Marc Bauder – „Wer wir waren“ (2021)

Ich schreibe viel über Pop, über Genre und Kino als Raum für Projektionen, Begehren, Widersprüche, Erinnerung. Weltrettung ist da höchstens ein Nebeneffekt. Wenn überhaupt. Und dann gibt es doch diese Filme, die gar nichts anderes wollen. Die keine Ablenkung versprechen und keinen Trost. Das hier ist kein Spiel, sondern pure Intervention. Eine seltene und sehr unbequeme Kategorie. Wahrscheinlich der wichtigste Film, den Sie dieses Jahr noch sehen können! (ARD, Wh.)

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„We Are Lady Parts“ (Serie, 2021-2024)

Ich liebe sie alle. Keine weniger als die andere. Für das, was sie sind und für das, was sie tun! Hier hat das @ZDF einmal mehr in den britischen Serienkatalog gegriffen und viel mehr als eine Serienperle an Land gezogen. Das hier ist ein gesellschaftspolitisches Statement, das im Gewand einer Punkband-Sitcom zugleich emanzipatorisch und subversiv agiert. Gut so! ❤️ (ZDF, Wh.)

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Elvis the Taxi Driver

Derry “Elvis” Coughlan is a local taxi driver in Cork. Here he was on St. Patrick's Street in 2021. He was walking towards an older man with bags of shopping who would probably need a lift home. I don't think I've seen Derry around since then. Not someone who appears to have an online presence either.

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Martin Campbell – „Memory – Sein letzter Auftrag“ (2021)

Ein Thriller, der eigentlich genau das verspricht, was das späte Actionkino im ZDF uns immer wieder gerne anbietet: Müdigkeit statt Machismo, Schuld statt Coolness. Und etwas politische Schwere statt bloßer Körperökonomie. Leider hält James-Bond-Veteran Martin Campbell dieses Versprechen nur teilweise ein – und wäre gerade dort interessant, wo er Themen nur aufruft, sie aber leider nicht ausformuliert. Eingeschaltet habe ich vor allem für Liam Neeson und Monica Belluci. (3Sat, Wh.)

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Philipp Stölzl – „Die Schachnovelle“ (2021)

Es beginnt mit Isolation, aber gemeint ist Kontrolle. Philipp Stölzl inszeniert in seinem Film, nach der Novelle von Stefan Zweig, das Innere eines Mannes als Schlachtfeld und Ort der Zersetzung durch Macht. Die Geschichte kennen Sie vermutlich. In jedem Fall gehört die literarische Vorlage zum Kanon der europäischen Selbstbefragung nach dem Faschismus. Doch dieser Film interessiert sich weniger für die historische Spezifität als für die psychologische Verdichtung eines Ausnahmezustands. Das funktioniert leider nur teilweise. Mit Oliver Masucci, Albrecht Schuch und Rolf Lassgård. (ARD, Wh.)

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Martin Campbell – „The Protégé – Der Racheengel“ (2021)

Der Sub-Titel „Made for Revenge“ wirkt eigentlich ja schon wie eine nachträgliche Rechtfertigung der Existenz dieses Films. Alles in diesem Action-Reißer ist bereits funktionalisiert: Körper, Beziehungen, Biografien, Gewalt. Rache ist hier kein Affekt, sondern das Produktionsprinzip. Martin Campbell inszeniert diese Logik mit der Routine eines Regisseurs, der die Grammatik des modernen Actionkinos nicht nur kennt, sondern in entscheidenden Momenten selbst mehrfach neu justiert hat. Mit Maggie Q, Michael Keaton und Samuel L. Jackson. (ZDF, Neu)

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Gerhard Ertl, Sabine Hiebler – „Sargnagel – Der Film“ (2021)

Wer sich vom Kino Erlösung erhofft, ist hier einfach falsch abgebogen. Hier wird nichts gelöst, eher einfach weitergeredet, bis es dann irgendwann von selbst wieder aufhört. Eine Satire von Gerhard Ertl und Sabine Hiebler, die eigentlich so tut, als hätte sie gar keine Lust auf große Erzählung – und genau dadurch ziemlich konsequent damit durchkommt. Mit und über Stefanie Sargnagel. (3Sat, Neu)

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Franziska Stünkel – „Nahschuss“ (2021)

Es gibt Filme, die eigentlich viel weniger erzählen als das sie freilegen. Das hier ist kein Historienkino und ganz sicher auch kein musealer Blick ein Land, das es nicht mehr gibt, sondern eine stille, fast unverschämt präzise Versuchsanordnung: Wie funktioniert ein System, das sich selbst für legitim hält, während es Menschen vernichtet? Der Film erzählt nach wahren Motiven über das letzte Hinrichtungsopfer in der DDR. Mit Lars Eidinger, Luise Heyer und Devid Striesow. (3Sat, Wh.)

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Kevin Macdonald – „Der Mauretanier“ (2021)

In der Welt gibt es einfach mehr Konflikte, Krieg und Terror, als ein durchschnittlich politisch interessierter Mensch verarbeiten kann. Da bleibt es nicht aus, dass der neueste Schrecken den gerade erst geschehenen schon wieder überlagert. Jedes Kino, irgendwo auf der Welt, ist deshalb immer auch ein wichtiger Ort, um Erinnerung zu schaffen. Ein sehr sehenswerter Film mit Tahar Rahim, Benedict Cumberbatch und Jodie Foster! (ARD, Wh.)

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Kerstin Polte – „Immer der Nase nach“ (2021)

Mitten in einer Arbeitswelt, die ständig „Innovation“ ruft und dabei ganze Generationen aus dem Bild schiebt, erzählt Kerstin Polte eine stille, ziemlich präzise Geschichte über Alter, Arbeit und weibliche Selbstbehauptung. Das ist kein großes Drama, kein grelles Empowermentkino, sondern „nur“ deutsches Fernsehen. Und eine Beobachtung darüber, wie schnell ein Leben aus der Balance geraten kann, wenn gesellschaftliche Erwartungen plötzlich kippen. Mit Claudia Michelsen und Corinna Harfouch. (ZDF, Wh.)

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