollkommen Recht damit hat. Ein seltener Film über die schmale Linie zwischen berechtigter Sorge, Verschwörungstheorie und selbstzerstörerischer Paranoia. Sehenswert schon allein für Jeff Bridges, Tim Robbins, Joan Cusack und Hope Davis. (ARD, Wh.)

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Ulaa Salim – „Eternal“ (2023)

Ein einziger Buchstabe, ein ganz anderes Universum. Das hier ist kein Marvel-Film, sondern ein dänisch-norwegisch-isländischer Science-Fiction als Gedankenmodell über Erinnerung, Wiederholung und Möglichkeit. Eigentlich ist es eine ganz leise Studie zweier Menschen, die sich über verschiedene Lebensphasen hinweg begegnen. Aus einer unscheinbaren Beziehungsgeschichte entwickelt sich schrittweise ein spekulatives Szenario, in dem alle Zeit und jeder Verlauf instabil wird. Das ist interessant, aber nicht ganz einfach. (ZDF, Free-TV-Premiere)

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Kasparov vs. Deep Blue – „Rematch“ (Serie, 2024)

Eine Serie, wie ein großes, episches Match. Ein Mensch gegen eine Maschine. Inszeniert als Psychothriller und wahres Gemetzel. Diese ARTE-Serie von Yan England könnte tatsächlich fast das großartigste Fernsehen sein, welches Sie in diesem Jahr noch sehen werden. (ARTE, Wh.)

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„The Frankenstein Chronicles“ (Serie, 2015)

Die Leiche eines Kindes wird aus der Themse gezogen. Zusammengenäht aus fremden Körperteilen. Ein Bild, das sich nicht mehr abschütteln lässt, auch zehn Jahre später nicht. Denn diese Serie beginnt nicht als Rätsel, sondern eigentlich als Zumutung. Weil sie sich weigert, gefällig zu sein und ihre eigene Düsternis ernst nimmt. Heute, wo Streaming-Serien längst zur industriellen Fließbandware geworden sind, wirkt dieses Projekt fast wie ein Störgeräusch aus einer anderen Zeit. Das ist echt nicht einfach zu konsumieren, aber ich werde mir das wohl trotzdem wieder ansehen müssen. Auch wegen Sean Bean. (ARD, Wh.)

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Pete Davidson – „Bupkis“ (Serie, 2023)

Eine Serie von, mit und über Pete Davidson. Oder besser: über die Sehnsucht, nicht länger Pete Davidson sein zu müssen. Über das Wissen, dass jeder Gag ein Placebo ist. Und darüber, wie ein Mann sich selbst verliert, wenn alle Welt von ihm erwartet, sich preiszugeben. Ich empfinde Fremdscham wie lange nicht – und bleibe dann doch, weil sich etwas entblößt, das wirklich selten geworden ist im Comedyland: ehrliches, echtes Unbehagen, verpackt als Witz. (ZDF, Wh.)

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Roman Polański – „Rosemaries Baby“ (1968)

In einem Jahr, das auch filmhistorisch zwischen Aufbruch und Abgrund lag, hat dieser Film Roman Polański 1968 endgültig zu einer Schlüsselfigur des internationalen Kinos gemacht. Zuvor hatte der in Paris geborene und in Polen aufgewachsene Regisseur schon mit „Das Messer im Wasser“ (1962) und „Ekel“ (1965) gezeigt, dass er das Spiel mit psychologischem Druck und räumlicher Enge meisterhaft beherrscht. (ARD, Wh.)

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