
Große französische Oper: „Die Königin von Saba“ in Düsseldorf als Fest der Emotionen gefeiert
Ursula Hartlapp-Lindemeyer
Man fragt sich, was bei der Rezeption dieser Oper schiefgelaufen ist, denn langanhaltender Beifall des Premierenpublikums in der Düsseldorfer Oper belohnte die konzertante Aufführung der „Königin von Saba“ von Charles Gounod. Die Königin von Saba, die um 950 v. Chr. den weisen jüdischen König Salomo besucht haben soll, ist ein Sujet der Buchreligionen. Das Alte Testament berichtet lediglich vom Besuch der heidnischen Königin, in Gounods Oper verspricht sie dem König, der in der Oper Soliman heißt, die Ehe, weil er sie mit seiner Weisheit beeindruckt, verliebt sich dann aber in seinen Baumeister Adoniram und macht ihr Eheversprechen wieder rückgängig. Sie ist die klassische Frau zwischen zwei Männern, die allerdings ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt und den König am Vorabend der geplanten Hochzeit mit einem Schlaftrunk außer Gefecht setzt und sich zu ihrem Geliebten absetzt. Sie begegnet dem König der Juden als Frau auf Augenhöhe. (Rezension der Premiere vom 16. Mai 2026) […]