You Don’t Know Alysa Liu’s Power Until You See It In Person
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Seeing Amber Glenn toss out the first pitch at today's game was a treat, because it reminded me that you can indeed claw back a good result from a disastrous start with a little grit and also playing loose.
The Mets *aren't* going to do that, but it's nice to be reminded it's possible.
Wow, Amber Glenn in der Gala, so toll! 🥰
Wie die Dinge sein sollten
In den letzten Wochen, vielleicht anderthalb Monaten, habe ich mit vielem gehadert. Meine Regeneration war nicht, wie sie sein sollte, auch meine Laune, vor allem auch meine Motivation. Ob es der Winter ist, der auf meine Stimmung drückt? Wahrscheinlich schon bis zu einem gewissen Grad. Vielleicht – sogar ziemlich wahrscheinlich – ist es auch eine Welt, in der materielle Werte mehr zu zählen scheinen als Menschlichkeit. Zugleich war und ist viel los: Arbeit. Wahlkampf für die Landtagswahl in Baden-Württemberg. Engagement für Cem Özdemir und Thomas Hentschel. Initiative Bürgerrat in Bietigheim. ABC-Zug der freiwilligen Feuerwehr Karlsruhe.
Aber derzeit wird es besser. Ich kriege meine Sachen eher auf die Reihe, ich habe mich damit abgefunden, dass der Bienwald-Marathon für mich ein Marathon ohne Bestzeitenversuch wird, aber nichtsdestotrotz ein Marathon. Am meisten aus dem Loch geholt hat mich aber der Donnerstagabend. Auf Anregung einer Freundin zog ich mich zurück. Während mein Mann mit seinen Jungs „Dune: The Awakening“ spielte, saß ich im Arbeits-, Aufnahme- und Sportzimmer und schaute den ARD-Livestream des Kür-Abends. Eingestiegen bin ich bei Julia Sauter, und ab da habe ich alles angeschaut, bis der Stream kurz nach der Siegerehrung endete.
Und was war das für ein Feuerwerk! Vorweg, ja, ich weiß, keine Vierfachsprünge. Aber auch keine – oder, wenn man ehrlich ist, doch, aber nur ein Tutberidze-Girl, die mit übermäßigem Druck in Mentalität und Körper zerstört werden. An der Stelle möchte ich aber das Thema verlassen, das mir mit und nach Beijing 2022 das Eiskunstlaufen völlig vergällt hat, denn die Gegenwart ist so viel schöner!
Wie geschrieben, eingestiegen bin ich bei Julia Sauter, bei der DEU aus dem Kader aussortiert, weil sie an einer bestimmten Stelle ihrer Entwicklung noch nicht dreifach springen konnte. Nun sahen wir eine völlig glückliche junge Frau, die dank doppelter Staatsbürgerschaft für Rumänien antreten durfte, und in Abwesenheit deutscher Starterinnen Olympia-Siebzehnte wurde. Weiter saugte mich dann Shin Jia aus Südkorea wieder in das Eislauffieber ein. Bei Iida Karhunen wurde mir klar: Ich liebe zwar Schwanensee, aber natürlich muss bei einer Umsetzung auf dem Eis auch die Läuferin dazu passen. Natürlich bin ich es nicht, die das zu bewerten hat – denn das nehme ich mal vorweg: auch in diesem ästhetischen Sport das zu tun, was einem guttut, nicht das, was erwartet wird und möglichst viele Punkte bringt, ist wichtig und richtig. Wenn Iida Karhunen dieses Thema selbst gewählt hat und es vielleicht von außen betrachtet zu groß und zu ernst war, dann ist das ihre Sache und schön, dass sie damit auch auf der olympischen Bühne gegen mein Verständnis, was besser wäre, handeln durfte und konnte!
Aber dann ging’s los! Amber Glenn zeigte, dass man sich weder von Social-Media-Hass noch vom Wirbel um die Off-Ice-Person noch vom Scheitern im Kurzprogramm definieren lassen muss! Was war das ein Genuss, ihr zuzusehen, auf dem Eis! Und dann lernte ich etwas, das ich noch nicht wusste: Es gibt da diesen Sessel neben der Kiss-and-Cry-Area, in der die nach Wertung aktuell Führende sitzen darf. Was Amber Glenn dort tat, war auf eine gar nicht mal unentscheidende Weise fast noch schöner als das auf dem Eis: Wie sie das Publikum zum Applaus anhielt, für Sofia Samodelkina, immer wieder klatschte, Standing Ovations gab! Und parallel dazu auf dem Eis, was für eine „Carmen“ aus Südkorea, mit Lee Haein! Dieses Programm, mit all der Rhythmik in Musik und Lee Haeins Bewegungen dazu, was habe ich es gefeiert! Und noch immer, immer wieder, Amber Glenn, die ihren Konkurrentinnen zujubelte, applaudierte, auch wenn sie sicher bei jeder einzelnen sehen musste, dass diese sie weiter weg von den Medaillenrängen bringen konnte, in deren Reichweite sie sich mit ihrer Kür gerade erst wieder katapultiert hatte! Die herrliche Präsenz auf dem Eis, frech und mit einem riesigen Charme, von Loena Hendrickx, das eher tragische Scheitern der so unglaublichen, wunderschön eleganten Isabeau Levito, ich unter meiner Decke auf dem Sofa, fasziniert und begeistert.
Und dann kam er, der erste Moment, in dem sich zeigen musste, wie resilient das ist, was sich da im Eiskunstlaufen gerade zu einem Besseren wandelt: Das Tutberidze-Girl Adeliia Petrosian, die sichtlich angetreten war, um Amber Glenn von der Führung zu vertreiben. Wie so oft war der Druck auf Körper und Geist zu hoch. Der Vierfachsprung am Beginn des Programms scheiterte. So weit, so „kann passieren“, das hat dann noch nicht ganz so viel mit dem Kulturwandel zu tun. Mehr damit zu tun hat, dass ein System, das junge Athletinnen in wenigen Saisons verschleißt, seine Schwächen zeigte. Aber dann wurde es viel deutlicher: Kein Knuddler, kein Trost, keine Berührung, kein „Gut gemacht!“ vom Trainer an Petrosian gewandt, in der Kiss-and-Cry-Area, und dann ihr abschätziger Blick hinüber zu Amber Glenn. Diese erwiderte den Blick höflich, drehte sich zur Kamera, zuckte zwinkernd die Schultern.
Dann das furiose Finale! Schon Chiba Mone, die mit wunderschönem Eislaufen, mit Ästhetik die Führung übernahm, und trotzdem keine Zickigkeiten von Amber Glenn bekam, die in diesem Moment klar sehen musste, dass die acht Läuferinnen lang bestehende Chance, doch mit einer weiteren Medaille heimzufliegen, nun nicht mehr bestand. Und dann Alysa Liu! Fröhlich. Begeistert vom ersten bis zum letzten Moment. Nach ihren Regeln. In diesem herrlichen goldenen Kleid – selbst gewählt. Mit den irritierenden blondierten Blockstreifen im Haar – ebenfalls selbst gewählt. Egal, wem es gefällt. „That’s what I’m fucking talking about!“, in die Kameras, zum Trainerteam, als sie wohl mit der Gewissheit, eine Medaille zu gewinnen, mit der Gewissheit, allen gezeigt zu haben, dass es eine Leistung nach ihren Bedingungen war, nicht nach denen ihres Vaters, ihrer Trainer, ihrer Choreographen war, da war ich völlig hin und weg!
Ein bisschen leid tat mir Sakamoto Kaori dann schon, danach auf das Eis zu müssen, im Wissen, wie schwer es werden würde, ihre Karriere mit dem in der Sammlung noch fehlenden Olympiagold zu beenden. Konzentriert, ein bisschen verbissen. Sie machte es aber grandios, indes, es reichte nicht ganz im Vergleich zu Alysa Liu. Man sah’s ihr an, dass es schwer für sie war, damit zu leben. Nakai Ami danach zeigte sich unbeschwerter, und beschloss eine letzte Sechsergruppe, in der ich fünf völlige Highlights für mich erstmal sortieren musste und noch muss. Als sie dann auf ihre Punkte wartete, war sie schon etwas angespannt, wirkte ratlos – und dann erklärte Amber Glenn der auf dem Sessel der führenden sitzenden Alysa Liu, dass sie gewonnen hatte – und diese bestätigte mit einem Nicken an Nakai Ami, die zu ihr hinüber sah, dass Nakai Bronze geholt hatte. Dann stürmte die Goldmedaillengewinnerin zu Nakai Ami, nahm sie in die Arme, hob sie hoch, gratulierte ihr. Boah, sowas zu sehen, das ist wunderschön, so eine faire Sportlichkeit unter Konkurrentinnen! Genau das Gegenteil von dem, was mich nach Peking mit dem Eiskunstlaufen als von mir gefeiertem Sport hat hadern lassen.
Vor der Siegerehrung dann aber vielleicht die rührendste Szene, die es ins Fernsehen geschafft hat. In überraschendem Erfolg, in Erfüllen oder Übererfüllen der eigenen Erwartungen wertschätzend und fair zueinander zu sein, ist unter Konkurrentinnen schon schwierig genug. Aber in der Niederlage unter die eigenen Erwartungen und Hoffnungen so etwas zu zeigen, das ist das ganz große Kino. Und da war dann Amber Glenn, gehandelt für Gold, gepatzt im Kurzprogramm, gehasst für das, was sie ist und wofür sie steht und den Mund aufmacht, statt Gold auf Rang fünf, die hinrennt, als ein Kameramann versucht, die ihre Enttäuschung in Tränen bringende Sakamoto Kaori in Großaufnahme zu zeigen. Die den Kameramann höflich, aber bestimmt verscheucht, und dann Sakamoto Kaori den Arm um die Schultern legt, zwei Mittzwanzigerinnen, die nicht das bekommen haben auf dem Eis in Mailand, wofür sie hergekommen sind – und die sich gegenseitig stützen und schützen.
Da war noch mehr, auch die Siegerehrung, so viel Schönes auf und genauso neben dem Eis. In einer Welt, in der Egoismen und Empathielosigkeit lautstark verherrlicht werden, brennen sich mir Amber Glenn und Alysa Liu ein. Sie bringen ihren Konkurrentinnen Liebe, Wertschätzung, Trost und Schutz entgegen. Und sie lassen Verachtung an sich abprallen. Darum geht’s mir auch in meinem Sport, dem Laufen! Und in diesem Sinne kann ich auch nur Alysa Liu zitieren, die damit aber, gerade vom Eis kommend, erstmal eigentlich ihre Kür meinte:
„That’s what I’m fucking talking about!“
#AlysaLiu #AmberGlenn #Eiskunstlaufen #Fairness #Hoffnung #MilanoCortina #OlympischeWinterspiele #Sport#WinterOlympics #FigureSkating
#AlysaLiu from #Oakland just leapfrogged from 3rd to 1st after the Free Skate to win the Gold Medal in Women''s Figure Skating.
👏👏👏
#AmberGlenn of the #US who was in 13th place after the Short Program due to missing a required finished in 5th after the Free Skate & wasn't displaced from 1st place in the competition until the 4th best skater in the Short Program completed her Free Skate. Amber probably would have won the Bronze Medal but for the mistake in the Short Program.🤷♂️
Better luck next time if she skates in the Olympics again in 2030.
Also this morning, the #US Women's Hockey team also won the Gold Medal by beating Canada 2-1 in OT.
USA!!! USA!!! USA!!! 🥳🥳🥳