NEUE REZENSION: "Dao – Der Weg"

Eine faszinierende Sammlung von Geschichten voller chinesischer Märchenmotive und Mythen.

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#ChinesischeComics #Manhua #Chinabooks #Märchen

Dao – Der Weg

„Ei, Großmutter, was hast du für große Hände?“ — „Dass ich dich besser packen kann.“ — „Aber, Großmutter, was hast du für ein entsetzlich großes Maul?“ — „Dass ich dich besser fressen kann.“ Jeder kennt das Märchen der Brüder Grimm von Rotkäppchen und dem bösen Wolf, und vieles spricht dafür, dass diese archetypische Konstellation quasi Grundbaustein der menschlichen Verfasstheit ist. Nun erschien bei Chinabooks eine Sammlung märchenhafter Geschichten, die diese Annahme bestätigt. Da klopft die Tigerin an die Tür dreier Kinder und ruft: „Kinderlein, macht die Tür auf.“ – „Ist Oma schon zurück?“ fragt eines der Kinder. Irgendwas stimmt nicht: „Zeig uns erst deine Hände“, fordern die Kinder, worauf die Tigerin ihre Pranke durch den Spalt schiebt. „Unsere Oma hat keine so großen Hände“, sagen sie, aber die Tigerin erwidert schlau: „Aber Enkelchen, hast du etwa die Handschuhe vergessen, die du Omi geschenkt hast?“ Die Kinder lassen nicht locker: „Sie hat auch keinen Schwanz“, stellen sie fest, darauf die Tigerin: „Ach meine Kleine, das ist bloß das Seil, das sich Oma umgebunden hat, um ihren …

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NEUE REZENSION: "Die Klingen der Wächter" Band 10

"Worldbuilding von der Größenordnung eines Sonnensystems", findet Christian Muschweck in dieser chinesischen Comicserie.

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#Chinabooks #Manhua #ChinesischeComics #Historiencomic #XuXianzhe

Die Klingen der Wächter 10

Am Ende des zehnten Teils von Klingen der Wächter schließt sich ein Bogen zu Band 1: Daoma und sein Junge Xiaoqui beginnen, steckbrieflich gesuchte Kriminelle einzuschüchtern, um ihnen Reisegeld abzupressen. Das ist eine Rückkehr zu alten Kopfgeldjägermethoden, ebenso eine Rückkehr zu den Ursprüngen des ersten Teils. Der Ballast der Politik wird abgestreift, wenn auch nur vorrübergehend. Überhaupt fügen sich in den letzten vorliegenden Kapiteln von Biaoren, wie die Reihe im Original heißt, viele parallele Handlungsstränge zu einem dicht gewobenen, vielschichtigen Erzählteppich. Xu Xianzhe setzt eben nicht nur epische Kämpfe spektakulär in Szene, sondern entwirft darum herum ein komplexes Handlungsgeflecht. Teilweise arbeitet er mit fast schon monströsen, aber doch stets sehr bewusst platzierten Auslassungen, beispielsweise wenn bereits im ersten Teil zwei finstere Verfolger auftreten, deren Hintergrund uns aber erst knapp 1000 Seiten später, im neunten Band, nachgereicht wird. Ebenso ist es mit zahlreichen politischen Entwicklungslinien, die nicht nur parallel zur Haupterzählung stattfinden, sondern – bisweilen auch zeitversetzt in der Vergangenheit – manchmal elliptisch erzählt sind. Als Leser ist man gut beraten, sich einfach in die Geschichte …

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