Montag - es ist geradezu grausam, mitten in der Nacht das warme Bett und die schöne Frau darin verlassen zu müssen. Immerhin begleitet mich ein roter Sonnenaufgang auf meinem Weg durch die Weiten des Grenzlandes. Ich finde meinen Arbeitsplatz vor, wie ich ihn zwei Wochen zuvor verlassen habe. Die gleichen, kleingeistigen Streitereien - die gleichen Mücken, die zu Elefanten gemacht werden - der immer gleiche Wahnsinn eines Großraumbüros. Sicherheitslage, Wirtschaftslage, Untersuchungen, Vermutungen, most likely course of action... Es hat sich nicht wirklich etwas verändert. Vor der Tür ist das Leben leichter. Ich bade im Sonnenschein und schere mich nicht um den kalten Wind. Im Kran auf der Baustelle nistet ein Turmfalken-Pärchen. Es wird diskutiert, beobachtet und untersucht, bis feststeht, dass die beiden Vögel auch ungefährdet brüten können, wenn der Kran sich dreht. Die Arbeit geht weiter...
Auf dem Heimweg die Entdeckung und Erkundung eines weiteren Umweges durch die Stadt der Tausend Baustellen. Ich überlege, mir einen Expeditionsanzug nebst Hut in Khaki zuzulegen. Wenigstens für den sich immer wieder verändernden Weg durch die Stadt...
Zuhause warten Kaffee und Kuchen, diverse Großeltern und ein nun volljähriger Sohn auf mich. Wir feiern - dezent, aber dafür umso herzlicher.
#amEndedesTages breitet sich das Gefühl in mir aus, dass es weit wichtigeres gibt als wirre Politiker, ferne Streitereien und eine Wirtschaft mit Schlagseite. Ich sehe einen zufriedenen jungen Mann mit Zukunft, eine glückliche Familie, die zusammenhält und den Frieden in unserem Haus.
Morgen fange ich den real existierenden Personalmangel nach bestem Wissen und Gewissen auf, analysiere, was mir in die Hand gegeben wird und vielleicht gelingt es mir, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen.
Letzte Amtshandlung: Ich zähle nach, sicherheitshalber. Und dann: Ein Tag wird
#gestrichen - bleiben noch 102.
Sonntag - einmal ausschlafen, bitte! Wann, wenn nicht heute?
Der Tag beginnt gemütlich mit Kaffee und Brötchen. Später bringt er etwas neues: Wir sind nun einer mehr zum Mittagessen. Es macht uns allen viel Freude, meinen Vater nun dabei zu haben; und als er den Vorschlag machen, künftig sonntags immer gemeinsam zu essen, stimmen wir gerne zu. Natürlich verschiebt sich damit der traditionelle Mittagsschlaf etwas, aber das macht nichts. Der nachmittag steht ganz im Zeichen des Bügeleisens, begleitet vom Mandalorian, damit das Bügeln nicht so langweilig wird. Und dann hat die Pflicht mich schon wieder... Die Rüstung muss entölt und bereit gelegt werden, und auch das Essen für den morgigen Tag will vorbereitet werden. Meine Motivation, morgen wieder ins Büro zu gehen, hält sich in Grenzen. Aber es sind ja nur noch 100 Diensttage. Das lässt sich aushalten.
#amEndedesTages informiere ich mich auf dem Sofa über CPP, Nagaoka, Japan-Sleeves und ähnliches, um meine kleine Plattensammlung in Ordnung zu halten.
An morgen mag ich noch nicht denken. Na gut, der Wecker muss wieder eingeschaltet werden, aber sonst... Nein, an morgen denke ich einfach noch nicht.
Samstag - schon beim Aufstehen flüstert mir mein Körper zu: "Das wirst du bereuen, Keule!" Aber das beeindruckt mich natürlich nicht im geringsten, und so geht es erstmal Richtung Kaffee und Frühstück. Das Haus ist so früh ungewöhnlich leer, denn der Sohn ist schon auf dem Weg, Hamburg zu erforschen, die Tochter rennt schon durch den Wald auf der Jagd nach Kondition. Heute geht es in den Buchladen unseres Vertrauens, um ihn um einige Bände zu erleichtern. Dann einkaufen, dieses Mal mit dem Vater, aber dann ist Ruhe. Der Körper meldet sich wieder zu Wort, jetzt mit mehr Nachdruck, und holt sich, was ihm in den letzten zwei Wochen gefehlt hat. Die Müdigkeit liegt bleiern auf meinen Augen und Knochen... Das Sofa ist heute der beste Freund.
#amEndedesTages ist Ruhe alles, was ich brauche. Und ein bisschen Musik. Und mein Buch. Und vielleicht auch noch einen kleinen Drink. Aber dann ist auch gut. Erstmal...
Morgen ist Sonntag, da machen wir sowieso keine Pläne. Ich will ihn genießen, denn am Montag fängt der Arbeitsalltag wieder an. Ich weiß noch nicht, ob ich mich drauf freuen soll...
Freitag - ja, ist denn heut' scho' Wochenende? Jedenfalls fühlt es sich so an, zumindest, nachdem der Körper mir das morgendliche Aufstehen übel genommen hat. Heute ist Ruhetag, und den gönnen wir uns dann auch mal. Trotzdem bleiben wir nicht untätig. Einkaufen, Mittagessen kochen und noch ein bisschen Verwaltungsarbeit, damit wir nicht vollständig verwahrlosen. Aber der Mittagsschlaf ist tief und lang, und er sorgt dafür, dass unsere Knochen und Muskeln nicht mehr gar so laut schreien. Und die Laune steigt auch wieder!
#amEndedesTages traue ich mich sogar, mal wieder in mein Buch zu schauen. Ob ich mehr als ein paar Zeilen lesen kann, bevor ich einschlafe? Ich hoffe doch!
Morgen steht (endlich wieder und ausgesprochen gerne!) ein Besuch beim Buchhändler unseres Vertrauens an. Tsundoku lässt grüßen... Aber sonst ist dann auch wirklich Wochenende!
Donnerstag - den schwedischen Wohnraumausstatter mitten in der Woche zu besuchen, ist eine der besseren Entscheidungen des Tages. Kurz vor den Öffnungszeiten anzukommen, ist die nächste. So entspannt und ungestört sind wir schon lange nicht mehr durch die Hallen gewandert. Die Liste mit den Dingen, die wir zu besorgen haben, hilft, das Möbellabyrinth ohne Teelichter, Köttbullar und Hot Dogs zu verlassen. Die erholsamste Phase des Tages ist aber die Autofahrt, und zwar in beide Richtungen. Immerhin können wir sitzen... Der Nachmittag ist gekennzeichnet von Bauanleitungen, einigen Fragezeichen und jeder Menge Schrauben. Letztlich stehen ein Kleiderschrank, eine Kommode, ein kleiner Tisch und ein glücklicher Mann in der Wohnung. Letzterer kann es kaum abwarten, Kisten und Koffer zu leeren und Schrank und Kommode zu füllen.
#amEndedesTages sind alle fix und fertig. Für meine beste Ehefrau von allen und examinierte Möbelbastlerin und mich geht es jetzt endlich auf das so heftig herbeigesehnte Sofa.
Morgen ist Ruhetag, so haben wir es festgesetzt. Die letzten Tage waren überaus anstrengend, und mir geht einfach der Saft aus....
Mittwoch - Na ja, so ein richtiger Urlaub mit Erholung ist das ja nun nicht. Und so eine Wohnung richtet sich auch nicht von selbst ein. Also sind wir heute morgen unterwegs, um ein paar dringend notwendige Dinge einzukaufen, um die Wohnung gemütlich(er) zu machen. Und natürlich gehören auch einige Lebensmittel dazu. Beim gemeinsamen Mittagessen wird der frisch angekommene Vater und Großvater gleich in die familiären Tagesabläufe und Tagesdramen integriert. Die Geschichten aus der Schule der Kinder sind aber auch zu spannend. Danach erkunde ich mit dem Neuankömmling das nähere Umfeld. Wo geht es zum Supermarkt, Akustiker, in die Natur und am wichtigsten: Wo ist der kürzeste Weg zu mir?
#amEndedesTages stehen beinahe 20000 Schritte auf dem Zähler. Mehr wird es auch nicht, denn zum Sofa darf man mich dann schon mal tragen.
Morgen geht es in die Ferne, um noch weitere Unterbringungsmöglichkeiten zu erwerben. Und dann natürlich auch wieder schleppen, aufbauen, aufräumen... Nächste Woche geht es wieder ins Büro. Das wird erholsam! Hoffe ich...
Dienstag - das Aufstehen fällt heute nicht ganz so leicht. Rücken und Beine erinnern mich daran, was ich gestern meinem Körper angetan habe. Der perfekte Tag, um ein paar Dinge am heimischen Rechenknecht zu erledigen. Strom bestellen, Internet bestellen, Adressen verbreiten - während ein paar Straßen weiter ein Mann tief in Kisten und Kästen eintaucht und kleine Schätze angelt. Alles kommt an seinen Platz, und ich kann die Zufriedenheit geradezu mit den Händen greifen.
#amEndedesTages beansprucht ein schmerzender Rücken meine ganze Aufmerksamkeit, aber das Sofa hat versprochen, mir zu helfen. Und vielleicht habe ich auch mal wieder Gelegenheit, in meinem Roman zu lesen, bevor ich einschlafe.
Morgen steht eine kleine Einkaufstour an. Lebensmittel, ein paar Nägel und Haken und einige Kleinigkeiten mehr, die mehr Ordnung in die neue Wohnung bringen sollen. Das wird ein Spaß!
Montag - zwischen der Nachbereitung unseres Trips nach München, der Vorbereitung für den heutigen Tag und einem ebenso unerwarteten wie intensiven Gespräch zum Thema "Erwachsen werden - aber wie?" ist der Sonntag einfach irgendwie verschwunden. Immerhin hat das klärende Gespräch, das gestern so unerwartet stattfinden musste, heute bereits erste, positive Früchte getragen. Für die Zukunft hoffen wir Alttiere einfach mal das beste! Ansonsten verbringen wir einen nicht unerheblichen Teil des Tages mit einem ziemlich großen Auto auf der Straße - erst leer, dann voll. Das Ergebnis ist, dass die Familie nun ein Stück näher zusammengerückt ist. Lange Fahrten zwecks Familienvereinigung werden von nun an entfallen, und das freut uns alle mal so richtig. Alles geht gut, keiner verletzt sich - alles, was ich geplant und vorbereitet hatte, funktioniert. Sag noch einer mal, dass ein Plan nicht auch mal aufgehen kann!
#amEndedesTages sind Arme und Beine schwer, Herzen aber leicht. Ein neuer Abschnitt beginnt, und er wird spannend!
Jetzt aber rufen das Sofa, ein Drink (den haben wir uns verdient!) und der Fernseher, um den geschundenen Leib die geradezu ersehnte Erholung zu bieten.
Morgen sind ein paar Unterschriften zu leisten, jedenfalls hab ich das so geplant. Mal schauen, ob das auch klappt.
Samstag - und es sind einige Tage vergangen, seit ich die letzte Tageszusammenfassung geschrieben habe. Das heißt aber nicht, dass ich untätig gewesen wäre. Ganz im Gegenteil! Die letzten Tage habe ich mit meiner kleinen Familie in München verbracht, wo ich vor unzähligen Jahren einmal für ein paar Jahre gewohnt habe. Einmal quer durch das Land sind wir gefahren, mit dem ICE, was für alle (außer mich selbst) das erste Mal war. Ab Dienstag habe ich dann den Kindern und meiner besten Ehefrau von allen mein München gezeigt, mit dem Schloss Nymphenburg, dem Stacchus, dem Sendlinger Tor und dem Viktualienmarkt, natürlich auch den Marienplatz, den Englischen Garten und das Monopteros, wo ich einst ein paar Sommer verbracht habe. Ich habe in den alten Gedankengängen gesucht und meiner kleinen Familie einige Geschichten und Erinnerungen, die ich dort in den Regalen fand, erzählt. Wir sind unzählige Kilometer gelaufen, mit U-Bahnen und Tram gefahren, haben viel gesehen und unglaublich viel fotografiert. Mit rund eintausend Bilder auf den Speicherkarten sind wir zurückgekehrt, und jetzt stellt euch die Anzahl mal auf Filmrollen vor! Ich wäre sowas von pleite!
Jetzt sind wir wieder zuhause, mit schmerzenden Füßen und um etliche Eindrücke reicher.
#amEndedesTages zeige ich euch eine Ansicht vom Schloss Nymphenburg, in dessen Nähe wir in den zurückliegenden Tagen Quartier gefunden haben. Wir bestaunen heute unsere Bilder, genießen das heimische Sofa und kraulen intensiv unsere beiden Fellnasen, die uns sicher mindestens so sehr vermisst haben, wie wir sie. Und wir schließen den Tag mit einem guten Drink ab. Das haben wir uns verdient.
Morgen schlafen wir ausgiebig aus, und dann gilt es, die nächste Woche vorzubereiten. Es steht (mal wieder) viel Arbeit an.
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Schloss Nymphenburg
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#photography #darktable #münchen
Montag - ein ganzer Tag ganz zuhause. Den Geldbeutel freut das gerade in Hinsicht auf den Dieselpreis... Aber auch so bleibt genug zu tun. Das Haus in Ordnung bringen, hie und da auch mal einen feuchten Lappen über die eine oder andere Oberfläche (ja, auch Körper-) ziehen... Ein eigentlich ganz normaler Tag. Wenn das die Blaupause für meine Zeit als Pensionär ist, bin ich schon zufrieden.
#amEndedesTages bringt warmes Licht das Haus zum Leuchten. Es ist friedlich auf dem Sofa. Das Buch lockt, Nerven werden lang und entspannen sich.
Morgen wird wahrscheinlich ein langer Tag, aber mindestens ebenso entspannt. Für ein paar Tage werde ich wohl nur selten im Internet sein. Auch das wird mir mal gut tun... Aber ich komme wieder! Versprochen!