WELT-Journalist plädiert implizit für Führerprinzip im deutschen Gerichtssaal 

In seinem Kommentar vom 19.06.2026 wirft der 'Chefkommentator' der Tageszeitung 'Die Welt', Andreas Rosenfelder, jenen Richter:innen die gegen die auf Merz' und Dobrindts illegalem Grenzregime beruhenden Zurückweisungen von Asylsuchenden urteilten, Aktivismus vor.

Dabei behauptet Rosenfelder nicht etwa, dass Gesetze falsch ausgelegt worden seien von den Richter:innen, nein, sondern sie hätten aus fehlendem Respekt vor 'der Politik', gestützt von einer 'Migrationslobby', eine "völlig dysfunktionale Dublin-Verordnung der EU" durchgesetzt, anstatt dem Willen Dobrindts zu gehorchen.

Hier hört man mehr als nur ein leises Echo des 'Führerprinzips' aus der Zeit von vor 1945. Jenem Prinzip, wonach der 'Führerwille höchste Rechtsquelle' sei, wie der NS-Kronjurist Carl Schmitt es formulierte. "Wir dürfen uns nicht blindlings an die juristischen Begriffe, Argumente und Präjudizien halten, die ein altes und krankes Zeitalter hervorgebracht hat", das schrieb Schmitt, in seinem 1934 erschienenen Aufsatz "Der Führer schützt das Recht", dieser Gedanke scheint dem Kommentar der WELT zugrunde zu liegen.

Noch erregt ein solcher Kommentar Aufsehen in der Jurabubble, aber viele Kräfte arbeiten daran, dass der Schmitt'sche Grundgedanke wieder Einzug hält in die Rechtsprechung.

https://www.welt.de/debatte/plus6a33a280759a1e18f32ebe6b/illegale-migration-die-gerichte-sind-teil-des-problems.html

(Ohne Paywall, aber ich weise darauf hin, dass archive.is eine nicht unproblematische Seite ist:
https://archive.is/inhjr )

Kritik an dem Kommentar der WELT:
https://www.lto.de/recht/meinung/m/zurueckweisungen-welt-rechtsstaat-berlin-recht-justiz

'Führerprinzip'
https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BChrerprinzip

@bmi
#welt #diewelt #rechtsextrem #Führerprinzip #fuhrerprinzip #carlschmitt #hitler #andreasrosenfelder #vg #berlin #asyl #DublinVerfahren #grenze #grenzregion #grenzregime #montag #jurabubble #dobrindt #dobrindt_stoppen #politik #innenpolitik #rechtspolitik #berlinbubble #faschismusbekampfen #faschismusstoppen

Illegale Migration: Die Gerichte sind Teil des Problems - WELT

Eine aktivistische Justiz verhindert die Begrenzung der illegalen Massenmigration, anstatt bei der Rückkehr zu Recht und Ordnung zu helfen. Solche Urteile gefährden den Rechtsstaat.

DIE WELT

It’s pretty hard to top #Greg #Bovino in the category of crazy right-wing Americans,
but the #Remigration #Summit organizers may have done so.

Veteran white supremacist crank
#Jared #Taylor,
author of “White Identity: Racial Consciousness in the 21st Century,”
was also on hand.

So was a young man named #Stefano #Forte, who is,
I kid you not,
president of the New York Young Republicans.

He previously appeared in Salon thanks to Russell Payne’s reporting on the “campaign” to get Zohran Mamdani deported,
which does not appear to have succeeded.

Seriously, Republicans,
-- and I’m addressing the handful of you out there who want to have a normal political party again someday:

Come get your boy!

Because he flew across the ocean from New York City,
on somebody’s dime,
to attend an alt-right role-playing game about deporting all the brown people.

#GregBovino
#MartinSellner #AfonsoGonçalves #AndreaBallarati #GötzKubitschek #CarlSchmitt
#JaredTaylor
#StefanoForte

J’étais tombé sur cette publication tout à fait par hasard : passant devant la bibliothèque royale de Stockholm l’avant-dernier #vendredilecture, le « J! » avait affiché un « Jewish Book Festival » au lampadaire juste en face. Au plaisir de la découverte d’une véritable fête littéraire pendant mon séjour s’ajoutait que l’un des protagonistes était #GeorgesDidiHuberman, sur scène avec son traducteur #DanielPedersen à l’occasion de la sortie en suédois de « Les anges de l’histoire » (paru 2025 aux Éditions de Minuit). J’aime beaucoup son refus de la théologie politique de #CarlSchmitt à #Agamben, mais surtout son amour pour #AbyWarburg et #WalterBenjamin, 3/4

Very glad to have been able to work with the archives of Carl Schmitt in Duisburg for a week.

The Schmitt-Nachlass is incredibly vast. The material I could access during my stay will help me write a follow-up to the article on the sources of Foucault’s analyses of power published last November, as well as contribute to a couple other projects.

#archive #archives #histodons #history #academia #academicchatter #carlschmitt #duisburg #nrw #nordrheinwestfalen #germany

Autonomies: **Christian Laval: Total war as a neo-fascist mode of government**

https://autonomies.org/2026/02/christian-laval-total-war-as-a-neo-fascist-mode-of-government/

From the Verso Books Blog (03/02/2026) Christian Laval, co-author of The Choice of Civil War, on the escalation of the neoliberal order through the Trump administration’s total war. Trump is carrying out a protracted coup d’état right before our eyes, making … Continue reading →

#Commentary #CarlSchmitt
Christian Laval: Total war as a neo-fascist mode of government | Autonomies

Planetarer Ausnahmezustand – Links der Woche, 8.-15.2.2026

Seit einiger Zeit lassen sich die Posts dieses Blogs auch als Newsletter abonnieren. Im Augenblick erscheint dieser Newsletter immer am Sonntag. Das führt dazu, dass ich versuche, bis zu diesem Termin etwas Lesbares zu formulieren, was wahrscheinlich nicht wirklich zur Form eines kontinuierlichen Blogs aus einzelnen Posts passt. Wie auch immer: In dieser Woche schaffe ich es nur kurz festzuhalten, welche Texte ich gelesen und welche Podcasts ich gehört habe, darüber hinausgehende Posts müssen warten. […]

https://wittenbrink.net/planetarer-ausnahmezustand-links-der-woche-8-15-2-2026/

Planetarer Ausnahmezustand – Links der Woche, 8.-15.2.2026 – Lost and Found

Per la libertà di movimento - di Gennaro Avallone - Effimera

  Pubblichiamo un estratto dal cap. 4 del libro di Gennaro Avallone, Libertà di movimento. Nessuna persona deve morire di frontiere, pubblicato da DeriveApprodi, 2025. [...]

Effimera
Wir brauchen gegen diese Leute ein an Carl Schmitt orientiertes Denken von links. Wenn wir sie nicht wie Feinde behandeln und so gegen sie kämpfen, werden wir den Planeten nicht retten: Trump to repeal key ruling allowing regulation of planet-heating gases | US news | The Guardian
Trump to repeal Obama-era finding foundational to US climate rules

Climate groups vow to fight rollback of 2009 finding determining CO2 and other greenhouse gases harm health

The Guardian

Machtpolitik aus dem Sauerland

Es mag ein Zufall sein, dass Friedrich Merz, der gerne als neuer deutscher Machtpolitiker und europäischer Führer gesehen werden möchte, nur wenige Kilometer von Plettenberg entfernt aufgewachsen ist. In Plettenberg im Sauerland ist Carl Schmitt geboren und begraben (11. Juli 1888 bis 7. April 1985). Carl Schmitt war Mitglied der NSDAP und man tut ihm kein Unrecht an, ihn als ideologischen Übervater des europäischen Faschismus zu bezeichnen. Er gilt laut Wikipedia immer noch als einer der bekanntesten, wirkmächtigsten und zugleich umstrittensten deutschen Staats- und Völkerrechtler des 20. Jahrhunderts. Er wurde von Hermann Göring und Hans Frank, dem „Schlächter von Polen“, protegiert. Jenseits von Hitlers Rassenwahn finden sich in den Kernaussagen seiner Lehre wesentliche Übereinstimmungen mit der Ideologie des Faschismus. So z. B. die Verachtung der parlamentarischen Demokratie als ein System der Schwäche.

Der Kompromiss und die Einbeziehung des/der Anderen (Habermas) sind ihm absolut zuwider. Die Ausscheidung oder gar Vernichtung des „Heterogenen“ findet sich als Quintessenz seiner politischen Theorie seit 1923 unverändert in Carl Schmitts Werken. So heißt es in seiner 2017 in 10. Auflage erschienenen Schrift „Die geistesgeschichtliche Lage des heutigen Parlamentarismus“:

“Zur Demokratie gehört also notwendig erstens Homogenität und zweitens – nötigenfalls – die Ausscheidung oder Vernichtung des Heterogenen.” (Vorbemerkung S. 14).

Ein derartiges Demokratieverständnis ist kaum vereinbar mit der Idee einer modernen Demokratie, in der die Unterschiedlichkeit und Gegensätzlichkeit der Meinungen, Interessen, Willensrichtungen und politischen Bestrebungen und damit der Existenz von Konflikten innerhalb des Volkes konstitutiv ist (Konrad Hesse, Grundzüge des Verfassungsrechts der Bundesrepublik Deutschland, Rn. 133)

Auch Schmitts Theorie der Großraumordnung könnte sowohl Putin als auch Trump gefallen. Die Idee der regelbasierten internationalen Beziehungen steht dem diametral gegenüber.

Gleichwohl kommt jener schreckliche Jurist und Philosoph in diesen Tagen zu neuen Ehren. Ohne ihn namentlich zu erwähnen, nimmt Bundeskanzler Friedrich Merz seit einiger Zeit fortlaufend auf ihn Bezug, indem er von einer neuen Epoche der Großmachtpolitik spricht und postuliert, Europa müsse die Sprache der Großmächte sprechen, freilich ohne nähere Angaben darüber, was er damit genau meint. Politische Reaktionen auf derartige Absonderlichkeiten sind kaum sichtbar. Rolf Mützenichs Artikel im IPG-Journal (Internationale Politik und Gesellschaft der Friedrich-Ebert-Stiftung) vom 09. Febr. d. J. bildet eine rühmliche Ausnahme. Er betont zu Recht, dass die Verengung des Machtbegriffs auf militärische Stärke ein gefährliches Spiel ist. Auf der Ende dieser Woche stattfindenden sog. Münchener Sicherheitskonferenz bestünde Gelegenheit zur Klärung. Die kluge Rede des kanadische Premierministers Mark Carney auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos brachte es treffend auf den Punkt: „Wir sollten nicht zulassen, dass der Aufstieg der hard power uns blind macht für die Tatsache, dass die Macht der Legitimität, Integrität und Regeln stark bleibt, wenn wir uns entscheiden, sie gemeinsam zu nutzen“.

Wo sind die links-liberalen Intellektuellen in dieser Phase der Auseinandersetzung um die Deutungshoheit darüber, was deutsche Politik heute in Europa und der Welt leisten kann und sollte? Die libertäre Ausprägung des neuen US-Faschismus bedarf dringend einer europäischen Antwort. Deutschland könnte dabei aus naheliegenden Gründen eine wichtige Rolle spielen. Stattdessen vernehmen wir bislang Schweigen im Walde und Gedankenspiele über eine deutsche atomare Aufrüstung.

Gruseliger geht es kaum. Die Parteien wirken an der politischen Willensbildung mit, heißt es im Grundgesetz. Willensbildung setzte politischen Pluralismus voraus, jener Pluralismus, der dem Sauerländer Carl Schmitt zuwider war. Jedenfalls ist es an der Zeit die geistesgeschichtlichen Gegner der freiheitlichen Demokratie und ihre Epigonen auch diskursiv zu stellen. Es geht um nicht mehr und weniger als die Zukunft der freiheitlichen Demokratie. Trump, Vance und ihre Sponsoren von Elon Musk, Mark Zuckerberg, Jeff Bezos und Larry Ellison bis zu dem aus Deutschland stammenden Peter Thiel, dessen Vermögen auf 25 Milliarden Dollar geschätzt wird, wollen keine Parlamente, Gewerkschaften, Betriebsräte oder Bürgerinitiativen. Sie wollen ihre Anhäufung von Kapital und Macht ungehindert fortsetzen. Bislang gelingt es ihnen recht erfolgreich. Ihr Modell einer libertär faschistischen Gesellschaft funktioniert aber nur so lange, wie sich die Menschen das gefallen lassen. Die US-amerikanische MAGA-Politik können wir in Europa kaum direkt beeinflussen. Die demokratisch regierten Staaten von Europa haben aber die Macht, die ökonomischen Rahmenbedingungen zu bestimmen. Ein einiges Europa kann mit seiner wirtschaftlichen und politischen Stärke die Macht der Tech-Oligopole und Monopole brechen.

It’s the economy, stupid! Mit diesem Slogan gewann Bill Clinton 1992 die US-Präsidentschaftswahlen. Dem wäre heute entgegen zu setzen. It’s democracy, smart. Demokratie ist nicht perfekt, aber das Beste, was wir haben.

Vorbild für die EU könnte auch der Sherman Antitrust Act von 1890 sein. Das erste und grundlegende US-Bundesgesetz zur Förderung des freien Wettbewerbs durch Verbot von Monopolen, Kartellen und wettbewerbswidrigen Verträgen, hat den wirtschaftlichen Aufschwung der USA zu Beginn des 20. Jahrhunderts begünstigt, obwohl das Gesetz nur zögerlich angewendet wurde.

Die EU-Kommission hat die Möglichkeit Wettbewerbsverstöße zu ahnden. Ein anderer Hebel wäre das Steuerrecht. Die großen Tech-Konzerne dort zu besteuern, wo die Wertschöpfung z. B. in Form von Werbeumsätzen stattfindet und nicht am Sitz des Konzerns in einem Niedrigsteuerland, träfe Musk, Zuckerberg und Co. an ihrer empfindlichsten Stelle. Darüber lohnt es sich mehr zu streiten und Lösungen zu finden, als über die Kostentragungspflicht von Kassenpatienten für Zahnbehandlungen.

Wenn das die neue Machtstrategie von Friedrich Merz wäre, könnte er sich meinetwegen ruhig auf seinen sauerländischen Nachbarn aus Plettenberg beziehen. Die Sprache der Macht, die die Tech-Milliardäre verstehen, heißt Anhäufung von Vermögen und Zurückdrängen von demokratisch legitimiertem staatlichen Einfluss. Ohne die Zerschlagung dieser zutiefst asozialen und undemokratischen Strukturen wird es nicht gehen. Womöglich würde der analytisch scharfsinnige Carl Schmitt aus Plettenberg dem zustimmen, denn er betrachtete ökonomische Macht nicht als autonom, sondern ordnete sie der politischen Souveränität unter.

Machtpolitik aus dem Sauerland – Beueler-Extradienst